Detailansicht
Die Landrechte der indigenen Bevölkerung Brasiliens am Beispiel des Falles Raposa/ Serra do Sol
Marie-Lies Vierhapper
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
René Kuppe
DOI
10.25365/thesis.3040
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29480.07218.706255-7
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die rechtliche Situation der indigenen Bevölkerung Brasiliens im Bereich der Landrechte wird sowohl vom Völkerrecht, als auch dem geltenden nationalstaatlichen Recht geformt. Im Bereich des Völkerrechtes sind für Brasilien vor allem der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, die ILO-Konvention 169, die Inter-Amerikanische Menschenrechtskonvention und die Deklaration über die Rechte indigener Völker von Bedeutung. Diese unterschiedlichen Menschenrechtsinstrumente auf internationalem Niveau unterscheiden sich in Präzision und Durchsetzbarkeit der in ihnen formulierten Rechte, was zu einem uneinheitlichen Gefüge an Schutzbestimmungen führt. Auf der nationalen Ebene hat das Vermächtnis der Kolonialherrschaft und in weiterer Folge die Militärdiktatur die Rechtslage der Indios auf ganz entscheidende Weise beeinflusst. Der bedeutende Fortschritt, der mit der Ausrufung der Verfassung 1988 im Bereich des Indiorechtes erzielt wurde, wurde leider nicht auf Zivilrechtsebene fortgeführt, was zu einem ebenfalls uneinheitlichen nationalen Rechtsbild in Brasilien im Bereich des Indiorechts geführt hat. Sowohl im Bezug auf Landrechte, als auch bei der Frage der Rechtspersönlichkeit der Indios unterscheiden sich die Verfassung und der Estatuto do Índio, der wichtigste Zivilrechtsakt im Indiorecht, in einigen wichtigen Bestimmungen, was wiederum zu einer Unklarheit der Gültigkeit der einzelnen Normen führt. An Hand des Fallbeispieles Raposa/ Serra do Sol ist eindeutig zu sehen, welch bedeutenden Einfluss wirtschaftliche und politische Kräfte im Verlauf des Demarkationsprozesses haben, und dass sich die rechtliche Lage oftmals von der Realität stark unterscheidet.
Abstract
(Englisch)
The legal situation of the indigenous population in Brazil concerning land rights is made up by international law as well as the respective national norms. Especially the International Convention on Civil and Political Rights, ILO-Convention 169, the Inter-American Human Rights Convention and the Declaration on the Rights of Indigenous Peoples are of special significance for Brazil in the area of international law. These different human rights instruments on the international level vary in elaboration and possibility of enforcement, which leads to a heterogeneous pattern of legal norms.
The legacy of colonial times and the military regime influenced the legal situation of the indigenous population on the national level in a crucial way. The radical progress that was achieved by the proclamation of the Constitution 1988, was unfortunately not continued on the civil rights level, which makes for a likewise incoherent legal situation. The Constitution and the Estatuto do Índio, the most important civil rights act in view of the indigenous rights, differ with regard to land rights as well as legal personality, which leads to confusion concerning the applicability of the relevant norms.
By means of the case study Raposa/ Serra do Sol one can grasp the enormous influence economical and political powers have in the course of a demarcation process, and that the legal situation all too often has little to do with the actual reality.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
land rights indigenous peoples Brazil international law demarcation
Schlagwörter
(Deutsch)
Landrechte indigene Völker Brasilien Völkerrecht Demarkierung
Autor*innen
Marie-Lies Vierhapper
Haupttitel (Deutsch)
Die Landrechte der indigenen Bevölkerung Brasiliens am Beispiel des Falles Raposa/ Serra do Sol
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
125 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
René Kuppe
Klassifikation
86 Recht > 86.10 Recht einzelner Länder, Gebiete und Völker
AC Nummer
AC07471965
Utheses ID
2648
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
