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Bahnung der visuellen Aufmerksamkeit durch Continuity-Schnitte
Heide Maria Weißenböck
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ulrich Ansorge
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.29779
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29914.78069.179362-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Wenn wir Menschen unsere Umgebung betrachten, nehmen wir nicht alles wahr. Die Selektion, welche Objekte und Merkmale uns bewusst werden und welche wir ignorieren, nennen wir Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit und somit die Erforschung dieser Selektionsmechanismen ist ein zentrales Feld der Kognitionspsychologie. Diese Arbeit soll einen Beitrag zur Klärung leisten, welche Selektionsvorgänge beim Betrachten von Filmen und hier im Besonderen bei Filmschnitten maßgebend sind. Im Fokus des Bereiches der visuellen Aufmerksamkeit wird daher der Frage nachgegangen, ob visuelle Aufmerksamkeit beim Betrachten dynamischer Szenen gebahnt wird. Dass die visuelle Aufmerksamkeit gebahnt werden kann, wenn sich visuelle Merkmale über die Zeit wiederholen, weiß man aus Studien, die mit kontrollierten Reizen arbeiten z. B. Suchexperimenten. In Suchexperimenten muss die Versuchsperson in jedem Durchgang entscheiden, ob ein zuvor festgelegter Zielreiz (z. B. ein Quadrat) in einer Anordnung aus verschiedenen Distraktoren (z. B. unterschiedliche geometrische Formen mit unterschiedlichen Farben) vorhanden ist oder nicht. Es ist bekannt, dass die Versuchspersonen diesen Zielreiz schneller finden können, wenn entweder die Position am Bildschirm oder ein Merkmal, das den Zielreiz definiert (z.B. die Farbe Rot) über einen oder mehrere Durchgänge (engl. „trials“) wiederholt wird. Hier spricht man von Bahnung (engl. „priming“ bzw. „intertrial priming“ bei Wiederholung nach mehreren Durchgängen). Dieses Intertrial Priming wurde mit kontrollierten Reizen (kontrollierten Suchdisplays) beforscht. Die grundlegende Idee meiner Studie ist es zu klären, ob solche Primingeffekte auch bei komplexen Reizen auftreten. Als komplexe visuelle Reize werden Filme (Videoaufnahmen) verwendet. Die Vermutung ist, dass die visuelle Aufmerksamkeit durch Filmschnitte, die die visuellen Merkmale der Kontinuität (engl. „continuity“) aufweisen, gebahnt wird, weil bei Continuity-Schnitten in Filmen mehr Reizinformation aus der Szene vor dem Schnitt in der Szene nach dem Schnitt wiederholt wird, als bei Schnitten ohne Kontinuität (Discontinuity-Schnitten). Es wird ein Unterschied zwischen diesen beiden Bedingungen erwartet und vermutet, dass die Wiederholung der Szeneninhalte bei Continuity-Schnitten die Reorientierung auf bekannte Inhalte nach dem Schnitt bahnt. Bei der Aufgabe, den Blick auf einen initial markierten Film gerichtet zu halten, sollten die Blickverlagerungen somit auf die neue Position nach einem Positionswechsel schneller vonstattengehen als bei Schnitten mit Discontinuity. Das Ergebnis dieser Studie zeigt in der Folge, dass der Effekt der Kontinuität in Filmschnitten auf die mittlere Sakkadenlatenz (Reaktionszeit von Blicksprüngen) nach einem Seitenwechsel tatsächlich dazu führt, dass der Blickwechsel schneller erfolgt. Die Sakkadenlatenz war nach Schnitten mit Kontinuität signifikant kürzer.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Visuelle Aufmerksamkeit Bahnung Intertrial Priming Sakkadenlatenz Continuity-Schnitte
Autor*innen
Heide Maria Weißenböck
Haupttitel (Deutsch)
Bahnung der visuellen Aufmerksamkeit durch Continuity-Schnitte
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
60 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ulrich Ansorge
Klassifikation
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.30 Naturwissenschaften in Beziehung zu anderen Fachgebieten
AC Nummer
AC11075172
Utheses ID
26550
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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