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"Delhis City Makers"
die Sicherung der Rechte der Obdachlosen in Delhi mit besonderer Berücksichtigung eines urbanen EZA-Projekts zur Umsetzung des Rights-Based Approach
Alina Pascale Gruber
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Stefan Brocza
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.29849
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29756.95900.231964-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Indien hat die wichtigsten UN-Menschenrechtspakte unterzeichnet, ist Mitglied des Menschenrechtsrates und verfügt über eine demokratische Verfassung. Trotzdem werden grundlegende Menschenrechte marginalisierter Bevölkerungsgruppen – wie es beispielsweise die Obdachlosen von Delhi sind – praktisch täglich verletzt. Es scheint vor allem, dass das Menschenrecht auf Wohnen missachtet wird. Der Rights-Based Approach (RBA) stellt einen eventuellen Lösungsansatz innerhalb des Entwicklungsdiskurses dar, welcher die Grund- und Menschenrechte marginalisierter Bevölkerungsgruppen sichern kann und obendrein zu einem Empowerment der Zielgruppe führen kann. Diese Diplomarbeit widmet sich insbesondere der Frage ob Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit durch den RBA maßgeblich zu Empowerment und zur Einhaltung der Grund- bzw. Menschenrechte von Randgruppen, wie beispielsweise den Obdachlosen in Delhi, beitragen können. Die zugehörige Hypothese lautet: „RBA-Projekte können bis zu einem gewissen Grad zu einem Empowerment von Randgruppen beitragen, weißen aber auch erhebliche Schwierigkeiten im Hinblick auf die Reichweite auf.“ Im Zuge einer Projektanalyse wird diese Hypothese überprüft. Im ersten Teil der Arbeit wird ein Überblick über Obdachlosigkeit sowie über die obdachlose Bevölkerung Delhis gegeben. Weiters werden theoretische Ansätze dargestellt und dabei insbesondere der Rights-Based Approach näher betrachtet. Auch der Zusammenhang von Entwicklung und Menschenrechten wird in diesem Teil der Arbeit abgehandelt. Daran anschließend erfolgt im zweiten Teil der Arbeit eine Projektanalyse eines konkreten urbanen Projekts zum Rights-Based Approach, welches als Zielgruppe Delhis Obdachlose umfasst. Im Zuge der Arbeit konnte festgestellt werden, dass Indien und insbesondere Delhis Regierung die menschenrechtspolitische Selbstverpflichtung größtenteils nicht einhält und der Pflicht Grund- und Menschenrechte der Bevölkerung zu sichern (wie etwa das Recht auf Wohnen), weitestgehend nicht nachkommen. Die Projektanalyse hat verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit mit der Regierung bzw. Administration und mit anderen NGOs unabdingbar für den Erfolg eines RBA-Projekts ist. Weiters konnte aufgezeigt werden, dass Interventionen innerhalb des RBA-Ansatzes jedenfalls auf „Grassroots“-Ebene statt finden müssen, denn nur so kann der Blick auf die verletzten Grund- und Menschenrechte geschärft werden. Darüber hinaus konnte aufgezeigt werden, dass der vom Projekt umfasste Teil der Obdachlosen aufgrund des RBA-Ansatzes empowert (dies wird etwa durch die Ermöglichung des Zugangs zu Wahlen deutlich) und nicht mehr nur als klassische HilfsempfängerInnen betrachtet wurde. Ob dies jedoch ausreicht, um einen Prozess in Gang setzen zu können, welcher die PflichtenträgerInnen zur Rechenschaft zieht, damit diese die Grund- und Menschenrechte sichern, bleibt fraglich. Auch die mit dem gegenständlichen Projekt einhergehende eingeschränkte Reichweite lässt Rückschlüsse auf die Bestätigung meiner Hypothese zu, dass der Ansatz des RBA erhebliche Schwierigkeiten in seiner Reichweite aufweist. Entwicklung auf Grundlage von Rechten zu betrachten, deutet jedenfalls auf eine funktionierende Strategie hin, welche gerade für ein Land wie Indien eine Alternative im Entwicklungsdiskurs darstellen kann.
Abstract
(Englisch)
India has ratified the most important UN Conventions of Human Rights, is member of the Human Rights Council and has a democratic constitution. However, in practice violation of human rights is on the daily agenda, especially regarding the rights of marginalised population groups, like the homeless people of Delhi. It seems that particularly the right to housing is being ignored. The Rights-Based Approach (RBA) could be a solution method within the development discussion, securing basic and human rights of marginalised parts of population, and leading to an empowerment process. This thesis is devoted to the question, if the Rights-Based Approach in development projects could contributes to an empowerment process of marginal groups like the homeless people of Delhi and to compliance with basic and human rights. The respective hypothesis: “RBA-projects can contribute to an empowerment process of marginal groups to a certain degree, but have also difficulties regarding their coverage.” This hypothesis will be verified in the course of an analysis of a specific project. The first part of the thesis covers an overview of homelessness and in particular the homeless population of Delhi. Furthermore some theoretical approaches are described, especially the Rights-Based Approach. Also the relation between development and human rights is discussed in this part of the thesis. The second part of the thesis covers an analysis of an urban RBA-project of homeless people of Delhi. In the course of this thesis, it has been found out that India’s and especially Delhi’s government does not meet their commitment regarding their human rights policy, and furthermore does not secure the basic and human rights of their population (like the right to housing). The analysis of the project has illustrated, that the cooperation with the government and also with like minded NGOs is essential for the success of a RBA-project. Furthermore it has been pointed out, that interventions within a Rights-Based Approach should be on a “grassroots”level, because only by that the violation of human rights can be clearly identified. In addition it has been found, that the homeless persons which are covered by the project, have been empowered in the process of the RBA (they got access to polls) and not seen as classical aid recipients anymore. It remains questionable, if this is enough to start up a process which holds the duty bearers accountable, so that they secure basic and human rights. The limited coverage which goes hand in hand with the project leads to conclusion regarding the confirmation of my hypothesis. It is also indicated that development on basis of rights seems to be an efficient strategy, which could be an alternative in the common debate of development in particularly for a country like India.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Rights-Based Approach Menschenrechte Entwicklung Entwicklungszusammenarbeit Indien Delhi Obdachlosigkeit Empowerment
Autor*innen
Alina Pascale Gruber
Haupttitel (Deutsch)
"Delhis City Makers"
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Sicherung der Rechte der Obdachlosen in Delhi mit besonderer Berücksichtigung eines urbanen EZA-Projekts zur Umsetzung des Rights-Based Approach
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
149 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Stefan Brocza
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.63 Minderheitenproblem ,
74 Geographie, Anthropogeographie > 74.21 Asien ,
79 Sozialpädagogik, Sozialarbeit > 79.21 Obdachlosenhilfe ,
86 Recht > 86.85 Menschenrechte
AC Nummer
AC11131856
Utheses ID
26616
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
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