Detailansicht
Landnahme als Begleiterscheinung Europas Energie- und Rohstoffversorgung
Barbara Spechtl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Alejandro Cunat
DOI
10.25365/thesis.29940
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29560.82953.950869-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den hinter land-grabbing stehenden Strukturen bzw. Rahmenbedingungen auseinander, wobei hierfür insbesondere die europäische Handelspolitik und Agrospritpolitik herangezogen werden. Den übergeordneten Rahmen bilden die EU-Politiken, also die Trends, wie auch die rechtlichen Vorgaben und Beschlüsse der EU in Bezug auf Handelsabkommen und Agrospritpolitik. Daher steht die Frage - welche begünstigenden bzw. legitimierenden Faktoren sich aus der Agrosprit- und Handelspolitik der EU für Landnahmeprozesse ergeben – im Mittelpunkt der Arbeit.
In einem zweiten Schritt werden die Agrosprit- und Handelspolitik unter dem Gesichtspunkt der Internationalen Politischen Ökonomie (IPÖ) analysiert, wobei hierzu die EU-Politiken in die vier von Susan Strange identifizierten Strukturen (Produktions-, Sicherheits-, Finanz- und Wissensstruktur) eingebettet werden. Aus dieser Sicht werden neue Erkenntnisse in der Verortung der Etablierung von begünstigenden Rahmenbedingungen bzw. Faktoren in Bezug auf land-grabbing herausgearbeitet.
Die Untersuchung zeigt, dass sowohl die Agrospritpolitik wie auch die Handelspolitik der EU eine Vielzahl von begünstigenden Faktoren für land-grabbing enthalten. In Bezug auf die Agrospritpolitik lässt sich festhalten, dass die Förderungsmaßnahmen der EU – zur Erreichung des Ziels, mindestens 10% des Endenergieverbrauchs im Verkehrssektor bis 2020 aus erneuerbaren Quellen zu gewährleisten – enorme Anreize für wirtschaftliche Akteure schafft, um in die Produktion von Biomasse bzw. um in Land zu investieren und dadurch den Druck auf landwirtschaftliche Flächen weltweit zu erhöhen und land-grabbing in erheblichem Maße zu fördern.
In Bezug auf die Handelspolitik kann festgehalten werden, dass die Ausgestaltung der Handelspolitik – insbesondere der Schutz von Ausländischen Direktinvestitionen durch BITs, wie auch die Freihandelsabkommen der neuen Generation – Landnahmen durch internationales Recht schützten und auch zukünftige Landreformen verhindern können. Des Weiteren kann je nach Ausgestaltung der Verträge, ausländischen Investoren erst der Zugang zu Land ermöglicht werden. Ferner zeigt die Arbeit, dass die EU als Akteur mit strukturaler Macht auch globale Rahmenbedingungen schafft bzw. verfestigt, welche land-grabbing in hohem Ausmaß begünstigen.
Abstract
(Englisch)
This paper deals with the structures and framework conditions underpinning land grabbing, focusing in particular on European trade and biofuel policy. EU policies – i.e. the trends, legislation and resolutions adopted by the EU that pertain to trade agreements and biofuel policy – form the overarching framework. Thus, ascertaining which aspects of EU biofuel and trade policy promote or legitimize land grabbing constitutes the central point of the paper.
Subsequently, biofuel and trade policy is analyzed from the point of view of International Political Economy (IPE). For this purpose the relevant EU policies are embedded in the four structures identified by Susan Strange (production-, security-, financial- and knowledge-structures), whereby new insights are gained that enable the establishment of frameworks or other factors that promote land grabbing to be localized in the academic discourse.
The study shows that both EU biofuel policy and EU trade policy contain a number of factors that promote or facilitate land grabbing. Concerning biofuel policy we can establish that EU subsidies – designed with the goal of ensuring renewable energies a share of at least 10 % of energy consumption in the transport sector by 2020 – create huge incentives for economic agents to invest in the production of biomass or land, hence increasing the pressure on agricultural land globally and consequently functioning as a considerable stimulant for land grabbing.
On the subject of trade policy we can ascertain that its design – in particular the protection that BITs offer foreign direct investments, as well as the new generation of free trade agreements – grants land grabs the protection of international law and have the potential to prevent future land reforms. Furthermore, depending on the design of the treaties, they can be what provide foreign investors access to land in the first place. Finally, the study shows how the EU, as an agent with structural power, creates or consolidates frameworks that significantly promote or facilitate land grabbing.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
land-grabbing european trade policy biofuel policy International Political Economy Biofuel
Schlagwörter
(Deutsch)
Landnahme europäische Handelspolitik Agrospritpolitik Internationale Politische Ökonomie Biokraftstoff Agrotreibstoff
Autor*innen
Barbara Spechtl
Haupttitel (Deutsch)
Landnahme als Begleiterscheinung Europas Energie- und Rohstoffversorgung
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
105 S. : graph. Darst., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alejandro Cunat
AC Nummer
AC11132565
Utheses ID
26701
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
