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Die jüdisch-orthodoxe Frau im Spiegelbild des Israelischen Spielfilms
Daphne Frucht
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Frank Stern
DOI
10.25365/thesis.30163
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29565.04932.404155-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit behandelt den Themenschwerpunkt der Darstellung jüdisch-orthodoxer Frauen in Israel mit dem Fokus auf israelische Filmproduktionen. Hierbei geht es sowohl um den Film als Kunstwerk, als Form zeitgenössischer, kulturgeschichtlicher und wissenschaftlicher Quelle, als auch um eine Untersuchung der Darstellung mit einer filmanalytischen und judaistischen Schwerpunktsetzung. Diese Arbeit befasst sich mit den orthodoxen Jüdinnen und Juden, die zwar zahlenmäßig eine Minderheit in der israelischen Gesellschaft darstellen, aber zeitgleich einen großen politischen Einfluss auf das israelische Volk haben. Denn in Israel ist das orthodoxe Judentum die einzig offiziell anerkannte religiöse Strömung. Staat und Religion sind bis zum heutigen Tage nicht getrennt.
Einleitend wird die außerordentliche Vielfalt der verschiedenen religiösen Bewegungen in Israel aufgezeigt. Um die unterschiedlichen orthodoxen Strömungen und Abspaltungen von „religiös“, „nationalreligiös“, „orthodox“ bis „ultra-orthodox“ abzugrenzen und zu definieren, werden die divergierenden Gruppierungen anhand des filmisch Darstellbaren – der Kleidungsvorschriften und Wohngegenden – erörtert. So befasst sich die Betrachtung also hauptsächlich mit Strömungen, die in den untersuchten Spielfilmen zu sehen sind. Diese sind: KADOSH aka „Sacred“ von Amos Gitai (IL/F, 1999), HA-HESDER aka „Time of Favor“ von Joseph Cedar (IL; 2000), MEDURAT HA-SHEVET aka „Campfire“ von Joseph Cedar (IL; 2004), HA-SODOT aka „The Secrets“ von Avi Nesher (IL/F, 2007), und die TV-Serien MERCHAK NEGIA aka „A Touch Away“ von Roni Ninio (IL, 2006ff) und SRUGIM von Laizy Sahpira und Eliezer Shapiro (IL, 2008ff). Um diese Begriffsbestimmung erläutern zu können, wird zunächst die Geschichte des jungen Staates und ein kurzer historischer Überblick des Zionismus, der bei der Entwicklung der religiösen Strömungen und späteren Parteien vorhanden war, vorgestellt.
Der Hauptteil der Masterarbeit beschäftigt sich mit der Frauenthematik. Innerhalb der einzelnen Kapitel des Hauptteils wird untersucht, wie authentisch die halachischen Gesetze (Hebr. jüdischen Religionsgesetze) dargestellt werden.
Außerdem wird das Verhältnis von geschriebener und visueller Quelle untersucht. Es wird diskutiert, wie die verschiedenen Traditionen abgebildet werden und welche Vorstellungen und Verschiebungen dabei stattfinden.
Am Ende der Masterarbeit steht ein Vergleich der Darstellung orthodoxer Frauen der israelischen Filmproduktionen mit anderen internationalen Produktionen: HESTER STREET von Joan Micklin Silver (USA, 1975), YENTL von Barbara Streisand (UK/USA, 1983), A STRANGER AMONG US aka „Sanfte Augen lügen nicht“ von Sidney Lumet (USA, 1992), A PRICE ABOVE RUBIES aka „Teurer als Rubine“ von Boaz Yakin (UK/USA, 1998) und LA PETITE JÉRUSALEM aka „Little Jerusalem“ von Karin Albou (F, 2005). Wie sich im Rahmen dieser Masterarbeit zeigt, werden religiöse Aspekte in israelischen Filmproduktionen nebensächlicher dargestellt als in US- amerikanischen. Eine Ausnahme bilden hierbei israelische Fernsehserien. In den internationalen Produktionen hingegen nehmen die verschiedenen jüdisch- religiösen Riten in einer kunstvollen Art und Weise eine zentrale Rolle ein und werden in die Geschichte eingebettet sowie detailliert erklärt. Anders als bei israelischen Produktionen, scheint es hier wichtig, alle Riten zu erklären, denn schließlich werden diese Filme „Außenstehenden“ außerhalb Israels auf der Leinwand vorgeführt. Weshalb es diese Unterschiede in der Darstellung und im Umgang mit der Orthodoxie gibt, wird ebenso erörtert.
Im Laufe dieser Masterarbeit stellt sich heraus, dass die Dramaturgie des orthodoxen Milieus (in dieser Art) ein relativ neues Phänomen in Israel darstellt. Vor allem nach der Ermordung von Ministerpräsident Jitzchak Rabin durch einen national-religiösen Studenten, im Jahre 1995, die eine Spaltung der israelischen Gesellschaft hervorgerufen hat, scheint das Anliegen gewachsen zu sein, über dieses eher unbekannte Milieu zu berichten.
Generell stellt sich die Frage nach der Motivation der Filmschaffenden, deren familiären und intellektuellen Hintergrund, sowie auch die Frage nach dem erwünschten Zielpublikum, für welches jüdisch-orthodoxe Frauen in dieser Form porträtiert werden. Von grundlegender Bedeutung ist die Tatsache, dass Spielfilme niemals objektiv Geschehnisse weitergeben können, sondern dass sie immer eine gewisse Intention und Botschaft enthalten. Diese in Hinblick auf die Darstellung jüdisch-orthodoxer Frauen zu enthüllen, hat sich die vorliegende Masterarbeit zur Aufgabe gemacht.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Israelischer Film Orthodoxie Jüdische Frau Zionismus Rabin Ermordung Nationalreligiös Halacha Mikwe Sechs-Tage-Krieg Schabbat
Autor*innen
Daphne Frucht
Haupttitel (Deutsch)
Die jüdisch-orthodoxe Frau im Spiegelbild des Israelischen Spielfilms
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
144 S.
Sprache
Deutsch
Klassifikationen
11 Theologie > 11.20 Judentum: Allgemeines ,
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.75 Hebräische Sprache und Literatur ,
24 Theater > 24.37 Film: Sonstiges ,
24 Theater > 24.38 Fernsehen, Hörfunk ,
71 Soziologie > 71.59 Kultursoziologie: Sonstiges ,
89 Politologie > 89.62 Politische Bewegungen
AC Nummer
AC11095096
Utheses ID
26897
Studienkennzahl
UA | 066 | 839 | |
