Detailansicht
Der Einfluss von Dysphorie auf selektive Aufmerksamkeitsprozesse
Sophia Nalumu Kral
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ilse Kryspin-Exner
DOI
10.25365/thesis.30203
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30287.70418.970169-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der vorgestellten Studie wird der Zusammenhang von Stimmung, spezifisch gedrückter Stimmung und Aufmerksamkeitsprozessen untersucht. Unter Aufmerksamkeitsverzerrungen werden Fehler in der Informationsverarbeitung bei psychischen Störungen verstanden, welche dazu führen, dass normalerweise wenig beachteten Reizen vermehrt Aufmerksamkeit zugewendet wird. Bei Angststörungen sind es meist Reize, die einen bedrohlichen Charakter besitzen, während es sich bei Depression um traurige Stimuli handelt. Obwohl diese Verzerrung für störungsspezifische Stimuli besonders ausgeprägt sind, können sie auch bei negativen Stimuli generell beobachtet werden. Aufmerksamkeitsverzerrungen werden als wesentlich in der Aufrechterhaltung von psychischen Störungen abgesehen, weswegen ein ausgeprägtes Verständnis für die Behandlung wichtig ist.
Zur Erforschung solcher Verzerrungen werden unterschiedliche Methoden verwendet, unter anderem auch der in dieser Studie verwendete Dot-probe Task. Bei dem Task wurden den Testpersonen zwei Bilder präsentiert, von welchen eines eine emotionale Szene zeigte und das andere eine neutrale Szene (z.B. Büroarbeit). Anschließend wurden beide Bilder wieder ausgeblendet und eines durch einen Punkt ersetzt. Die Bilder wurden entweder für 100ms oder 500ms dargeboten. Die Testperson musste mittels Tastendruck möglichst schnell angegeben, welches Bild durch den Punkt ersetzt wurde.
Die Stichprobe der Studie bestand aus 48 Frauen, bei denen eine Hälfte mittels eines traurigen Filmausschnitts aus dem Film „The Champ“ in eine gedrückte Stimmung versetzt wurde. Der Kontrollgruppe wurde ein Filmausschnitt aus der Dokumentation „Wildnis am Strom – Nationalpark Donau-Au“ gezeigt. Um Veränderungen in der Stimmung zu erfassen, wurde die Positive und Negative Affekt-Skala (PANAS) (Krohne et al., 1996) vorgegeben. Weitere verwendete Verfahren waren das Beck Depressions-Inventar (BDI-II) (Hautzinger et al., 1995), der Trail Making Test (TMT) ((Reitan, 1955) und ein Screening für psychiatrische Erkrankungen basierend auf dem SKID.
Die Stimmungsinduktion kann als erfolgreich angesehen werden, da der positive Affekt der Versuchsgruppe gegenüber der Kontrollgruppe, bei gleichzeitigem Anstieg des negativen Affekts, gesunken ist.
Die Versuchsgruppe reagierte schneller bei positiven Bildern in inkongruenten Durchgängen, während sich das gleiche Muster für negative Reize in der Kontrollgruppe zeigte. Aus den Reaktionszeiten wurden der Bias-Index, als generelles Maß für eine Aufmerksamkeitsverzerrung, der Orienting-Index, als Maß der Zuwendung zu einem Reiz, und der Disengaging-Index, als Maß von Problemen in der Abwendung, berechnet. Diese zeigten, dass die Versuchsgruppe größere Probleme hatte, sich von negativen Reizen zu lösen und positive Reize mieden. Die Kontrollgruppe hingegen vermied negative Reize.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Aufmerksamkeit Aufmerksamkeitsverzerrungen Dysphorie Depression Dot-probe Task
Autor*innen
Sophia Nalumu Kral
Haupttitel (Deutsch)
Der Einfluss von Dysphorie auf selektive Aufmerksamkeitsprozesse
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
85 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ilse Kryspin-Exner
Klassifikation
77 Psychologie > 77.37 Aufmerksamkeit
AC Nummer
AC11141338
Utheses ID
26930
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
