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Kohäsion beim Simultandolmetschen - eine deskriptive Analyse anhand der dritten US-Präsidentschaftsdebatte 2012
Verena Umgeher
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Betreuer*in
Franz Pöchhacker
DOI
10.25365/thesis.30309
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29486.14254.937759-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Zufriedenstellende Kommunikation, die gleichsam als menschliches Grundbedürfnis erachtet werden kann, erfordert in der Regel ein tiefgehendes Verstehen der jeweiligen Äußerungen, und zwar in solcher Weise, dass erkannt werden sollte, was das Gegenüber eigentlich meint. Die Mitteilung muss im wahrsten Sinne des Wortes Sinn ergeben. Die Bedeutungsbeziehungen auf der Textoberfläche spielen in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Es stellt sich also heraus, dass ein nicht zu missachtendes Abhängigkeitsverhältnis zwischen Kohärenz und Kohäsion besteht. Der Faktor des „Gemeinten“ ist auch insbesondere für das Dolmetschen wesentlich, sind hier doch unterschiedliche Sprachen im Spiel, die sich in verschiedenster Hinsicht voneinander unterscheiden können. Dabei scheint es unvermeidbar, dass in der Zielsprache mitunter andere Wörter zum Einsatz kommen als in der Ausgangssprache; semantische Beziehungen können auf alternative Art und Weise zum Ausdruck gebracht werden und verleihen so dem jeweiligen Text seinen ganz individuellen Stil. Dieser gründet sich nicht zuletzt auf der Wahl der unterschiedlichen, einer Sprache zur Verfügung stehenden Kohäsionsmittel zur Schaffung von bedeutungsträchtigen Relationen, deren Grad an Explizitheit und folglich an Interpretierbarkeit durchaus divergieren kann. Diese Tatsache bildet das Thema der vorliegenden Masterarbeit, welche sich mit der Kohäsion beim Simultandolmetschen befasst – einem Modus, der sich durch wesentliche Einschränkungen auszeichnet, die Veränderungen in der kohäsiven Beschaffenheit des Translats gegenüber dem Ausgangstext nahelegen. Zum Zwecke der Untersuchung derartiger Kohäsionsverschiebungen wird ein Korpus im Sprachenpaar Englisch-Deutsch, das sich aus der dritten US-Präsidentschaftsdebatte 2012 sowie ihrer Live-Dolmetschung im deutschen Fernsehen zusammensetzt, einer deskriptiven Analyse unterzogen. Der qualitative Teil besteht in einer eingehenden Betrachtung festgestellter Kohäsionsänderungen, welche in den entsprechenden Kategorien (Referenz, Substitution und Ellipse, Junktionen, lexikalische Kohäsion) und gegebenenfalls auch im Hinblick auf ihren potenziellen Effekt besprochen werden. Die Ergebnisse der quantitativen Analyse, die darauf abzielt, die Häufigkeit der eruierten Verschiebungen aufzuzeigen, zeichnen ein interessantes Bild der Kohäsion beim Simultandolmetschen – ein Aspekt, dem in der Dolmetschwissenschaft bislang noch nicht die Aufmerksamkeit zuteil wurde, die ihm angesichts seiner Bedeutsamkeit und Tragweite gebühren würde. Die empirische Untersuchung zeigt, dass kohäsive Verschiebungen durch Auslassung bestimmter Textelemente oder Einsatz anderer Kohäsionsmittel nahezu als Charakteristikum des Modus Simultandolmetschen angesehen werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen außerdem die Schlussfolgerung zu, dass SimultandolmetscherInnen die Intention einer größtmöglichen Explizitheit verfolgen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kohäsion Simultandolmetschen US-Präsidentschaftsdebatte deskriptive Analyse
Autor*innen
Verena Umgeher
Haupttitel (Deutsch)
Kohäsion beim Simultandolmetschen - eine deskriptive Analyse anhand der dritten US-Präsidentschaftsdebatte 2012
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
171 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Pöchhacker
AC Nummer
AC11809878
Utheses ID
27020
Studienkennzahl
UA | 065 | 342 | 351 |
