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BITs, staatliche Souveränität und globales Recht
Entstehung und Zukunft einer transnationalen Rechtsform am Beispiel des Investitionsschutzrechts Mexikos
Johannes Samuel Ruppacher
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Judith Schacherreiter
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.30606
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30295.29617.758054-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Investitionsrecht und dessen Rechtscharakter am Beispiel Mexikos. Im Zentrum der Überlegungen steht die Frage, wie sich das inter- oder transnationale Investitionsrecht in Mexiko theoretisch fassen lässt und wie die in den völkerrechtlichen Verträge manifestierten Ideen über das Mittel der Schiedsgerichtsbarkeit auf die Gesellschaft Mexikos einwirken. Aus diesem Grund wird zunächst der historische Prozess der Staatswerdung und -konsolidierung Mexikos beleuchtet. Besondere Berücksichtigung finden dabei die Fragen nach der Eigentumsstruktur (öffentlich/privat) und nach dem kolonialen Erbe des Staates, das den Rahmen für die Entstehung des Investitionsrechts liefert. An Hand einer rechtshistorischen Analyse wird im selben Schritt die Entstehung und der Charakter des Investitionsrechts beleuchtet. Dabei wird klar, dass das Investitionsrecht stark im Völkerrecht verwurzelt ist und damit eine kolonial-imperialistische Prägung aufweist. Diese Struktur des internationalen Rechts wurzelt in der Trias von Privateigentum, Vertragsfreiheit und deren Bewehrung mit Zwang und hat sich über die Forderung nach permanenter Souveränität über natürliche Ressourcen, die von den Ländern des Südens ab den 1960er Jahren gestellt wurden, im Investitionsrecht materialisiert. Damit wird auf die transformative Kraft des Völkerrechts hingewiesen, das einen Umverteilungsdiskurs in einen Nationalisierungs- und Enteignungsdiskurs zu wandeln vermochte, der speziell im neoliberalisierten Mexiko seit den 1990er Jahren eine zentrale Rolle eingenommen hat. Diese Erkenntnisse werden in einem zweiten Schritt in ein theoretisches Konzept eingebettet, das sich besonders mit den Schnittstellen zwischen Recht, Politik und Ökonomie beschäftigt und deren Verbundenheit in der gesellschaftlichen Totalität unterstreicht. Mit Hilfe der materialistischen Rechtslehre werden theoretische Ansätze formuliert, die klarstellen, dass das Investitionsrecht transnationale Kräfteverhältnisse rechtsförmig artikuliert und wesentlich an der Konstruktion der Subjekte des Rechts beteiligt ist. Es wird versucht, die Geschichte des Investitionsrechts materialistisch zu deuten und herauszuarbeiten, dass auch transnationales Recht ganz eng mit politischer Führung und Macht gekoppelt ist. Am Beispiel des investitionsrechtlichen Schutzstandards fair and equitable treatment und dessen historischer Genese wird schließlich herausgearbeitet, wie wirkmächtig die Strukturen des Völkerrechts in der schiedsrichterlichen Rechtsprechung sind. Dabei werden die Erkenntnisse aus den ersten Teilen einem empirischen Test unterzogen der zeigt, dass das Investitionsrecht eine strategische Selektivität zu Gunsten von transnationalen Kapitalinteressen aufweist.
Abstract
(Englisch)
These pages contain reflections on the character of international investment law which deal with the example of Mexico. Central to these considerations is the question how international or transnational investment law can be theorized and how the ideas manifested in international contracts influence the mexican society through arbitration. Initially the historical process of consolidation of independent statehood in Mexico is being illuminated. This especially includes the distribution of assets over time (private/public) and the colonial heritage of the mexican state which shaped the development of international investment law. The legal history of international investment law is used to point out the colonial and imperialistic roots and structure of international law itself. The elements of this structure can be identified as private property, freedom of contract and their enforcement. Through the claim for permanent sovereignty over natural ressources (PSNR), that was voiced by states of the south from the 1960ies onwards, this trias materialized in transnational investment law. The example of PSNR shows the transformative power of international law that convertet a discourse of redistribution into a discourse of nationalization and expropriation. This discourse especially influenced the neoliberal reconstruction of Mexico in the 1990ies. In a second step this perceptions are cast into a theoretical concept. This concept particularly considers the interface of law, politics and economy and their unity in social totality. A materialistic approach towards law helps to clarify how international investment law articulates the transnational balance of powers in the legal form. This legal form is central to the construction of legal and non-legal subjects. The close connection of transnational law on the one side and power and political governance on the other side is interpreted in a materialistic way. The example of the investment standard fair and equitable treatment and its emergence finally uncovers the structural power of international law manifested in arbitration. This example puts the perceptions of the first two parts to an empirical test and shows the strategical selectivity of transnational investment law in favour of the interests of transnational capital.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Investment Law Global Law BITs Investment Treaties Mexico
Schlagwörter
(Deutsch)
Internationales Investitionsrecht BITs Materialistische Rechtstheorie Mexiko Investitionsschutz Postkoloniale Theorie
Autor*innen
Johannes Samuel Ruppacher
Haupttitel (Deutsch)
BITs, staatliche Souveränität und globales Recht
Hauptuntertitel (Deutsch)
Entstehung und Zukunft einer transnationalen Rechtsform am Beispiel des Investitionsschutzrechts Mexikos
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
114 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Judith Schacherreiter
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.02 Philosophie und Theorie der Sozialwissenschaften ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges ,
86 Recht > 86.93 Völkerrechtliche Sondergebiete
AC Nummer
AC11241438
Utheses ID
27271
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1