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Die gestörte Funktionalität der Sinne im Werk Georg Büchners
Anna Katharina Scheiterbauer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Irmgard Egger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.3137
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30483.66649.292653-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit zur gestörten Funktionalität der Sinne im literarischen Werk Georg Büchners geht, nach einer kurzen Darstellung des Erkenntnisinteresses innerhalb der Vorbemerkung, in einem ersten umfangreichen Kapitel dem titelgebenden Thema der Sinnesstörungen nach. Dieses erste Kapitel untergliedert sich in drei Teile, in denen jeweils auf ein konkretes Werk Büchners eingegangen wird: zuerst wird das prägende Element der gestörten Sinneswahrnehmung am Beispiel des Dramenfragments Woyzeck einer Analyse unterzogen. In der Folge wird das Erzählfragment Lenz in Hinblick auf den großen Wert der Sinneswahrnehmung für die Hauptfigur, und damit für den gesamten Aufbau und Erzählverlauf, untersucht. Gerade das Werk Lenz spricht in beinahe jeder Zeile verschiedenste Formen der Sinneswahrnehmung und deren funktioneller Störung an, weshalb hier ein Schwerpunkt innerhalb des Gesamtkonzeptes gesetzt ist. Das dritte Werk Büchners, das zum Abschluss des ersten Kapitels hinsichtlich der Prägnanz der Sinneswahrnehmung untersucht wurde, ist das Gedicht Die Nacht. Im zweiten Kapitel der Arbeit wird der Gesamtkontext, in den die Thematik der Sinneswahrnehmung einzugliedern ist, theoretisch eingeführt: im Unterkapitel über das anthropologische Erbe in Büchners Denken und Schreiben. Es erfolgt darin zuerst eine allgemeine Annäherung an das große Feld der Anthropologie der Goethezeit, um im Anschluss die Übernahmen Büchners in seine Werke, die rund zwei Generationen später entstehen, und seine Auseinandersetzung mit der Anthropologie zu thematisieren. Georg Büchners radikale Darstellung des commercium corporis et animae ist aber nicht nur im Sinne dieses Rückgriffs auf die Anthropologie der Goethezeit zu sehen; vielmehr greift Büchner das medizinische und psychiatrische Wissen seiner Zeit auf, bindet dieses in seine Werke ein und geht sogar darüber hinaus, als ein Vorreiter der literarischen Moderne. Diese Modernität Büchners im Zusammenwirken von Medizin, Menschlichkeit, Pathologie und Literatur wird in Kapitel 2.2 behandelt, indem der zeitgeschichtliche Kontext aufgearbeitet wird, in dem Werke wie Woyzeck, Lenz und Dantons Tod entstanden sind. Abgeschlossen wird das zweite Kapitel von einer Geschichte der Sinne (mit Schwerpunkt auf den Umwälzungen des 18. Jahrhunderts), in der ebenfalls die Modernität Büchners Schreibens hinsichtlich der Erkenntnisse über die Funktion der Sinnesorgane als Mittler zwischen Körper und Seele betont werden soll. Das dritte Kapitel dieser Arbeit greift schließlich die Thematik, die im Zuge des zweiten Kapitels theoretisch erarbeitet worden war, wieder auf. Vor allem der Schnittpunkt zwischen Körper und Seele, den Büchner in seinen literarischen Werken so plastisch und suggestiv hervorhebt, wird wiederum anhand von drei konkreten Werken analysiert: zuerst werden die Symptome und Zeichen des Körpers untersucht, die das gesamte Dramenfragment Woyzeck durchziehen als Ausdruck der Seele. In einem zweiten Schritt werden die psychophysischen Wechselwirkungen innerhalb des Krankheitsverlaufes in Lenz aufgespürt, ebenfalls im Hinblick auf den Gesamtkontext der Arbeit. Das dritte in diesem Kapitel behandelte Werk ist das Drama Dantons Tod, in dessen Analyse die Beschreibung der Grenzzustände der menschlichen Seele im Vordergrund steht.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Georg Büchner Lenz Woyzeck Dantons Tod Anthropologie des 18. Jahrhunderts Anthropologie in der Literatur Medizin des 19. Jahrhunderts Psychiatrie des 19. Jahrhunderts Sinne Sinnesstörung
Autor*innen
Anna Katharina Scheiterbauer
Haupttitel (Deutsch)
Die gestörte Funktionalität der Sinne im Werk Georg Büchners
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
149 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Irmgard Egger
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.36 Philosophische Anthropologie ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.97 Texte eines einzelnen Autors ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.10 Deutsche Literatur ,
44 Medizin > 44.91 Psychiatrie, Psychopathologie
AC Nummer
AC07457277
Utheses ID
2736
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
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