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Leiharbeit in Österreich - decent work oder Tagelöhnerei?
David Gruber
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Margarete Grandner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.30844
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29880.41857.698769-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Thema dieser Arbeit ist Leiharbeit in Österreich. Genauer gesagt, wird herausgearbeitet, inwiefern Leiharbeit in Österreich den Maßstäben des "decent work"-Konzepts der Internationalen Arbeitsorganisation entspricht, oder als hochprekäre Beschäftigungsform gesehen werden muss. Das Ziel der Arbeit ist, einen Beitrag zur Verdichtung der Forschung der Industriesoziologie im Feld der Leiharbeit zu leisten. Im ersten Teil der Arbeit wird auf die Entwicklung der Erwerbsarbeit seit dem Beginn der Zweiten Republik eingegangen, wobei auf die zunehmende Liberalisierung der Arbeit und das Verschwinden des Standardarbeitsverhältnisses Bezug genommen wird. Im darauffolgenden Kapitel werden der Begriff der Prekarisierung der Arbeit definiert und relevante Theorien der Prekarisierungsforschung dargestellt. Im Theorieteil wird auf die Dimensionen der Prekarisierung der Arbeit, auf deren Auswirkung auf das soziale Leben der Beschäftigten, auf deren Häufigkeit in der Erwerbsbevölkerung sowie auf die coping strategies der betroffenen Personen eingegangen. Zusätzlich werden atypische Beschäftigungsformen charakterisiert und untersucht, inwiefern atypische Beschäftigungsformen Potenzial von prekärer Beschäftigung bergen. Mithilfe des "decent work"-Konzepts der Internationalen Arbeitsorganisation wird ein zur Prekarisierung der Arbeit gegensätzliches Konzept präsentiert, und der Mangel an sozialer Sicherheit und die Diskontinuität in der Leiharbeit herausgearbeitet. Darüber hinaus wird ein Überblick über Leiharbeit in Österreich gegeben, wobei die Beschäftigungsdauer, die Erwerbsintegration und die Hauptprobleme der Leiharbeit miteinbezogen werden. Diese bestehen in den Informationsdefiziten der Leiharbeitskräfte, in den illegalen Praktiken der Arbeitskräfteüberlasser, und der Rolle der Gewerkschaften. Im Rahmen der Deduktion von drei Hypothesen wird die Basis für die Beantwortung der Fragestellung geschaffen, im empirischen Teil werden die Ergebnisse von vier semistrukturierten Interviews präsentiert. Das Fundament für die Interviewleitfäden bildet ein theoretisches Modell, mit dem es möglich wird, prekäre Eigenschaften von Beschäftigungsformen zu erfassen. Als Interviewpartner wurden zwei Leiharbeitskräfte und zwei Betriebsräte von Überlasserfirmen gewählt. Aufgrund der empirischen Daten werden massive Probleme der Leiharbeit aus der Perspektive der LeiharbeiterInnen und auch aus der Perspektive der beiden Betriebsräte sichtbar, die trotz der gleichen Funktion eine sehr unterschiedliche Haltung bezüglich Leiharbeit haben.
Abstract
(Englisch)
The diploma thesis focuses on temporary work in Austria. The main question is whether temporary work corresponds to „decent work“, or to a precarious form of employment. The aim of the thesis is to contribute to scientific research of industrial sociology in the field of temporary work. In the first part, the thesis concentrates on the transformation of employment since the end of the Second World War. Generally, the dissolution of boundaries of labour and the erosion of standard employment forms in the framework of the neoliberal revolution are illustrated. In the following part of the thesis, first the term of precariousness of labour is defined, then relevant theories of contemporary industrial sociology are presented, which allow to categorize and analyze precariousness of labour. In the theoretical part, the different dimensions of precariousness of work, its impact on social relations, its prevalence in the society, and the strategies for coping with precariousness are thematized. In addition, atypical forms of employment are characterized, with the aim to examine in how far atypical forms of employment have a latent potential to turn into precarious forms of employment. With the help of the „decent work“-approach of the ILO, an oppositional concept to precariousness of labour is elaborated highlighting the lack of social security and the discontinuity of temporary work. Furthermore, an overview of temporary work in Austria is given emphasizing income, employment integration, employment duration, and the emerging core problems of temporary work, which comprise particularly temporary workers’ lack of information, illegal practices of temporary work agencies, and the role of worker unions in the struggle for regulation of temporary work. By deduction of three hypotheses in the theoretical part, the basis to answer the main question of the thesis is provided. In the empirical part, the results of four semi-structured interviews are evaluated. The guidelines of the interviews are based on a theoretical model which allows to capture the precarious characteristics of the different forms of employment. For the interviews, two temporary workers and two committeemen of two temporary work agencies were chosen. By the help of the empirical data, serious deficits in temporary work on a subjective basis become visible, not only from the perspective of the temporary workers, but also from the view of the committeemen who expressed a quite different attitude towards temporary work despite they are confronted with similar problems in their role as mediators between companies and temporary workers.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
temporary work decent work
Schlagwörter
(Deutsch)
Leiharbeit decent work
Autor*innen
David Gruber
Haupttitel (Deutsch)
Leiharbeit in Österreich - decent work oder Tagelöhnerei?
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
III., 124 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Margarete Grandner
Klassifikation
71 Soziologie > 71.42 Wirtschaftliche Faktoren
AC Nummer
AC11316151
Utheses ID
27455
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
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