Detailansicht
Menschen eine Bühne bieten
Bürgerjournalismus im Zeitalter des Internets
Katharina Steiner
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Hannes Haas
DOI
10.25365/thesis.31145
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29467.47931.801655-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Internet verleiht Bertolt Brechts Forderung, den Rundfunk in einen Kommu-nikationsapparat zu verwandeln, neue Aktualität. In dieser Dissertation wird der Einfluss des Internets auf Bürgerjournalismus, mit Fokus auf IPTV und Web-TV, untersucht.
Bürgerjournalismus-Projekte werden einerseits in massenmediale Strukturen eingebunden, andererseits als Alternative zu Massenmedien eingeführt. Die Fall-beispiele „Buntes Fernsehen“ und „Current TV“ decken beide Bereiche ab. Die qualitative Untersuchung der Sender beruht auf ExpertInneninterviews.
Mit dem Internet wurde es für Laien einfacher, sich journalistisch zu betätigen. Ein Grund dafür ist die Rückkanalfähigkeit, die den Rollentausch zwischen Sen-der und Empfänger ermöglicht. Dessen ungeachtet werden Web-2.0-Angebote vorrangig passiv genutzt. Die aktive Teilnahme der User sinkt mit dem nötigen Aufwand. Umfangreiche PR-Maßnahmen oder Honorare für FilmerInnen erhöhen die Motivation mitzumachen. Trotz Internet bleibt es schwierig, als Laie in der öffentlichen Kommunikation Gehör zu finden. Bürgerjournalismus trägt dennoch zur Pluralisierung der Medienvielfalt bei, was bei der gegenwärtigen Bedrohung des Journalismus durch privatwirtschaftliche Interessen der Medien als positive Entwicklung gesehen wird. Ob das Internet die bislang von den Massenmedien geschlossene Lücke zwischen JournalistInnen und RezipientInnen füllen kann, ist ungeklärt, da ökonomisch relevante Modelle derzeit fehlen. Die historische Perspektive zeigt, dass Bürgerjournalismus keine Idee der Internet-Generation ist. Vielmehr wurden bereits ähnliche Hoffnungen in den Rundfunk gesetzt. Bür-gerjournalismus ist auch im Internet schwer zu finanzieren. Während das Erstel-len von „user-generated content“ für viele Laien ein Hobby darstellt, bestreiten JournalistInnen damit ihren Lebensunterhalt, was sich auch auf die Themenwahl auswirkt. ExpertInnen aus der Medienbranche sehen die Zukunft des Fernse-hens nicht in Bürgerjournalismus-Projekten, sondern in der parallelen Nutzung linearer und non-linearer TV-Dienste. Dies birgt allerdings die Gefahr eines sehr einseitigen Informationsverhaltens des Rezipienten. Die Herstellung einer kom-munikativen Chancengleichheit ist eine der Grundaufgaben von Massenmedien, die durch eine Fragmentierung des Angebots schwieriger zu erfüllen ist.
Abstract
(Englisch)
The internet revitalizes Bertolt Brecht’s demand of turning the radio into an appa-ratus of communication. This dissertation deals with the impact of internet on citizen journalism. The focus lies on IPTV and Web TV.
On the one hand citizen journalism projects are embedded in a mass media structure; on the other hand they can work as an alternative to mass media. The case studies „Buntes Fernsehen” and „Current TV” cover both fields. The qualita-tive research is based on expert interviews.
Through the internet it became easier for amateurs to publish journalistic content because the feature of a backward channel allows a role reversal between send-er and recipient. Despite this fact most web 2.0 services are still used passively. The extent of active participation decreases with the required effort of production involved. Extensive measures in public relations or remunerations for filmers in-crease the motivation to participate. Nevertheless it’s still difficult for amateurs to get noticed via public communication.
Still, citizen journalism increases the pluralisation of media diversity. This consti-tutes a positive development concerning journalism as it is threatened by private economical interests of media production.
If the internet is able to fill the gap between journalists and recipients – which was so far filled by mass media – remains unclear since relevant economic models are still missing.
From an historical perspective, the concept of citizen journalism was not original-ly brought up by the internet generation. Similar hopes were already put into broadcasting.
Citizen journalism is difficult to finance, even in the context of the internet. Creat-ing user-generated content is still a hobby for many amateurs, whereas journal-ists earn their living with it, which strongly affects their choice of topics.
Media experts don’t see the future of television in citizen journalism projects but in a parallel use of linear and non-linear TV services. This involves the danger of an unilateral behavior in reception of information. Establishing equal opportunities of communication is one of the main functions of mass media, while a fragmenta-tion of the media supply makes it more difficult to maintain that function.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
user-generated content internet Bertolt Brecht media convergence interactivity
Schlagwörter
(Deutsch)
User-generated Content Internet Bertolt Brecht Medienkonvergenz Interaktivität
Autor*innen
Katharina Steiner
Haupttitel (Deutsch)
Menschen eine Bühne bieten
Hauptuntertitel (Deutsch)
Bürgerjournalismus im Zeitalter des Internets
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
IV, 300 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Hannes Haas ,
Friedrich Hausjell
AC Nummer
AC11176567
Utheses ID
27704
Studienkennzahl
UA | 092 | 301 | |
