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Loss of human rights on the high seas
an analysis of the externalisation of European immigration control
Lydia Madlen Sophia Genge
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Stefan Brocza
DOI
10.25365/thesis.31237
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29287.26687.297860-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Durch das Schengener Übereinkommen wurden Grenzkontrollen innerhalb der Europäischen Gemeinschaft graduell abgebaut. Es wurde ein Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts geschaffen, der einen freien Verkehr der vier Grundfreiheiten: freier Warenverkehr, Personenfreizügigkeit, Dienstleistungsfreizügigkeit und freien Kapital- und Zahlungsverkehr ermöglichte. Dieser Raum wurde in erster Linie für Bürger der Europäischen Gemeinschaft geschaffen; erlaubt aber auch einen Zugang von Personen, die internationalen Schutz oder Asyl suchen. Durch diesen neu geschaffenen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts wurde eine neue externe Grenze um diesen Raum geschaffen, den es zu schützen galt. Immigration und Asylangelegenheiten wurden durch die Europäisierung, insbesondere durch den Vertrag von Amsterdam 1997 auf EU-Ebene angehoben und ein Gemeinsames Europäisches Asylsystem nach und nach aufgebaut. Durch die Harmonisierung der Immigrations- und Asylpolitik erhielt die Immigrationspolitik zunehmend eine externe Dimension und die Grenzkontrollen für Einreisen in die EU wurden zunehmend externalisiert; entweder auf das Mittelmeer, oder in Drittstaaten. Diese Externalisierung wurde durch Rücknahmeabkommen zwischen EU-Ländern und Drittstaaten verstärkt, sowie durch die Europäische Grenzkontrollagentur Frontex. Diese Externalisierung hat zunehmend Fragen zur flüchtlingsrechtlichen und menschenrechtlichen Situation auf dem Mittelmeer aufgeworfen.
Das Nichtzurückweisungsprinzip (non-reloulement) schreibt es Ländern vor, Personen nicht in Länder zurückzuschicken, wo ihnen Folter oder unmenschliche und erniedrigende Behandlung droht. Dieses Prinzip ist weitgehend akzeptiert von den Ländern. Dennoch scheint die Reichweite des Prinzips immer noch nicht ausreichend geklärt zu sein, bzw. führt seine Anwendbarkeit ohne Territorialbezug oft zu Streitigkeiten.
Diese Diplomarbeit untersucht die Anwendbarkeit des Nichtzurückweisungsprinzips der Genfer Flüchtlingskonvention, der UN-Antifolterkonvention, des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention). Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte „Hirsi Jamaa und Andere gegen Italien“ vom 23.02.2012 ist von besonderer Bedeutung, da es die Flüchtlingsrechte stärkt und sich für ein individuelles Nichtzurückweisungsprinzip ausspricht.
Darüber hinaus untersucht die Diplomarbeit, Grenzkontrolleinsätze auf hoher See, die von Frontex organisiert und von EU-Ländern durchgeführt werden. Der Schwerpunkt dabei liegt auf der Haftbarkeit von Ländern bei Menschenrechtsverletzungen, die sich durch rechtliche Lücken ergeben.
Abstract
(Englisch)
With the Schengen Agreement, the internal border controls of the European Community were gradually abolished. An area of freedom, security and justice was created which enabled the free flow of the four fundamental freedoms: goods, persons, services and capital. This area was primarily created for citizens of the European Community and for those who are seeking international protection or asylum. With this new area of freedom, security and justice a new external border was created which ‘needed’ to be secured. Immigration and asylum concerns were put on an EU-level, especially through the enactment of the treaty of Amsterdam in 1997. Furthermore a common European asylum system is being created. With the harmonisation of the immigration and asylum concerns, the European immigration policy received an external dimension and the border controls into the European Union became increasingly externalised, either to the Mediterranean or to third countries. This externalisation was strengthened through readmission agreements between EU countries and third countries and also through the European border control agency Frontex. This externalisation has increasingly raised questions regarding refugee and human rights in the Mediterranean.
The principle of non-refoulement forbids countries from sending individuals to a country where they could be faced with torture or inhuman or degrading treatment. This principle has widely gained acceptance internationally; however the scope of the applicability of the prohibition of refoulement, is not sufficiently defined and is still cause for disagreements.
This diploma thesis analyses the principle of non-refoulement emerging from the Refugee Convention, the United Nations Convention against Torture, the International Covenant on Civil and Political Rights and the Convention for the Protection of Human Rights and Fundamental Freedoms (European Convention on Human Rights). The judgement Hirsi Jamaa and Others v. Italy of the European Court of Human Rights of the 23th of February 2012 is especially important as it corroborates the rights of refugees and migrants at sea and argues in favour of an individual principle of non-refoulement.
Furthermore this diploma thesis examines border control actions on the high seas, conducted by EU-member states, organised by Frontex. The focus of attention is the liability of states or Frontex due to human rights violations that are a result of legal loopholes.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Non-refoulement principle European Union securitization human rights high seas Frontex
Schlagwörter
(Deutsch)
Non-Refoulement Verbot Europäische Union Versicherheitlichung Menschenrechte hohe See Frontex
Autor*innen
Lydia Madlen Sophia Genge
Haupttitel (Englisch)
Loss of human rights on the high seas
Hauptuntertitel (Englisch)
an analysis of the externalisation of European immigration control
Paralleltitel (Deutsch)
Menschenrechtsverlust auf hoher See. Eine Analyse der Externalisierung der Europäischen Einwanderungskontrolle
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
105 S. : graph. Darst., Kt.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Stefan Brocza
Klassifikation
86 Recht > 86.85 Menschenrechte
AC Nummer
AC11347960
Utheses ID
27775
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
