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Kritisches Unternehmer_innentum und Critical Management Studies
zur gegenseitigen Befruchtung von kritischer Theorie und Praxis
Valentin Sederl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Margarete Grandner
DOI
10.25365/thesis.31257
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29113.86862.842954-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Critical Management Studies sind eine zwischen Ökonomie und Soziologie zu verortende Denkschule, die orthodoxe Wirtschaftspraxis ebenso kritisch hinterfrägt wie deren theoretische
Grundlagen. Dabei greifen ihre Autor_innen auf soziologische und philosophische Argumentationslinien von Theoretiker_innen vor allem der Frankfurter Schule der Kritischen Theorie, des Poststrukturalismus und neo-marxistischer Strömungen zurück. Die CMS adaptieren diese Theorien, um sie den Spezifika orthodoxer Wirtschafts- und Managementweise anpassen zu können, wodurch eine Vielzahl kritischer Positionen bezogen wurde. Jedoch konnte bisher kaum Einfluss auf Realitäten von Unternehmenspraxis genommen werden, das Monopol der gegenwärtig herrschenden Orthodoxie bisher weder im theoretischen noch im praktischen Bereich aufgebrochen und nicht
verhindert werden, dass sich deren Logiken weiterhin auf beinahe alle Bereiche moderner Gesellschaften ausweiten.
Im vorliegenden Text wird argumentiert, dass es den CMS für das Aufbrechen dieser Ordnung dienlich sei, ihre Forschungsweise zu erweitern. Anstatt sich selbst wie bisher auf Kritik zu
beschränken wird für die Ergänzung eines konstruktiven Zugangs zu alternativer, 'kritischer' Praxis argumentiert. In diesem Kontext wurde 'kritisches Unternehmer_innentum' definiert. Die Auseinandersetzung mit diesem würde eine Neubewertung von drei Aspekten voraussetzen, die sich innerhalb der CMS etabliert haben: der mangelnde Praxisbezug müsste revidiert, der Grundsatz der 'Non-Performativität', der sich der Ausrichtung von Handlungen an rational-ökonomischen Zielen der Effektivität, Effizienz und Nützlichkeit widersetzt, durch jenen der 'kritischen Performativität' ersetzt werden, der Pragmatik und Konstruktivität zulässt, so sie nicht ökonomischen Zielen dienen.
Drittens wäre die oft a priori ablehnende Haltung gegenüber dem praktischen Forschungsobjekt durch eine affirmative zu ersetzen, die sich der Praxis öffnet und so alternativen Formen von privatwirtschaftlicher Organisation und ihren Logiken Raum zugesteht. Die genannten Adaptionen sollen eine Anreicherung von Kritik mit dem Erdenken von Alternativen bewirken.
Auf Basis der Neubewertung dieser drei Aspekte untersucht der vorliegende Text die Möglichkeiten sowie das Potential der Anwendung der Critical Management Studies auf 'kritisches Unternehmer_innentum'. Darüber hinaus ist von Interesse, inwiefern einem solchen Vorgehen Potential für kritische Praxis wie auch für die CMS als kritische Theorie innewohnt, die Hegemonie der Orthodoxie stärker als bisher herauszufordern. Zu diesem Zweck wurde der deutsche Getränkeerzeuger Premium ausgewählt, als Beispiel für 'kritisches Unternehmer_innentum' zu dienen. In Form einer Case Study wird die Beantwortung der Forschungsfrage anhand der Synthese von Theorie (CMS) und Praxis (Premium) abgearbeitet.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Critical Management Studies
Schlagwörter
(Deutsch)
Critical Management Studies
Autor*innen
Valentin Sederl
Haupttitel (Deutsch)
Kritisches Unternehmer_innentum und Critical Management Studies
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur gegenseitigen Befruchtung von kritischer Theorie und Praxis
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
104 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Margarete Grandner
Klassifikation
85 Betriebswirtschaft > 85.02 Philosophie und Theorie der Betriebswirtschaft
AC Nummer
AC11345990
Utheses ID
27792
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
