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Warum müssen wir wachsen?
eine historische und sozialpolitische Analyse des Wirtschaftswachstums als Postulat
Lisa Grum
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Johann Wimmer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.31379
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29537.45037.357766-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Wirtschaftswachstum als Postulat. In den westlichen Industrieländern wird Wachstum als Voraussetzung für Investitionen, Fortschritt, Wohlstand und sozialpolitische Lösungen deklariert. Vor der leitenden Fragestellung ,Warum müssen wir wachsen´ werden drei zentrale Zielstellungen verfolgt. Erstens herauszufinden, wo die historischen Wurzeln des Postulats liegen. Zweitens festzustellen, ob Wirtschaftswachstum seinen Ansprüchen gerecht werden kann in Bezug auf Wohlstand und Beschäftigung. Drittens alternative Wachstumskonzepte vorzustellen und einzuordnen. Die Arbeit besteht aus zwei großen Teilen, wobei TEIL I die Historie des Wachstums vom Fordismus bis zum Postfordismus nachzeichnet, um herauszufinden, welche Rahmenbedingungen für Stabilität und Prosperität nötig waren und welche Krisenmomente es gab. TEIL II ist eine Operationalisierung von Wachstum, eine Wachstumskritik und ein Aufzeigen von Alternativen. Das Wachstumspostulat von heute basiert auf dem Wirtschaftswunder des Goldenen Zeitalters der 1950er und 1960er Jahre. Damals waren auf Grund der Rahmenbedingungen hohe Wachstumsraten von bis zu sieben Prozent, stabile Beschäftigungsraten sowie Einkommenssteigerungen möglich. Als es in den 1970er Jahren zur ersten großen Krise kam, wurden externe Faktoren verantwortlich gemacht. Seither versuchen Politik und Ökonomie die hohen Wachstumsraten wiederherzustellen um somit die Arbeitslosenquoten zu senken, Einkommen zu steigern und Sozialleistungen zu finanzieren. Obwohl die Parameter des Fordismus in Ländern wie Österreich und Deutschland seit über dreißig Jahren nicht mehr bestehen, gilt Wirtschaftswachstum immer noch als Ziel. Allerdings könnten selbst hohe Wachstumsraten die Situation auf den Arbeitsmärkten nicht merklich verbessern. Denn dadurch werden nahezu keine Arbeitsplätze für gering Qualifizierte geschaffen, welche aber am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Weiter ist der Zusammenhang zwischen Wohlstand und Wachstum nicht eindeutig. Entscheidend ist, ob Wohlstand lediglich monetär definiert wird, wie auch am Bruttoinlandsprodukt kritisiert wird oder ob eine stärkere Differenzierung wird. In dieser Arbeit werden Studien vorgestellt, die zwischen Lebenszufriedenheit sowie emotionalem Wohlbefinden unterscheiden und so den Zusammenhang von Wohlstand, Glück und Einkommen analysieren. Das Ergebnis ist, dass Wirtschaftswachstum nur bedingt Wohlstand schafft. Emotionales Wohlbefinden kann ab einer bestimmten Einkommensgrenze sogar negativ beeinflusst werden. Heute findet man ein großes Feld der Wachstumskritik vor und obwohl sie sehr unterschiedlich sind, ist ihre Gemeinsamkeit der Wunsch nach Veränderung. Die Modelle werden in drei Gruppen eingeteilt, beschrieben und bewertet. Das makroökonomische LOWGROW Modell von Peter Victor wird abschließend als Beispiel vorgestellt. Das Wachstumspostulat ist, wie aufgezeigt wird, einer immer lauter werdenden Kritik ausgesetzt und befindet sich in einer Zeit des Wandels.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
economic Growth fordism postfordism
Schlagwörter
(Deutsch)
Wirtschaftswachstum Fordismus Postfordismus Wachstumskritik
Autor*innen
Lisa Grum
Haupttitel (Deutsch)
Warum müssen wir wachsen?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine historische und sozialpolitische Analyse des Wirtschaftswachstums als Postulat
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
101 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johann Wimmer
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.09 Wirtschaftsgeschichte ,
71 Soziologie > 71.42 Wirtschaftliche Faktoren ,
89 Politologie > 89.70 Internationale Beziehungen: Allgemeines
AC Nummer
AC11601164
Utheses ID
27898
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
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