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Intentions compared to observed processes and effects
a research for development project in Uganda
Nora Faltmann
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Lorenz Probst
DOI
10.25365/thesis.31401
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29781.18979.118166-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit bezieht sich auf ein Projekt im Rahmen von Forschung für Entwicklung in Rakai, Uganda. Die der Arbeit zugrundeliegenden Daten wurden im Sommer 2013 bei einem Aufenthalt vor Ort in Uganda erhoben. Im Verlauf des WATERCAP Projekts wurden Schulungen mit Mitgliedern von LandwirtInnen-Gruppen durchgeführt, deren Zweck es war, deren Wassermanagement zu verbessern. Zu diesem Zweck erhielten einige der LandwirtInnen Auffangtanks für Regenwasser.
Ziel der Forschung der Autorin war es, konzeptionelle Prozesse und erwartete Effekte mit Beobachtungen vor Ort sowie Wahrnehmungen der LandwirtInnen und ProjektmitarbeiterInnen zu vergleichen. Dafür wurden qualitative Interviews mit AkteurInnen des Projekts durchgeführt. Diese Interviews ermöglichten einen Vergleich unterschiedlicher Ansichten der AkteurInnen und dadurch ein Verständnis für die Werte, die den Handlungen der AkteurInnen zugrunde lagen. Es wurde erforscht ob Prozesse partizipativ abliefen und wie sich das Projekt auf die Wasserhandhabung der Gemeinschaft auswirkte. Das Erkenntnisinteresse der Arbeit bestand darin ein Verständnis für die Komplexität und Mechanismen für Wandel zu entwickeln, die die Prozesse und Auswirkungen des Projekts beeinflussen.
Vor dem theoretischen Rahmen komplexer adaptiver Systeme (CAS) wertet die Arbeit die Entscheidungs- und kommunikativen Prozesse im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Wassermanagement-Technologie aus. Die Ergebnisse belegen, dass der geplante Aufbau einer Innovationsplattform (IP) nicht ausreichend gelungen ist. In der Folge fehlten institutionalisierte Mechanismen als Grundlage für Entscheidungsfindungen und Kommunikation im Projekt. Die Partizipation insbesondere der LandwirtInnen wurde dadurch aufs Spiel gesetzt. Eine zu kurz greifende Beschreibung des zugrundeliegenden Konzepts und seiner Intentionen wie die Aspekte Partizipation und IP führte zu Missverständnissen während der Durchführung des Projekts. Die Verbindung zwischen einem Verantwortungsgefühl für das Projekt und der Teilhabe an Entscheidungsprozessen wurde in den Interviews deutlich, dabei war das Verantwortungsgefühl in der Gruppe mit größeren Einflussmöglichkeiten auf den Projektverlauf prägnant höher als in den Gruppen, die über Entscheidungen lediglich durch die Projektmitarbeiter unterrichtet wurden. Die Kommunikation zwischen den WATERCAP Akteuren wurde nicht systematisch gefördert im Sinne von offiziellen Möglichkeiten zum Austausch um regelmäßig Erwartungen abzugleichen, Problematiken zu klären und die Projektabläufe transparent zu machen. Das Fehlen einer funktionierenden IP erschwerte ein effektiveres Monitoring, ein einheitliches gemeinsames Lernen und nachhaltige Entscheidungsprozesse, wie sie in der Konzeption für das Projekt vorgesehen waren.
Die beobachteten Ergebnisse des WATERCAP Projekts unterschieden sich von den im Projektplan beabsichtigten Zielen. Während eine Weiterentwicklung der kommerziellen Gemüseproduktion durch Bereitstellung der Wassertanks ein primäres Projektziel war, nutzten die LandwirtInnen die Verbesserung ihres Wassermanagements vorrangig um ihre Grundbedürfnisse zu stillen, wie leichteren Zugang zu Wasser und Ernährung. Aus dieser Beobachtung kann gelernt werden, wie wichtig die Identifikation erwünschter Effekte durch alle Beteiligten ist, um realistische Ziele unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Akteurinnen ist.
Die Abweichungen zwischen den Projektvorhaben auf der einen und den beobachteten Prozessen und Auswirkungen vor Ort auf der anderen Seite deuteten an, wie stark die Resultate von Entwicklungsprojekten von sozialen Prozessen beeinflusst werden. Auf Projektebene zeigte die Studie, dass die Möglichkeiten zu ergebnisoffenen Prozessen im momentanen System von Forschung für Entwicklung begrenzt sind. Als Teil von Projekten schränken Anforderungen wie zeitliche und budgetäre Beschränkung sowie geforderte Arbeitsergebnisse die Entfaltung offener Innovationsprozesse.
Abstract
(Englisch)
This thesis analyzes the process and effects of a Research for Development project in Rakai, Uganda, using data collected during a research stay in the field during the summer of 2013. In the course of the WATERCAP project, agricultural trainings were conducted with farmer groups in order to achieve enhanced water management among the farmers. For this purpose, rainwater harvesting tanks were built on selected farmers’ properties.
The aim of the author’s research was to compare the project’s conceptualization of processes and effects with her own observations as well as with the perceptions of the farmers and project staff. For this purpose, qualitative interviews with the project’s stakeholders were conducted. This allowed for a comparison of actors’ views and made it possible to understand values underlying stakeholders’ actions. It was assessed if processes took place in a participatory manner and how the project impacted water management practices within the farmer groups. The epistemological interest was to develop an understanding of the complexity and change mechanisms that determine project processes and effects.
From a perspective of innovation in Complex Adaptive Systems, decision making and communication processes were assessed. The results show that the planned establishment of an innovation platform (IP) was not fully accomplished. As a consequence, institutionalized mechanisms for decision making and communication were not in place which challenged the participation especially of the farmers. Concepts and mechanisms such as participation and IPs had not been fully characterized beforehand which led to misunderstandings in the course of project implementation. A relation between sense of ownership and participation in decision making was found, with ownership being stronger among the group with opportunities to influence than among those groups who were informed on decisions made by others. Regarding communication, the facilitation of formal exchange among stakeholders to adjust expectations, discuss challenges and be informed on processes was not systematically implemented. The absence of a full IP in place impeded a more effective monitoring, mutual learning and decision making at all times as the project would have intended.
Regarding the project’s effects, the intended effects varied from the ones observed in the field. While the project aimed at enhancing commercial production through the water tanks, the observed effects were rather related to farmers’ basic needs such as water access and nutrition. Something that can be learned from this assessment is the importance of stakeholders’ mutual identification of desired effects in order to produce realistic outcomes and integrate the needs of stakeholders.
The discrepancy between the intentions of the project outline on the one hand and the observed processes and effects in the field on the other hand, gave some indication as to how much impact the social processes within a development project have on its outcome. At project level, the study shows that the possibility to facilitate an open-ended process in the current system of research for development is limited. As the project itself is part of a structured reality, set requirements such as duration, budget and deliverables can jeopardize open innovation processes.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
participation innovation system innovation platform farmer groups water vulnerability climate change
Schlagwörter
(Deutsch)
participation innovation system innovation platform farmer groups water vulnerability climate change
Autor*innen
Nora Faltmann
Haupttitel (Englisch)
Intentions compared to observed processes and effects
Hauptuntertitel (Englisch)
a research for development project in Uganda
Paralleltitel (Deutsch)
Absichten im Vergleich zu beobachteten Prozessen und Effekten ; ein Projekt zu Forschung für Entwicklung in Uganda
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
XVI, 110 S. : graph. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Lorenz Probst
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC11419263
Utheses ID
27920
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
