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Exploring Joseph O'Connor's narratological approach in "Star of the Sea" (2004) and "Redemption Falls" (2007)
Dominik Reichl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Franz Wöhrer
DOI
10.25365/thesis.31544
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30215.03501.773270-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Große Hungersnot in Irland sowie der Amerikanische Bürgerkrieg sind zwei der schlimmsten Katstrophen des neunzehnten Jahrhundert. Aus künstlerischer Sicht sind die Nachwirkungen dieser beiden Ereignisse dahingehend spürbar, indem sich zahllose Autoren den zwei Themenkomplexen widmen, um so, zum einen, das kollektive Trauma der Vergangenheit zu bewältigen, zum anderen, um die gegenwärtige Geschehnisse, in den durch die Hungersnot und den Bürgerkrieg betroffenen Ländern zu verstehen. Bis zur Anbruch der Postmoderne versuchten Schriftsteller deshalb einen vermeintlich authentischen Blick in die Vergangenheit zu gewähren, indem sie ihre fiktionalen Handlungen auf historischen Quellen basierten. Diese stark mit Historiographie verbundene Herangehensweise an Literatur erhob den Anspruch des Objektiven, des Authentischen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und den folgenden Umwälzungen sahen sich Autoren gezwungen sich nach neuen Repräsentationsmitteln zu bemühen, da sich die zunehmend komplexen Gesellschaftsstrukturen sowie die Schrecken des Krieges sich jeglichen bekannten Herangehensweisen entzogen, um adäquat dargestellt zu werden.
Mit der Postmoderne hielten neue Maxime der geschichtlichen Darstellung Einzug, die es nun erlaubten, den schrecklichen Ereignissen wie der Irischen Hungersnot und dem Amerikanischen Bürgerkrieg gerechter zu werden als dies noch bei Autoren der Moderne der Fall war. 150 Jahre nach den Geschehnissen gelingt es dem irischem Autor Joseph O’Connor mit seinen Romanen Star of the Sea und Redemption Falls sich den zwei historischen Themen anzunähern, indem die ausgeklügelte literarische Vorgehensweise die Komplexität der Vergangenheit reflektiert. Basierend auf verschiedensten historischem Material, gelingt es O’Connor ein Panorama an Stimmen und Stimmungen des neunzehnten Jahrhundert einzufangen, die vor allem auf drei postmoderne Kunstgriffe, Intertextualität, Fragmentierung sowie Metafiktion, zurückzuführen sind. Die Diplomarbeit versucht O’Connors Romane auf diese drei Aspekte zu untersuchen, um den daraus resultierenden Bedeutungsgewinn für den Leser und der Gesamtstruktur der Romane zu ergründen.
Durch intertextuelle Bezüge zu einzelnen Werke und Genres gelingt es dem Autor Konventionen des Literaturbetriebs zu subvertieren, wobei die Referenzen stets zwischen Hommage und Parodie pendeln. Die fragmentierte Erzählstruktur ermöglicht O’Connor unterschiedlichste Personen zu Wort kommen zu lassen, ansonsten ausgeschlossen aus der offiziellen Geschichte, der Historiographie. Die Synthese aus angesammelten subjektiven Erfahrungen gewährt somit ein vollständigeres Bild der Vergangenheit, als es ein allwissender Erzähler präsentieren könnte. Gleichzeitig verweist O’Connor mit paratextuellen Bezügen auf den manipulativen Charakter der Geschichtsdarstellung. Durch die Inklusion von Illustrationen, Epigraphen und Fußnoten wird versucht den geschichtlichen Objektivitätsanspruch zu dekonstruieren. Metafiktionelle Bezüge untermauern diese These, die in der Regel die Unmöglichkeit vergangene Realitäten authentisch zu rekonstruieren thematisieren. Weiters entlarvt O’Connor, wie üblich in postmodernen Texten, durch Metafiktion die Artifizialität seiner eigenen Werke und räumt somit mit dem Paradigma eines „wiling suspension of disbelief“ auf.
Kurzum, Star of the Sea und Redemption Falls sind exzeptionell im Kanon der Literatur betreffend der Irischen Hungersnot und des Amerikanischen Bürgerkriegs. O’Connor versuchte Romane zu entwerfen, die eine glaubhafte Version der Vergangenheit enthalten, fernab von lehrbuchmäßigen Historischen Romanen. Durch die multiperspektivische, subjektive Herangehensweise gelingt es O’Connor einen authentischeren Blick auf die Vergangenheit zu legen, als dies bei Historischen Romanen mit Objektivitätsanspruch der Fall ist.
Abstract
(Englisch)
In his two novels, Star of the Sea and Redemption Falls, Irish author Joseph O’Connor mirrors recent trends of how postmodern authors approach historical fiction. As scholarly articles are scarce on these two novels, this thesis seeks to explore some of the most fascinating aspects of postmodern historical literature, focusing on three characteristics, intertextuality, fragmentation and metafiction. Applying established literary frameworks, found in studies of recognized literary scholars, onto O’Connor’s novels, these postmodern devices are approached. First and foremost the aim is to shed some light on these phenomena in terms of their contribution to the overall plot and the effects they have on the side of the recipients. More specifically, it will be investigated how the author follows, but also subverts literary traditions, exploring some of the allusions made to specific texts of past authors, as well as to references to whole literary genres. Fragmenting his plots in the two novels in question, it will be considered how subjectivity is incorporated and how it shapes the understanding of history. As O’Connor made use of metafictional elements, it will be revealed how these instances state something about his creative processes and his overall view in regards to literature and history.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Postmodern Historical Novel Star of the Sea Redemption Falls Joseph O'Connor
Autor*innen
Dominik Reichl
Haupttitel (Englisch)
Exploring Joseph O'Connor's narratological approach in "Star of the Sea" (2004) and "Redemption Falls" (2007)
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
110 S.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Franz Wöhrer
Klassifikationen
AC Nummer
AC12006170
Utheses ID
28045
Studienkennzahl
UA | 190 | 344 | 313 |
