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Von der Zertifizierung der Natur und der Natur der Zertifizierung
wie Standards die biologische Landwirtschaft in Österreich verändert haben
Andreas Grünewald
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Ulrich Brand
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.31658
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29967.38576.695361-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel der Dissertation war es, das Aufkommen und die Rolle von Qualitätsstandards im österreichischen Biolandbau zu problematisieren und damit zugleich einen kritischen Blick auf die Standardisierung der Welt zu werfen. Dabei habe ich die These entwickelt, dass Biostandards eine neue Form des Regierens darstellen. Der Begriff des Regierens hat es mir ermöglicht, unterschiedliche theoretische Perspektiven zu verbinden: Biostandards als einen neuen Zugriff auf Natur (Politische Ökologie), Ausdruck einer Veränderung von Politik und Staatlichkeit (Staatstheorie, Ranciere), einer Reregulierung von Wertschöpfungsketten sowie einer neuen Rationalität des Regierens und damit Verbindung zwischen Fremd- und Selbstregieren (Foucault). Im historischen Teil der empirischen Studie habe ich aufgezeigt, dass der Biolandbau für Bäuerinnen und Bauern eine Möglichkeit darstellte Handlungsspielräume an den Höfen zurück zu gewinnen. Bei der Analyse der aktuellen Situation habe ich die Rolle von Biostandards in drei Bereichen beleuchtet: der Standardsetzung selbst,den Kontrollverfahren sowie der Koordination von Wertschöpfungsketten. Dabei hat sich gezeigt, dass Biostandards sich zu neuen Instrumenten der Kontrolle und Fremdbestimmung gewandelt haben, die die Handlungsspielräume auf den Höfen einschränken. Biobäuerinnen und Biobauern werden zu Qualitätsmanager_innen, was wiederum dem Handel neue Möglichkeiten zur Steuerung von Wertschöpfungsketten bietet. Einhaltung und Überprüfung von Standards drohen jedoch zu rituals of verification (Power 1997) zu werden: Während die Übereinstimmung mit Standards das zentrale Erfolgskriterium darstellt, treten die ursprünglichen Ziele des Biolandbaus wie Kreislaufwirtschaft und betriebliche Autonomie in den Hintergrund. Damit ist fragwürdig, ob Qualitätsstandards die in sie gelegte Hoffnung, einen Beitrag zu einer ökologischen und gerechteren Welt zu leisten, erfüllen können.
Abstract
(Englisch)
In my dissertation, I expound the problems of quality standards in organic agriculture and thereby critically engage with the standardization of the world. I have developed the assumption that organic standards form a new mode of governing. This makes it possible to combine different theoretical perspectives: Organic standards as a new appropriation of nature (political ecology), as part of broader changes within politics and the state (state theory, Rancière), a re-regulation of value chains as well as a rationality of governance which establishes new connections between external rules and self-regulation (Foucault). Looking at the history of organic agriculture in Austria, I have pointed out that, in the beginning, farmers considered organic farming as a way of widen their scope of action. Looking at the current situation, I have analyzed the role and the effects of organic standards in three areas: standard setting, inspections and the governance of value chains. I have come to the conclusion that organic standards have developed as an instruments of control and heteronomy. They increasingly restrict the room for maneuvre for the farmers. Organic farmers become quality managers. This fits well with the strategies of the retail sector to optimize their sourcing strategies. But compliance with and inspection of standards threatens to become "rituals of verification" (Power 1997). Whereas the compliance with standards is considered to be the central performance indicator, primal goals of organic farming get out of sight. Therefore, it is disputable if quality standards contribute to a more ecological and fairer world.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
organic farming-1 standards-2 conventionalisation-3 political ecology-4 agro-food-studies-5 state theory-6 value chain analysis-7 Austria-8
Schlagwörter
(Deutsch)
biologische Landwirtschaft-1 Standards-2 Konventionalisierung-3 Politische Ökologie-4 Agro-Food-Studies-5 Staatstheorie-6 Wertschöpfungskettenanalyse-7 gesellschaftliche Naturverhältnisse-8 Österreich-9 ökosoziale Marktwirtschaft
Autor*innen
Andreas Grünewald
Haupttitel (Deutsch)
Von der Zertifizierung der Natur und der Natur der Zertifizierung
Hauptuntertitel (Deutsch)
wie Standards die biologische Landwirtschaft in Österreich verändert haben
Paralleltitel (Englisch)
The certification of nature and the nature of certification
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
272 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Ulrich Brand ,
Christoph Görg
Klassifikationen
48 Land- und Forstwirtschaft > 48.99 Land- und Forstwirtschaft: Sonstiges ,
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie ,
89 Politologie > 89.32 Staatsformen, Regierungsformen ,
89 Politologie > 89.73 Europapolitik, Europäische Union
AC Nummer
AC11601517
Utheses ID
28149
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1