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Zustand der Streuobstbestände und deren Erhaltung als wichtige Kulturlandschaftselemente im Biosphärenpark Wienerwald
Bianca Wittmann
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Harald Wilfing
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.31710
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30116.00880.163353-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Bei den Streuobstbeständen im Biosphärenpark Wienerwald, wie in den angrenzenden Gemeinden im Westen, handelt es sich hauptsächlich um haus- und hofnahe Obstgärten. Die Bestände sind mit 1 bis 2 ha relativ klein und weisen zusätzlich geringe Stammzahlen auf. Der stets andauernde Trend der Abnahme der Streuobstflächen wird dadurch bemerkbar. Jedoch besteht ein deutliches Interesse die noch bestehenden Streuobstwiesen zu erhalten. Diese sind Restbestände der ehemals bedeutenderen Mostobst-Region, die sich durch verschiedenste Apfel- sowie Birnensorten auszeichnet. So wurden 65 Bezeichnungen für Apfelsorten und 38 Bezeichnungen für Birnensorten zusammengetragen. Die häufigsten Apfelbäume sind Lederrenetten, Weißer Klarapfel sowie Goldrenetten. Bei den Birnen dominieren Mostbirnen wie Speckbirne und Oberländer. Zwetschkenbäume spielen in den Streuobstbeständen ebenfalls eine größere Rolle. Besonderheiten wie Kriecherl, Spänlinge und Halbkulturformen wie Elsbeere und Speierling haben eine wichtige Bedeutung für die Sortenerhaltung und für die kulturlandschaftliche Geschichte der Region. Die Nutzungsintensität der Streuobstbestände variiert. Je nach Intension und Gründe für die Nutzung werden Pflegemaßnahmen getroffen und zwischen 0 – 100% der Früchte geerntet. Als Grünlandunternutzung kommt für den Großteil der Bewirtschafter die Weide bzw. Stallauslauf für Tiere in Frage. Vor allem Rinder und Schafe weiden hier unter den Obstbäumen. Werden die Früchte in größeren Mengen geerntet und diverse Produkte hergestellt, so nimmt ein Drittel der Personen deren Verkauf vor. Die häufigste Vermarktungsstrategie ist die Direktvermarktung und der Verkauf an Privatpersonen. Des Weiteren besitzen einige Landwirte eine Buschenschenke, in der sie die Früchte bzw. die hergestellten Produkte wie Most, Saft, Schnaps oder Marmeladen benötigen. Die Vermarktung in der Region mit Verkauf an einen Verband oder sonstige Unternehmen bzw. an den Einzelhandel spielt eine stark untergeordnete Rolle. Auf die Frage, ob für die Bewirtschafter Unterstützung bei der Vermarktung benötigen, antworteten 83% mit einem klaren „Nein“. Trotz der eher abneigenden Tendenz, Zurückhaltung und Skepsis sind sie jedoch einer gemeinschaftlichen Vermarktung durchaus offen und positiv eingestellt. Bei der Möglichkeit zu einer Zusammenarbeit mit dem Biosphärenpark Wienerwald Management ist das Interesse an einer persönlichen Kooperation bzw. Einbindung im Biosphärenpark Wienerwald mäßig. Dies dürfte teilweise auch mit dem Wissensstand über Projekte mit dem Biosphärenpark Wienerwald zusammenhängen, jedoch auch mit der Heterogenität der Mentalitäten der Menschen in der Region selbst. So gibt je ein Drittel an, Interesse an einer Kooperation zu haben bzw. wurde in der Vergangenheit oder Gegenwart zusammengearbeitet, das andere zieht eine Kooperation in Erwägung und der dritte Anteil hat kein Interesse an einer Kooperation. Um die Bewirtschafter der Streuobstbestände zu motivieren, ihre ökologisch wertvollen Flächen zu erhalten, scheinen andere Projekte als die Einrichtung einer Vermarktungsgemeinschaft aus derzeitiger Sicht zielführender zu sein. So sind die Bewertungen und Einschätzungen der Bewirtschafter der unterschiedlichen Aspekte und Motive entscheidend und bestimmen den Fortbestand bzw. die Nutzungsaufgabe der Streuobstbestände. Es dominieren heutzutage im Biosphärenpark Wienerwald kulturelle und ökologische Motive, warum Bewirtschafter ihre Streuobstbestände pflegen. Des Weiteren sind Aspekte für den individuellen Bedarf, sei es die Wertschätzung des eigenen Produktes oder für die Eigenversorgung von großer Bedeutung. Ökonomische Motive wie Lebensunterhalt und kostendeckende Bewirtschaftung spielen bei diesen Angaben eine kaum wichtige Rolle. Eine Mehrheit von 66% der Befragten sieht die Zukunft ihrer eigenen Streuobstbestände optimistisch, wobei nur 20,5% sich sicher sind, dass die nachfolgende Generation diese bewahren würden. Der andere Teil kann die Zukunft noch nicht einschätzen und ist sich unsicher, ob die Wertschätzung in der Familie für diese Nutzökosysteme erhalten bleibt.
Abstract
(Englisch)
Meadow orchards, or in German “Streuobstwiesen”, are meadows with scattered fruit trees which are extensively cultivated and which are a traditional landscape in the temperate climate of Europe. However, these traditional landscapes are threatened, mainly by the industrialization of agriculture. This study focuses on the meadow orchards of the Biosphere Reserve Wienerwald. In that region such meadow orchards are mainly situated around farms or in the close surrounding area of farms. The stands of trees are relatively small and contain low numbers of fruit trees. This study shows that the persistent decrease of meadow orchards is also remarkable. However, there is a distinct interest to preserve such areas which are remnants of a region of “Most”, which used to have greater importance. The word “Most” refers either to an alcoholic drink similar to cider or to either apple juice or pear juice. The biosphere reserve Wienerwald is especially characterized by different sorts of apples and pears. This study collected 65 terms for apples and 38 terms for pears. The most common apple trees in meadow orchards are “Lederrenetten” and ”Weißer Klarapfel” (White Transparent). The most popular sorts of pear trees are those which are used to produce “Most”, such as “Speckbirnen” and “Oberländer”. Special trees such as old and rare stone fruit trees, as well as chequer trees (Sorbus torminalis) or service trees (Sorbus domestica) play an important part in cultivated landscape history of that region. The intensity of usage and maintenance of meadow orchards varies and depends on the intentions and expectations of the owner. The meadows under the trees are mostly used as pastures or fenced run areas for cattle or sheep. It has been shown that a third of farmers sell their fruits or fruit products. The most common marketing strategies are the farmer-to-consumer direct marketing and yard sale. Furthermore, some farmers own a tavern where they need their self-made fruit products. Marketing strategies such as selling products to an association or company play only a minor role. 83% of meadow orchard owners declined the need for help with marketing their products. Although there was an ambience of disinclined answers, restraint and skepticism some farmers were, however, interested participating in a marketing community. Concerning the possibility of cooperating with the management of the Biosphere Reserve Wienerwald, the interviewees remarked only a moderate interest. However the publicity about projects or the development of projects with the key aspect to motivate farmers to preserve their meadow orchards are further needed. Important factors, leading either to the preservation or the give-up, are personal validations of ecological or traditional values and economic considerations. Furthermore, reasons as to satisfy individual needs of fruits or appreciation of the self-made products are also very important. Economical motives, such as producing fruits to earn one’s livelihood or cost-covering land use, play a minor part. 66% of the people surveyed have an optimistic view of the future of their own meadow orchards. However, only 21% of meadow orchard owners are sure that the following generation will preserve them. The remainder does not feel confident in making estimates about the future of their meadow orchards and is unsure whether the appreciation for these little habitats and ecosystems will be adopted by future generations.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
meadow orchards Biosphere Reserve Wienerwald traditional landscape
Schlagwörter
(Deutsch)
Streuobst Streuobstwiesen Biosphärenpark Wienerwald Kulturlandschaft
Autor*innen
Bianca Wittmann
Haupttitel (Deutsch)
Zustand der Streuobstbestände und deren Erhaltung als wichtige Kulturlandschaftselemente im Biosphärenpark Wienerwald
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
79 S. : graf. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Harald Wilfing
Klassifikationen
42 Biologie > 42.97 Ökologie: Sonstiges ,
43 Umweltforschung > 43.99 Umweltforschung, Umweltschutz: Sonstiges ,
48 Land- und Forstwirtschaft > 48.10 Regionale Land- und Forstwirtschaft ,
74 Geographie > 74.11 Kulturlandschaft
AC Nummer
AC11186922
Utheses ID
28193
Studienkennzahl
UA | 066 | 833 | |
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