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Tourism development in Thethi, northern Albania
a future scenario analysis from a community's perspective
Laura Bischof
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Harald Wilfing
DOI
10.25365/thesis.31773
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30274.35214.422664-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Thethi ist eine weitläufige Streusiedlung im Tal des Shala Flusses in Nordalbanien, einer der ärmsten und abgelegensten Regionen Europas. Durch die kaum vorhandene Infrastruktur und die alpine Abgeschiedenheit bietet das Dorf keinerlei ökonomische Perspektiven. Die lokale Bevölkerung betreibt Subsistenzlandwirtschaft und lebt in ärmlichen Verhältnissen. In den letzten Jahren wird sanfter Ökotourismus mehr und mehr als Instrument zur Finanzierung von Naturschutz und zur Armutsbekämpfung gesehen. Theoretisch kann die lokale Bevölkerung durch eine nachhaltige Regionalentwicklung, verbesserte Infrastruktur und die Entstehung von Arbeitsplätzen von Ökotourismus profitieren. Gleichzeitig bietet der ökonomische Profit durch Ökotourismus ein Argument zum Schutz der Umwelt, ökologisch achtsames Verhalten wird gefördert und eine sensible Ressourcennutzung angestrebt. Die albanische Regierung arbeitet an der Entwicklung von nachhaltigem Ökotourismus im bergigen Norden um die regionale Armut zu bekämpfen, die lokale Wirtschaft anzukurbeln und zugleich die nahezu unberührte Berglandschaft und den kulturellen Reichtum der Region zu schützen. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen von Ökotourismus müssen allerdings viele potentiell negative Tourismuseinflüsse berücksichtigt werden um die Tourismusentwicklung nachhaltig zu gestalten. Erfolgreiche Tourismusprojekte führen oft zu einer erhöhten Anzahl an Touristen und somit steigen potentiell auch negative Einflüsse wie Umweltverschmutzung, Bodenerosion und Biodiversitätsverlust. Durch diese negativen Einflüsse wird die wichtigste Ressource des Ökotourismus, die Natur, bedroht. Verschiedene, möglicherweise negative, sozio-ökonomische Einflüsse auf die lokale Bevölkerung sind ebenso zu berücksichtigen. Mehrere negative Tourismuseinflüsse gefährden derzeit die Entwicklung von nachhaltigem Ökotourismus in Thethi und dem umliegenden Nationalpark. Das Ziel dieser Masterarbeit ist es, mögliche Zukunftsentwicklungen des Dorfes durch die Durchführung einer Szenarioanalyse zu erarbeiten und ein holistisches Bild der momentanen Situation in Thethi darzustellen. Eine große Herausforderung der Nachhaltigkeitsforschung ist es, mögliche Zukunftsentwicklungen von komplexen sozio-ökologischen Systemen zu erarbeiten, wobei Unsicherheiten, Überraschungen und der menschliche Wille miteinbezogen werden müssen. Die Szenarioanalyse ist eine wissenschaftliche Methode zur Beschreibung von hypothetisch möglichen Zukunftszuständen eines Systems und zur Laura Bischof Masterthesis 2013/2014 7 Erklärung der Entwicklungen und Dynamiken die zu diesen Zuständen führen. Da menschliche Akteur wichtige Faktoren einer nachhaltigen Entwicklung darstellen, bieten partizipative, transdisziplinäre Szenarioanalysen ein wichtiges Instrument zur Integration von menschlichen Werten und Vorstellungen in die Nachhaltigkeitsforschung. In dieser Studie wurden qualitative Zukunftsszenarien aus Sicht der Dorfbewohner von Thethi erarbietet um deren Einstellung zum Tourismus, sowie deren Bewusstsein für negative Einflüsse zu untersuchen. Es wurde untersucht, ob die mit den Dorfbewohnern erarbeiteten Zukunfsszenarien Potential für nachhaltigen Ökotourismus zeigen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die interviewten Dorfbewohner zuversichtlich sind, dass der Tourismus die ökonomische Situation der Bevölkerung verbessern wird. Die Dorfbewohner streben eine ökologisch achtsame Tourismusentwicklung an. Trotzdem sind finanzieller Profit und eine bessere Infrastruktur, auf Grund der extrem schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in der Region, die Priorität der Dorfbewohner. Das derzeitige Tourismusgeschäft im Nationalpark Thethi weist mehrere Probleme in allen Domänen der Nachhaltigkeit auf und verschiedene Schwierigkeiten erschweren eine nachhaltige Tourismusentwicklung. Umweltverschmutzung durch Abwässer und Festmüll sowie Bodenerosion und Veränderungen der Artenzusammensetzung bedrohen den Nationalpark, das Management dieser negativen Umwelteinflüsse ist unzureichend und ineffizient. Die Dorfgemeinschaft verliert durch fremde Reiseargenturen an Kontrolle über die Entwicklung in ihrem Dorf und ein großer Teil des Profits kommt nicht bei der lokalen Bevölkerung an. Die erarbeiteten Zukunfsszenarien zeigen, dass die interviewten Personen die vom Tourismus direkt profitieren eine positivere Einstellung haben als jene, die nicht vom Tourismus profitieren. Alle Interviewpartner waren sich gewisser negativer Einflüsse auf die Gemeinschaft und die Umwelt bewusst, allerdings wird die Gewichtigkeit der Auswirkungen durch einen Mangel an Wissen über Tourismus und Ökologie unterschätzt. Der Aufbau von entsprechenden Kompetenzen innerhalb der Dorfgemeinschaft, sowie besseres Management und Planung der Tourismusentwicklung ist dringend notwendig um negativen Auswirkungen des Tourismus auf die lokale Bevölkerung sowie auf die Umwelt entgegen zu wirken.
Abstract
(Englisch)
The village Thethi is located in the upper Shala valley in the northern Albanian Alps, one of the poorest and most remote regions in Europe. The village is poor in economic perspectives for local people because of the mountainous position, low infrastructure and no possibilities of employment. In the past decade, ecotourism is more and more seen as a possible tool to support sustainable rural development and nature conservation, and to provide local economic benefits while maintaining ecosystem integrity through low-impact behaviour and a sensible use of natural resources. To tackle poverty and to improve rural development in the region, the Albanian government aims to develop sustainable ecotourism to promote economic development while at the same time conserving the rich natural and cultural values of the region. Despite of its benefits, many possible negative tourism impacts need to be considered in order to develop tourism in a sustainable way. The great paradox of ecotourism is that its success may lead to its demise on the long term. Successful ecotourism development may lead to a higher number of tourists which leads to an increase of negative visitor impacts like trail erosion, water pollution, solid waste generation and habitat disturbance, thus seriously threatening the recourses on which ecotourism depends. Several negative tourism impacts threaten the sustainable tourism development in Thethi. For investigating possible future developments of the village and for achieving a holistic picture of tourism development in Thethi, a Scenario Analysis was conducted in this study. It is a key challenge of sustainability science to discover the wide range of possible future developments in socio-environmental systems under conditions of complexity, uncertainty, surprise and human choice. The Scenario Analysis is a scientific technique to describe hypothetical future states of a system and to provide information on its development up to this state. Human actors with their values and attitudes are important internal features of sustainable development. Participatory approaches of Scenario analysis offer a powerful tool for integrating stakeholder perceptions and values into sustainability science. This study aimed to draw possible future scenarios for the tourism development in Thethi from a community’s perspective to investigate how the village will develop from a community’s point of view, to see if there is awareness about possible negative tourism impacts and to see if the community-built scenarios show potential for environmentally sound ecotourism. The results of this study show that the community is optimistic that tourism will improve the economic situation of the community and the community aims environmentally friendly tourism. Still, economic benefits and infrastructural improvement are the main priority. The current tourism development shows several problems in all domains of sustainability and several obstacles are faced to improve the situation. The elaborated future scenarios show that the interviewees who gain direct benefits from tourism have a more optimistic view than those who are not involved. There is awareness about negative tourism impacts on the environment but the severity of those impacts is underestimated due to a lack of tourism knowledge and ecological education. Community capacity building and a better management and planning of tourism development is urgently needed to mitigate tourism trade-offs.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
ecotourism sustainable development albaniay thethi tourism shala national park
Schlagwörter
(Deutsch)
Ökotourismus nachhaltige Entwicklung Albania Nationalpark Thethi Shala Tourismus
Autor*innen
Laura Bischof
Haupttitel (Englisch)
Tourism development in Thethi, northern Albania
Hauptuntertitel (Englisch)
a future scenario analysis from a community's perspective
Paralleltitel (Deutsch)
Tourismusentwicklung in Thethi, Nordalbanien: Eine Szenarioanalyse aus Perspektive der Dorfgemeinschaft
Paralleltitel (Englisch)
Tourism development in Thethi, northern Albania: A future scenario analysis from a community’s perspective
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
81 S. : graf. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Harald Wilfing
Klassifikationen
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.30 Naturwissenschaften in Beziehung zu anderen Fachgebieten ,
42 Biologie > 42.97 Ökologie: Sonstiges ,
43 Umweltforschung > 43.33 Umweltfreundliche Nutzung natürlicher Ressourcen ,
43 Umweltforschung > 43.48 Regionale Umweltprobleme ,
76 Sport > 76.60 Erholung, Tourismus: Allgemeines
AC Nummer
AC11636891
Utheses ID
28252
Studienkennzahl
UA | 066 | 833 | |
