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Die historischen Romane des Leo Perutz
Rene Bachmayer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Wynfrid Kriegleder
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.31902
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30184.29649.478261-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich intensiv mit den historischen Romanen von Leo Perutz. Am Beginn erfolgen notwendige theoretische Ausführungen zur Gattung und der Geschichte des Geschichtsroman. Die sechs Geschichtsromane werden einer ausführlichen Analyse unterzogen. Ausgehend von der These, dass die historischen Romane von Leo Perutz anders seien, unterzieht die vorliegende Arbeit seine Geschichtsromane einer gründlichen Analyse. Dabei wird auf den unterschiedlichsten Ebenen untersucht, welche werkübergreifenden Gemeinsamkeiten die Texte aufweisen, um daraus ein typisches Schema für den historischen Roman von Leo Perutz ableiten zu können und davon weitergehend dann zu untersuchen, inwieweit sich die Werke von den klassischen Genrevertretern und Modellen des 19. Jahrhunderts, aber auch von denen der Zeitgenossen von Perutz, unterscheiden und wo es eventuell Gemeinsamkeiten gibt. Die Arbeit hat gezeigt, dass die einzelnen historischen Romane von Leo Perutz große Entsprechungen aufweisen und nach ähnlichen Mustern funktionieren. In sämtlichen Texten lassen sich gewisse Leitmotive feststellen, die den Verlauf der Handlung und das Schicksal der Figuren bestimmen. Die Motive tragen stark zu der großen Ambiguität der Romane bei und verwirren den/die LeserIn häufig, was sehr untypisch für historische Romane ist, die normalerweise linear und objektiv erzählt sind und sich nicht durch Mehrdeutigkeit auszeichnen. Perutz zeigt stets Individuen, die von großen Identitätsproblemen geplagt sind und gespaltene Persönlichkeiten an den Tag legen. Durch seine subjektive Erzählweise, die sich ebenfalls sehr stark von den klassischen Genrevertretern abgrenzt und typisch für die Moderne um 1900 ist, wird es für den Rezipienten noch mehrdeutiger und schwieriger zu erkennen, was in den Texten wirklich real ist und was nicht. Letztendlich verstärkt auch die Struktur seiner Romane, die mit ihren teilweise kompliziert verschachtelten Rahmentechniken wiederum sehr untypisch für das Genre ist, die Ambiguität seiner Texte. Das „Andere“ in den Romanen von Perutz ist eindeutig seine große Opposition zum Realismus, die sich bei ihm sowohl in Motivwahl und Struktur als auch in Erzählweise und Figurenzeichnung zeigt. Auch sein Umgang und sein Verständnis von Geschichte und wie sie funktioniert unterscheidet ihn von den konventionellen Vertretern des 19. Jahrhunderts. Dennoch weisen die historischen Romane von Leo Perutz auch Gemeinsamkeiten mit den klassischen Vertretern des Genres auf. Daher können die historischen Romane von Leo Perutz am besten als Geschichtsromane der literarischen Moderne bezeichnet werden. Insgesamt lässt sich nichtsdestotrotz sagen, dass, aufgrund der unkonventionellen Motive und der komplizierte Struktur, die historischen Romane von Leo Perutz einzigartig in der Geschichte der Gattung sind.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Leo Perutz Historischer Roman
Autor*innen
Rene Bachmayer
Haupttitel (Deutsch)
Die historischen Romane des Leo Perutz
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
129 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wynfrid Kriegleder
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.97 Texte eines einzelnen Autors
AC Nummer
AC11458338
Utheses ID
28365
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 313 |
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