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Recht hat wer Recht macht?!
eine Betrachtung des kolumbianischen Rechtspluralismus unter besonderer Berücksichtigung der indigenen Volksgemeinschaft der Wayuu
Sophie Jackl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Rene Kuppe
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.32041
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29086.71211.809153-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In jeder Gemeinschaft kommt es unweigerlich zu Konflikten. Die Gesellschaften unterscheiden sich in der Art und Weise, wie sie diese lösen. Mit der Staatenbildung in Lateinamerika trafen verschiedene Rechtssysteme aufeinander und führten so zu einem Rechtspluralismus, welcher in Kolumbien mit der Verfassung von 1991 offiziell anerkannt wurde. Durch die Integration des Rechtspluralismus in den kolumbianischen Staat erkennt dieser die Diversität der Bevölkerung an und ermöglicht so eine individuelle kulturelle und ethnische Entfaltung. Trotz der staatlichen Anerkennung der indigenen Rechtsprechungen stehen diese nicht gleichwertig neben dem staatlichen Rechtssystem. Die indigene Rechtsprechung ist an Konditionen gebunden und die Tatsache, einer indigenen Gruppe anzugehören, ist kein Garant für das Recht auf das indigene Sonderrecht. Der Verfassungsgerichtshof versucht stets, eine Balance zwischen einer möglichst uneingeschränkten Autonomie der indigenen Rechtsprechung und der Wahrung der fundamentalen Rechte, die in der Verfassung festgelegt wurden, zu finden. So hat der Verfassungsgerichtshof Vorgaben für die Koordination und die Lösung von Kompetenzkonflikten zwischen der indigenen Rechtsprechung und dem nationalen Rechtssystem erarbeitet. Diese Konflikte der Zuständigkeit sind in der vorliegenden Arbeit das zentrale Thema und so wird folgende Forschungsfrage gestellt: Welche Konflikte der Zuständigkeit zwischen dem nationalen kolumbianischen Rechtssystem und dem indigenen Rechtssystem der Wayuu können anhand von Fallbeispielen aufgezeigt werden? In Bezug auf die Forschungsfrage stelle ich die Hypothese auf, dass verschiedene Arten von Konflikten in Bezug auf die Zuständigkeit zwischen dem kolumbianischen Rechtssystem und dem indigenen Rechtssystem der Wayuu auftreten können. Die Ausarbeitungen der Koordination sowie der Kompetenzkonflikte zwischen den indigenen Rechtsprechungen und dem nationalen Rechtssystem, speziell auf die indigene Gemeinschaft der Wayuu bezogen, ergab, dass die Konflikte der Zuständigkeit meist auf fehlender Sensibilisierung sowohl vonseiten der staatlichen Mitarbeiter als auch vonseiten der involvierten indigenen Personen beruhen. Eine Sensibilisierung der Bevölkerung könnte eine Möglichkeit für eine breitere Akzeptanz der ethnischen und kulturellen Diversität des Landes sein.
Abstract
(Englisch)
The emergence of conflicts is inevitable in every community, but each society has its own way of dealing with it. During the state building in Latin America, different legal systems encountered each other and lead to a legal pluralism, which was officially recognized in Columbia in 1991, when the constitution was promulgated. Through the integration of legal pluralism in the Colombian government, the diversity of the population is recognized and thus an individual cultural and ethnic development is allowed. Despite governmental recognition of indigenous jurisdictions, they do not stand on a par with the national legal system. The indigenous jurisdiction is bound to conditions - to belong to an indigenous group is no guarantee for holding the right to the indigenous privilege. The Constitutional Court will always try to find a balance between an autonomy of indigenous justice that is as unrestricted as possible and the preservation of fundamental rights that have been established in the Constitution. Thus, the Constitutional Court has established guidelines for the coordination and solving of conflicts of jurisdiction between the indigenous jurisdiction and the national legal system. These conflicts of jurisdiction are the main subject of the work in hand and thus the following research question is posed: Which conflicts of jurisdiction between the national Colombian legal system and the legal system of the indigenous Wayuu can be demonstrated using case studies? Regarding the research question, the hypothesis is put forward that various types of conflicts may arise with respect to the competence between the Colombian legal system and the legal system ofthe indigenous Wayuu. The elaborations of coordination as well as the conflicts of jurisdiction between the indigenous and the national legal system, specifically related to the indigenous community of Wayuu, revealed that the conflicts of jurisdiction are usually based on a lack of awareness of both the government employees and the involved indigenous people. Raising the population’s awareness could be a possibility for developing wider acceptance of ethnic and cultural diversity within the country.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
legal pluralism conflict of jurisdiction between the indigenous an the national legal System ley wayuu indigenous community of Wayuu
Schlagwörter
(Deutsch)
Rechtspluralismus Kompetenzkonflikte zwischen der indigenen Rechtsprechung und dem nationalen Rechtssystem ley wayuu indigene Gemeinschaft der Wayuu
Autor*innen
Sophie Jackl
Haupttitel (Deutsch)
Recht hat wer Recht macht?!
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Betrachtung des kolumbianischen Rechtspluralismus unter besonderer Berücksichtigung der indigenen Volksgemeinschaft der Wayuu
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
267 S. : graph. Darst., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Rene Kuppe
Klassifikationen
73 Ethnologie > 73.71 Recht, Normen ,
73 Ethnologie > 73.74 Interethnische Beziehungen ,
86 Recht > 86.10 Recht einzelner Länder, Gebiete und Völker
AC Nummer
AC11632611
Utheses ID
28488
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1