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Sexuelle Orientierung als Asylgrund
Entwicklungen der europäischen Asylrechtspraxis am Beispiel Deutschlands
Jessica Johanna Hempel
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Elisabeth Holzleithner
DOI
10.25365/thesis.32050
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30439.86212.961253-8
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Zurückweisung von lesbischen, schwulen und bisexuellen (LGB) Flüchtlingen durch die
deutsche Asylrechtspraxis verwehrt vielen LGB-Antragsteller_innen .Schutz vor Verfolgung.
Trotz der Anerkennung der sexuellen Orientierung als Verfolgungsgrund durch die
Europäische Union bestehen große Differenzen zwischen den EU-rechtlichen Vorgaben und
der nationalen Spruchpraxis. Einerseits wurde von LGB-Flüchtlingen verlangt, ihre sexuelle
Orientierung im Heimatland „diskret“ und „im Verborgenen“ zu leben, da sie auf diese Weise
einer Verfolgungsgefahr ausweichen könnten, andererseits moniert eine menschenrechtlich
motivierte Perspektive, dass die Bestrafung von Homosexualität im Herkunftsland bereits
Verfolgung im Sinne des internationalen Flüchtlingsschutzes bedeute und daher
entsprechender Schutzstatus zuerkannt werden müsse. Ausgehend vom internationalen
Rahmenwerk der Genfer Flüchtlingskonvention werden die europäischen
Asylrechtsentwicklungen des letzten Jahrzehnts nachgezeichnet hinsichtlich der Frage, wie
sich die Flüchtlingsanerkennungspraxis für LGB-Personen in Deutschland gestaltet und
verändert hat. Die Anerkennungsstrategien u. a.innerhalb der deutschen Rechtsprechung der
vergangenen Jahre haben grundlegende Fragen aufgeworfen, hinsichtlich der
Glaubwürdigkeitsprüfung und der Beweisbarkeit der sexuellen Orientierung im
Asylverfahren, sowie der Beschränkung ihres Schutzbereichs und der damit einher gehenden
Forderung, durch verheimlichendes Verhalten der Gefahr von Verfolgung entgehen zu
können. Dies hat zu einer weitreichenden Debatte über das differenzierte Verständnis von
Geschlechterverhältnissen in ihrer Vieldimensionalität auf europäischer Ebene geführt. Dieses
Diskussionsfeld birgt das Potenzial der europäischen Anerkennungspolitik, durch
entsprechende Sensibilisierung offen zu sein für die verschiedenen Arten, in denen LGB-Flüchtlinge
binäre und heteronormative Geschlechtermatrizen durchkreuzen und
Stereotypisierungen zu vermeiden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
sexuelle Orientierung Flüchtlingsrecht Asylrecht Deutschland
Autor*innen
Jessica Johanna Hempel
Haupttitel (Deutsch)
Sexuelle Orientierung als Asylgrund
Hauptuntertitel (Deutsch)
Entwicklungen der europäischen Asylrechtspraxis am Beispiel Deutschlands
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
98 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Elisabeth Holzleithner
Klassifikationen
86 Recht > 86.09 Rechtsgeschichte ,
89 Politologie > 89.73 Europapolitik, Europäische Union
AC Nummer
AC11584431
Utheses ID
28496
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
