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Mehr mit Mehrwert?
ein dispositiver Vergleich von 2D- und 3D-Film
Sebastian Jonas Fridolin Avenarius
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Ulrich Meurer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.32093
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29923.26892.981762-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Inspiriert von der vermehrten 3D-Film-Produktion seit dem enormen finanziellen Erfolg von Avatar Ende 2009, aber auch von den weitaus unbekannteren 3D-Filmen der Zapruder Filmmakersgroup wird versucht, ein möglichst gründliches und umfassendes Verständnis über die Unterschiede von 2D- und 3D-Film zu vermitteln. Dabei wird mitbedacht, welche Konsequenzen diese auf Dramaturgie und Zuschauerpsychologie haben bzw. haben können. Von Interesse sind hier nicht historische, technische oder ökonomische Aspekte, sondern Struktur, Wahrnehmung und Wirkung der Filme. In einer Bewegung von außen nach innen, vom Offensichtlichen zum Latenten wird der Frage nachgegangen, ob die Tatsache, dass in 3D-Filmen mehr als in 2D-Filmen gezeigt werden kann, eine tiefgreifendere Bindung von Betrachtern zum Film impliziert. Ist uns etwas, das uns mehr bietet, mehr wert? Da sich in Filmen Körper in einer bestimmten zeitlichen Organisation durch Räume bewegen, sind Raum, Zeit und Körper neben der Brille, die bei allen heute üblichen Wiedergabemethoden zur Betrachtung von 3D-Filmen aufgesetzt werden muss, die Kategorien, in denen die dispositiven Gegebenheiten untersucht werden. Ist 3D z. B. entscheidend oder unbedeutend für die Raumwahrnehmung? Sind 3D-Bilder grenzenlose Bilder? Erfordert 3D eine andere Schnittfrequenz? Verursachen 3D-Filme Kopfschmerzen oder schulen sie die Wahrnehmung für 3D im Allgemeinen? Sieht man in 3D einzelne in die Tiefe gestaffelte, aber in sich flache Schichten? Verhindert die 3D-Brille eine ungetrübte Rezeption? Die in den meisten Fragen oppositionellen Antworten aus gedruckten und Online-Quellen werden anhand der eigenen Wahrnehmung und mit Bezugnahme auf 127 Filme analysiert, abgeglichen und bewertet. Die Kernfrage – Steigert 3D die Immersion? – wird mit Jean Baudrillards Gedanken über das Verhältnis von Produktion und Seduktion sowie mit Marshall McLuhans Konzeption von heißen und kalten Medien parallelisiert. Darauf aufbauend wird gezeigt, dass sich das Problem nur lösen lässt, wenn die Immersion in eine passive und eine aktive unterteilt wird. Die passive Immersion ist umso größer, je detailreicher die Bildinhalte präsentiert werden. Eine aktive Immersion kann im Gegensatz dazu nur erzeugt werden, wenn es genügend Leerstellen gibt, die von der eigenen Vorstellungskraft ausgefüllt werden können. Die passive Immersion wird zweifelsohne durch 3D gesteigert, die aktive Immersion jedoch tendenziell eher vermindert, was allerdings, wie auch dargelegt wird, nicht zwingend der Fall sein muss. Die wohl relevanteste, die medialen Eigenschaften betreffende Erkenntnis ist, dass es keineswegs der dreidimensionale Raum ist, den 3D-Filme im Gegensatz zu 2D-Filmen wiedergeben können, sondern einerseits ein unmittelbar ersichtliches Volumen und andererseits Zwischenräume und Distanzen. Durch Letzteres verwirklichen sie das Paradoxon, etwas Unsichtbares verbildlichen zu können, ohne ihm dabei ein Bild geben zu müssen. Mit der nachvollziehbaren Erörterung unter anderem dieser These wird in der Arbeit Wissen produziert, das als Grundlage für weiterführende Überlegungen in einem 3D-Diskurs dienen kann, der momentan auf zahlreichen Fehlannahmen beruhend Gefahr läuft, eher in die Irre führt anstatt Klarheit zu schaffen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
3D Dispositiv Immersion
Autor*innen
Sebastian Jonas Fridolin Avenarius
Haupttitel (Deutsch)
Mehr mit Mehrwert?
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein dispositiver Vergleich von 2D- und 3D-Film
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
191 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ulrich Meurer
Klassifikation
24 Theater > 24.31 Systematische Filmwissenschaft
AC Nummer
AC11624341
Utheses ID
28531
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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