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Die mütterliche Feinfühligkeit in Abhängigkeit vom sozioökonomischen Status der Mutter
Lena Sophia Catharina Ferstl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ursula Kastner-Koller
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.32109
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29520.77652.997660-0
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, festzustellen, ob die mütterliche Feinfühligkeit vom sozioökonomischen Status der Mutter abhängt. Mit Hilfe des Beobachtungsinventars INTAKT (Hirschmann, Aigner, Deimann & Kastner-Koller, 2013) lässt sich die Qualität einer Mutter-Kind-Interaktion beurteilen. Nach der Besprechung der Grundzüge der Bindungstheorie, wird das Konstrukt der Feinfühligkeit, wie es auch INTAKT zu Grunde liegt, erläutert und auf die Rolle der mütterlichen Sensitivität in der Entwicklung eines Kindes eingegangen. Bereits einige vorangehende Untersuchungen beschreiben den sozioökonomischen Status als große Einflussgröße auf die Fähigkeit der Mutter, feinfühlig zu sein (Richman et al., 1992; Valenzuela, 1997; Halpern et al., 001; Tamis-LeMonda et al., 2009; Gudmundson, 2012; Emmen et al., 2012). Für das Vorhaben wurde primär nach Frauen mit niedrigem sozioökonomischen Status gesucht, da bereits genügend Daten von Müttern mit höherem sozioökonomischen Status vorlagen. Als Kennzeichen diente vor allem das Bildungsniveau. Schließlich gelang es 30 Mutter-Kind-Paare zu rekrutieren, bei denen die Frauen keine Matura absolviert hatten und die sich dazu bereit erklärten, in einer etwa einstündigen Spiel- und Bastelsituation, wie sie INTAKT vorsieht, gefilmt zu werden. Insgesamt wurden die Feinfühligkeitswerte von 128 Müttern mit ihren 3 bis 5;11 Jahre alten Kindern untersucht. Nachdem alle teilnehmenden Mütter den zwei Gruppen Matura oder keine Matura zugeteilt wurden, zeigte sich, dass bei Müttern mit höherem sozioökonomischen Status signifikant feinfühligeres Verhalten beobachtet wurde. Das Bildungsniveau der Mutter kann 18 Prozent der Varianz in der Variable Feinfühligkeit erklären. Des Weiteren scheint auch das Alter der Mutter mit ihrer Fähigkeit, feinfühlig zu sein, signifikant korreliert. Bei den älteren Müttern wurde durchschnittlich eine größere Feinfühligkeit beobachtet. Es zeigte sich außerdem, dass Mütter der höheren Schicht durchschnittlich auch älter waren. In einer multiplen Regressionsanalyse erwies sich das Alter der Mutter bei Konstanthalten der übrigen Prädiktoren nicht mehr als signifikante Einflussgröße auf ihre Feinfühligkeit. Zusätzlich liefern die Daten auch Hinweise darauf, dass Mütter ihren Töchtern gegenüber feinfühliger sind, sowie die Anwesenheit des Vaters im Haushalt die Sensitivität positiv beeinflusst. In der Regressionsanalyse erwies sich abgesehen vom Bildungsniveau der Frau nur das Geschlecht des Kindes als signifikanter Einflussfaktor. Für weitere Untersuchungen auf diesem Themengebiet ist es von Bedeutung, zu bedenken, dass durch den sozioökonomischen Status lediglich 18 Prozent der Varianz der mütterlichen Feinfühligkeit erklärt werden können. Auch unter Einbeziehung vom Alter der Mutter, dem Geschlecht des Kindes sowie der Anwesenheit des Vaters im gemeinsamen Haushalt können bloß 27 Prozent der Varianz erklärt werden. Dieses Ergebnis weißt wie schon Bornstein et al. (2007) darauf hin, dass die mütterliche Feinfühligkeit von vielen Variablen abhängt.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
mütterliche Feinfühligkeit Mutter-Kind-Interaktion sozioökonomischer Status INTAKT
Autor*innen
Lena Sophia Catharina Ferstl
Haupttitel (Deutsch)
Die mütterliche Feinfühligkeit in Abhängigkeit vom sozioökonomischen Status der Mutter
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
108 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ursula Kastner-Koller
Klassifikation
77 Psychologie > 77.08 Psychologische Diagnostik
AC Nummer
AC11601960
Utheses ID
28545
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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