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Denkmäler für österreichische Wehrmachtsdeserteure
Widersprüche und Mängel heimischer Vergangenheitsaufarbeitung
Peter Bruck
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Walter Manoschek
DOI
10.25365/thesis.3274
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29318.74294.880766-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Diplomarbeit versucht Widersprüche und Mängel der österreichischen Erinnerungskultur an Hand des Umgangs mit ehemaligen Wehrmachtsdeserteuren ausfindig zu machen und zu erläutern. Als besonders kontrovers kann die Frage eines Deserteursdenkmals eingestuft werden, gerade weil in Österreich im Gegensatz zu Deutschland bis heute keines existiert. Das erste Großkapitel behandelt die Situation ehemaliger Wehrmachtsdeserteure in sozial- und justizpolitischer Hinsicht. Dabei kehrt die Einsicht ein, dass mit Kriegsopfern entschieden großzügiger umgegangen wurde als mit NS- Opfern, gerade was sozialrechtliche Ansprüche angeht. Auch zeigt sich, dass Personen, die gegen NS- Recht verstoßen haben, teilweise massivste Schwierigkeiten hatten, rehabilitiert zu werden. Das zweite Großkapitel beschäftigt sich zu erst mit den theoretischen Funktionen von Denkmälern und dann dem spezifischen Charakter österreichischer Denkmalpolitik. Hier analysiere ich, wie der politische Hintergrund die jeweiligen Denkmalphasen direkt mitbeeinflusst hat, und wer im öffentlichen Gedächtnis auf der Strecke blieb. Am Ende beider Kapitel folgt ein kurzer Vergleich mit der jeweiligen Situation in der Bundesrepublik Deutschland. Es handelt sich dabei nicht um einen strikten politikwissenschaftlichen Vergleich, bei dem beide Objekte gleichberechtigte Partner sind, die an Hand verschiedener Kriterien analysiert werden. Vielmehr soll die deutsche Situation die Eigentümlichkeiten Österreichs unterstreichen. Im empirischen Teil der Arbeit soll durch eine Akteursanalyse des Politikfelds Vergangenheitspolitik der politische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Diskurs bezüglich der Deserteursfrage beschrieben und dadurch die in den vorangegangenen Kapiteln im Theoretischen betrachteten Probleme in der Praxis veranschaulicht werden. Da sich die tatsächlich geführten politischen Diskurse über Deserteursdenkmäler quantitativ in Grenzen halten, also keine Fülle an Wortprotokollen der verschiedenen Körperschaften der Legislative zu finden sind, wurde der Diskurs durch Interviews nachgestellt. Zu diesen wurden Personen von politischen Parteien, der Wissenschaft und Personengruppen herangezogen. Die Interviews werden durch eine anschließende Analyse qualitativ erhoben. Der theoretische und empirische Teil sollen sich zu einer präzisen Analyse österreichischer Erinnerungskultur verdichten, dessen Kontroversen in den verschiedensten Teilen der Bevölkerung zu Tage treten.
Abstract
(Englisch)
My work of diploma tries to trace and explain contradictions and flaws of the Austrian way of dealing with its past in national socialism by analyzing the situation of the deserters of the Wehrmacht. The question of a memorial to honor deserters can be seen as a very special controversy, though no such thing exists in Austria, while memorials like these are common sense in Germany. The first big chapter deals with the situation of former deserters concerning Austrias policies of the department of justice and the social system. It is to be found that the officials were much more generous with war victims than they were with victims of the NS, especially concerning social claims. Also, those people who broke NS-laws often had tough times getting rehabilitated. The second big chapter first deals with the theoretical functions of memorials, then I show the specific character of the Austrian memorial policy. I analyze how the political background influenced the different phases of memorial policies and which people were abandoned from public memory. In the end of each chapter there is a comparation to the respective situation in Germany. I have to state that this in no strict comparation in terms of political science where both objects are equal partners but rather a method to underline the specialities of the Austrian situation. In the empirical part of my work I try to describe the political, social and academical controversy concerning deserters by interviewing people involved in the policy such as politicians, scientists and represantatives of NGOs. By doing so I try to prove practically what I have found out theoretically in the preceding chapters. For there are only few political debates concerning memorials of deserters that have actually taken place, the interviews were absolutely necessary to describe the controversy. In the end of this part I analyze the interviews to finish my qualitative evaluation. Both the empirical and the theoretical part shall take shape to one precise analysis of the Austrian way to deal with their past which controversies go on in many different parts of society.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
monuments deserters national socialism public memory
Schlagwörter
(Deutsch)
Erinnerungskultur Wehrmachtsdeserteure Denkmalpolitik Vergangenheitsaufarbeitung Nationalsozialismus
Autor*innen
Peter Bruck
Haupttitel (Deutsch)
Denkmäler für österreichische Wehrmachtsdeserteure
Hauptuntertitel (Deutsch)
Widersprüche und Mängel heimischer Vergangenheitsaufarbeitung
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
124 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Walter Manoschek
Klassifikation
89 Politologie > 89.41 Staat und einzelne Gruppierungen
AC Nummer
AC07505560
Utheses ID
2864
Studienkennzahl
UA | 300 | | |
