Detailansicht
Seasonal course of larval drift of selected native and invasive benthic fish species along two different shore types in the main channel of a large river (Danube, Austria)
David Ramler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Hubert Keckeis
DOI
10.25365/thesis.32241
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29859.80513.961463-1
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Drift früher Entwicklungsstadien ist ein wichtiger Bestandteil im Lebenszyklus vieler Flussfischarten. Sie dient der Verbreitung und stellt sicher, dass die Larven an geeignete Aufwuchshabitate gelangen, die Schutz und Nahrung bieten. Durch die gewässer-morphologischen und hydraulischen Veränderungen der intensiven Regulierung der meisten Flüsse hat die Verfügbarkeit von Laich- und Larvalhabitaten für Fische stark abgenommen. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde begonnen, zuvor verbaute Ufer wieder in einen natur-nahen Zustand zu versetzen. Diese Studie vergleicht die Drift ausgewählter Familien (Percidae und Gobiidae) entlang einem verbauten Blockwurfufer mit Buhnen und einem restrukturierten Ufer (Schotterbank) im Hauptstrom der freifließenden österreichischen Donau östlich von Wien. Die Barsche (Percidae) sind heimisch und zum Teil durch endemische und gefährdete Arten in der Donau vertreten, während drei der vier vorkommenden Meergrundelarten (Gobiidae) vor allem durch ihr hohes Invasionspotential gekennzeichnet sind.
Das Ziel der Arbeit bestand darin, die Analysen auf dem niedrigsten anwendbaren taxonomischen Niveau durchzuführen, um neue Informationen über die Drift der zum Teil seltenen und gefährdeten, sowie der invasiven Arten zu erhalten. Hierzu wurden alle Exemplare zuerst auf Gattung bestimmt. Aufgrund der großen Ähnlichkeit der frühen Entwicklungsstadien der behandelten Arten und des Fehlens von vollständigen und praktikablen Larven-Bestimmungsschlüsseln, war in vielen Fällen eine eindeutige Artbestimmung nicht möglich. Dennoch gelang der Nachweis von acht der zehn potentiell vorkommenden Barsch- und Grundelarten. Eine im Rahmen dieser Arbeit entwickelte Bestimmungshilfe zur Gattungs- und Artbestimmung ist im Anhang angeführt.
Die Driftdichte der Grundeln war an beiden Ufern generell signifikant höher als jene der Barsche, jedoch war der proportionale Anteil an Barschen am naturnahen Ufer wesentlich höher. Innerhalb der Perciden zeigten die Gattungen Sander und Zingel die höchsten Abundanzen. Bei den Gobiiden dominierten die invasiven (ehemals) Neogobius-Arten (N. melanostomus, Ponticola kessleri und möglicherweise Babka gymnotrachelus) mit über 99% klar über der heimischen Halbmondgrundel (Proterorhinus semilunaris; ehemals als Marmorierte Grundel bezeichnet). Deutliche Unterschiede weist der saisonale und nächtliche Verlauf der Drift auf. Barsche drifteten nur während weniger Wochen im Frühling, wohingegen die Grundeln mehrmals im Jahr laichten und durchgehend bis zum Ende der Untersuchungszeit in ähnlichen Driftdichten und in einem engen Größenbereich in der Drift vorkamen. Die Größenanalyse der Jungfische lässt Rückschlüsse auf die Reproduktion und Biologie der Arten zu. Für die Gattungen Gymnocephalus und Zingel, sowie für die Gobiiden allgemein, lässt sich auf einen rascheren Wechsel zu einer benthischen Lebensweise schließen. Perca und Sander sind auch als Juvenile noch in höheren Abundanzen zu finden. Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass eine naturnahe Ufermorphologie heimische Arten begünstigt, und dieser Trend ebenso deutlich bei rückgebauten Ufern zu beobachten ist und zusätzlich die Etablierung von invasiven Arten abzuschwächen scheint.
Abstract
(Englisch)
The drift of early development stages is an important event in the lifecycle of many riverine fishes. It is an essential element of dispersal and ensures that larvae reach suitable nursery habitats that provide food and shelter. Due to large-scale river engineering measures and resulting changes in the hydrological and hydraulic conditions, however, it is assumed that the number and availability of spawning grounds and nurseries have declined. This study compares the drift of selected families (Percidae and Gobiidae) along an artificial (rip-rap plus groynes) and a rehabilitated (gravel bar) shore in the Austrian Danube. The representatives of percids are native and, in part, endemic or endangered. Three out of four gobiid species, in contrast, are characterized by their high invasive potential.
As the drift is highly species specific, analyses were carried out on the lowest applicable taxonomic level. Accordingly, all specimens were identified to genus level. Due to a lack of complete and practical larval keys, and the strong similarity of the young stages of some species, no unambiguous identification at species level was possible. Nevertheless, eight out of ten potentially occurring species of percids and gobiids were confirmed. Information on genus and species identification is given in the supplement.
On both shores, the drift density of gobies (four species) was generally significantly higher compared to percids (eight species). Percid drift density was substantially higher on the rehabilitated shore. Within the Percidae, the genera Sander and Zingel showed the highest abundances. Among the Gobiidae, the invasive (formerly) Neogobius species (N. melanostomus, Ponticola kessleri, and possibly Babka gymnotrachelus) clearly dominated (>99%) over the native tubenose goby (Proterorhinus semilunaris). Substantial differences were found for the seasonal and nocturnal course of drift. Percid drift is restricted to a few weeks during spring, whereas the gobiids show continuous spawning and were still drifting at late June. The analysis of young fish size indicates a rather rapid shift to a benthic lifestyle for the genera Gymnocephalus and Zingel, as well as for the gobiids in general. Perca and Sander exhibit a longer drifting phase, lasting until juvenile stages. If the occurrence of young stages in the drift is proportional to their overall abundance in the river, the re-structuring of artificial shorelines can be considered to benefit early life stages of native species and possibly mitigates the impact of invaders.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Drift rip-rap gravel bar Percidae Gobiidae regulated rivers
Schlagwörter
(Deutsch)
Drift Blockwurf Schotterbank Percidae Gobiidae Flussregulierung
Autor*innen
David Ramler
Haupttitel (Englisch)
Seasonal course of larval drift of selected native and invasive benthic fish species along two different shore types in the main channel of a large river (Danube, Austria)
Paralleltitel (Deutsch)
Saisonaler Verlauf der larvalen Drift ausgewählter heimischer und invasiver Fischarten entlang zwei verschiedenen Ufertypen im Hauptstrom eines großen Flusses (Donau, Österreich)
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
45 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Hubert Keckeis
Klassifikationen
42 Biologie > 42.81 Pisces ,
42 Biologie > 42.93 Limnologie
AC Nummer
AC11632544
Utheses ID
28652
Studienkennzahl
UA | 066 | 879 | |
