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Grenzenlose Liebe zu Imām Ḥusayn?
eine Untersuchung schiitischer Trauerrituale zu "Āšūrā" im Libanon, unter besonderer Berücksichtigung der Geißelungsprozessionen in Nabatieh
Lisa Lenz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Johann Heiss
DOI
10.25365/thesis.32277
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30249.46015.327853-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit schiitischen Trauerritualen zu Aschura in den ersten
zehn Tagen des muslimischen Monats Muharram. In dieser Zeit gedenken SchiitInnen Imam Husayns Märtyrertod in der Schlacht von Kerbala im Jahr 680. Die Erinnerung daran wird in
Form unterschiedlicher Trauerrituale aufrechterhalten. Die Trauerrituale dienen nicht nur der
Weitergabe von zentralen religiösen Aspekten des schiitischen Islams, sondern fungieren in
der Tradition der Zwölfer-Schia im Libanon u.a. als Mittel, um politische Forderungen zu
äußern und eine kollektive schiitische Identität zu stärken. Neben täglichen
Trauerversammlungen, aufwendigen szenischen Darstellungen und Prozessionen am zehnten
Tag finden in der südlibanesischen Stadt Nabatieh jährlich Selbstverletzungen junger Männer
zu Ehren Imam Husayns statt. Die Selbstverletzungen, bei denen sich junge Männer Schnitte
am Kopf zufügen, werden vor einem großen Publikum praktiziert, wobei unterschiedliche
Faktoren als Beweggründe dienen können. Die Mehrheit der SchiitInnen im Libanon
distanziert sich klar von dieser Form der Trauerauslebung und bevorzugt andere Rituale.
Praktizierende demonstrieren durch rituelle Selbstverletzungen ihren Glauben, Frustrationen
aufgrund ihrer sozialen Situation, schiitische und insbesondere lokale Identitäten, politische
Zugehörigkeit und ihre männliche Stärke.
Abstract
(Englisch)
The present master thesis deals with Shiite mourning rituals during Ashura which takes place
in the first ten days of the Muslim month Muharram. During these days, Shiites commemorate
the martyrdom of Imam Husayn in the battle of Karbala in 680. Different mourning rituals
keep the history alive and strengthen the Shiite collective memory. Not only the
communication of religious aspects, but also the expression of political claims and the
reinforcement of a collective Shiite identity is central to the mourning rituals. Beside daily
mourning gatherings, elaborate theatre plays and processions on the tenth day, some male
believers in the South Lebanese town of Nabatieh commemorate Imam Husayn by
flagellating their bodies. The self-flagellation, in which young men cut their heads for various
reasons, are watched by a numerous audience. However, the majority of the Shiites in
Lebanon rejects this type of mourning custom. In these processions, Shiite flagellants express
their believes, political and social frustrations, as well as a Shiite and local identity, political
solidarity to a certain party and their masculinity.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Ashura Shia Lebanon mourning ritual flagellation
Schlagwörter
(Deutsch)
Aschura Schiitentum Schia Libanon Trauerritual Selbstgeißelung
Autor*innen
Lisa Lenz
Haupttitel (Deutsch)
Grenzenlose Liebe zu Imām Ḥusayn?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Untersuchung schiitischer Trauerrituale zu "Āšūrā" im Libanon, unter besonderer Berücksichtigung der Geißelungsprozessionen in Nabatieh
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
140 S. : Ill., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johann Heiss
Klassifikation
73 Ethnologie > 73.08 Regionale Ethnologie
AC Nummer
AC11647419
Utheses ID
28680
Studienkennzahl
UA | 066 | 810 | |
