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Seltene Erden - Blutcoltan aus der DR Kongo
die Auswirkungen geplanter Einfuhrbeschränkungen und Zertifizierungsmaßnahmen auf die AkteurInnen der Großen-Seen-Region
Christian Gorka
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Stefan Brocza
DOI
10.25365/thesis.32580
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29382.18222.908054-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit diskutiert die Auswirkungen von Zertifizierungsmaßnahmen, wie den Chemical Fingerprint, oder Einfuhrbeschränkungen nach dem Vorbild des Dodd Frank Act in den USA für die Konfliktressource Coltan in der DR Kongo. Diese Initiativen sollen einen entscheidenden Beitrag zur Konfliktlösung in der Großen-Seen-Region leisten, allerdings müssen sich diese Ansätze auch im Spannungsfeld zwischen fragiler Staatlichkeit und fortwährender Gewalt behaupten. Daneben gibt es noch andere Programme wie EITI oder PWYP, die erfolgversprechende Prinzipien verfolgen, deren Umsetzung aber besonders in der DR Kongo mit ihren schwach ausgeprägten, staatlichen Strukturen im geforderten Rahmen vorerst unmöglich erscheint.
Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil behandelt zentrale Begriffe und Definitionen zu den Themengebieten, Konflikte, neue Kriege und ihre Gewaltökonomien, Interventionen und Friedenssicherung sowie Theorien zu fragiler Staatlichkeit und anderen ressourcenbezogenen Entwicklungshemmnissen, wie dem Ressourcenfluch oder der Debatte um Greed versus Grievance. So konnte herausgearbeitet werden, dass sich die internationale Gemeinschaft neuen Herausforderungen und Problemen bei der Konfliktlösung stellen muss, diese aber erst seit Beginn der 1990er Jahre offenkundig wurden und damit neue Methoden zur Etablierung eines positiven Friedens entwickelt werden mussten. Als erfolgreicher Ansatz und Positivbeispiel kann hierfür das KPCS für Konfliktdiamanten herangezogen werden.
Im zweiten Teil der Arbeit wurde zuerst der globale Bergbausektor und der undurchsichtige, internationale Handel von Tantalerzen beschrieben und anschließend auf die spezifische Problemsituation in der DR Kongo hingewiesen. Nach einer Darstellung der Konflikte und Interventionen wurden die Gewaltökonomien im Osten des Landes und ihre Verbindungen zu den Nachbarstaaten dargestellt und dann der Konfliktlösung in der Großen-Seen-Region besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Nachdem die kriegerische Intervention nicht die geforderten Ergebnisse einbrachte, wurden neue Methoden entwickelt, umgesetzt und befinden sich mittlerweile in Pilotprojekten.
Die Arbeit hat zu den Ergebnissen geführt, dass die globalen Verflechtungen vieler verschiedener staatlicher und privater AkteurInne Zertifizierungsmaßnahmen für Coltan bislang unterwandern und es wohl auch kein Interesse gibt, diese Praxis aufzugeben. Für die industriellen AbnehmerInnen ist neben dem Negativimage von kongolesischem Tantal auch der zu erbringende Herkunftsnachweis zu kosten- und zeitintensiv. Es gibt zudem Hinweise dafür, dass artisanale Bergleute durch diese Methoden aus der Montanindustrie verdrängt werden können und damit die Armut in der Region weiter verschärfen.
Abstract
(Englisch)
This thesis discusses the effects of certification schemes, like the Chemical Fingerprint or sanctions like the Dodd Frank Act, focussing on the conflict resource Coltan in the DR Congo. These initatives aim to take a vital part in the conflict resolution in the Great Lakes Region, however, they have to assert themselves in an area of fragile state structures and continuous conflict. There are also a number of other programs such as EITI or PWYP with promising principles, but its implementation, particularly in the DRC with its weak state structures, has been very difficult until now.
This thesis is structured into two parts. The first part deals with main concepts and definitions of conflicts, new wars, war economies, interventions and peacekeeping, as well as theories of fragile statehood and other resource-related obstacles as the paradox of plenty or the debates on greed versus grievance. It has been shown, that the international community has faced new challenges and problems in conflict resolution since the early 1990s and thus new methods had to be developed to establish peace. The KPCS, which regulates conflict diamonds could be a successful approach and positive example for new initatives.
The second part of this thesis deals with the global mining sector and the intransparent, international trade of tantalum ores. Furthermore the thesis focuses on the specific problems situated in the DRC, with its conflicts and interventions in the East, its war economies and connections to neighbouring countries. After the military intervention had not brought the requested results, new methods have been developed, implemented and are now tested in pilot projects.
One conclusion of this thesis is that the global interdependence of different public and private actors infiltrates certification measures for Coltan und that there is propably no interest to abandon this practice. In addition to the negative image of Congolese tantalum, the determination of the origin can be too cost-intensive and time-consuming for industrial purchasers. There is also evidence that artisanal miners can be displaced from the mining industry by this methods, thus increasing poverty in the region.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Coltan Tantal Konfliktressourcen Neue Kriege Gewaltökonomie DR Kongo Große Seen Region Transparenz Bergbau Zertifizierung Fragile Staatlichkeit Dodd Frank Act Konfliktlösung Friedenssicherung
Autor*innen
Christian Gorka
Haupttitel (Deutsch)
Seltene Erden - Blutcoltan aus der DR Kongo
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Auswirkungen geplanter Einfuhrbeschränkungen und Zertifizierungsmaßnahmen auf die AkteurInnen der Großen-Seen-Region
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
V, 102 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Stefan Brocza
AC Nummer
AC12042330
Utheses ID
28930
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
