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"is denn minne ungemach?" -
zum Motiv der Liebessomatologie in Gottfrieds von Straßburg "Tristan" und Heinrich von Veldeke "Eneit"
Stefanie Pfeiffer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Norbert Kössinger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.32602
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29798.67571.602164-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Zielsetzung dieser Diplomarbeit besteht darin, das Motiv der Liebessomatologie anhand Gottfrieds von Straßburg Tristan sowie Heinrichs von Veldeke Eneit zu analysieren. Einleitend erläutert die Autorin eine Definition des Terminus 'Liebeskrankheit', bevor sie im ersten Teil am Beispiel der Paarkonstellationen Riwalin-Blanscheflur und Tristan-Isolde einerseits, sowie Dido-Eneas und Lavinia-Eneas andererseits die Manifestation und die pathologischen Auswirkungen der Liebeskrankheit untersucht. Für diese Fragestellung als wesentlich erweist sich die genaue Analyse sowohl physisch als auch psychisch zu verortender Symptome, welche für das Verständnis der Liebeskrankheit eine unabdingbare Grundlage bilden. Basierend auf diesen Erkenntnissen formuliert die Autorin exemplarische Schemata in Bezug auf Entstehung und Verlauf der Liebeskrankheit, unter deren Zuhilfenahme weiterführende intertextuelle Vergleiche erfolgen. Hierfür zieht die Autorin im zweiten Teil der Diplomarbeit das Minnetraktat De amore libri tres des Andreas Capellanus sowie Ovids Ars amatoria und Remedia amoris heran. Diese Werke erlauben eine epochen-, gattungs- und sprachraumübergreifende Gegenüberstellung mit den mittelhochdeutschen Epikern, wobei die Frage behandelt wird, inwiefern diskursive (Capellanus/Ovid) und narrative (Gottfried/Veldeke) Verhandlungen über die Liebessomatologie miteinander in Verbindung stehen. Die intertextuellen Substrate werden durch den gezielten Vergleich ausgewählter Postulate aus den Werken von Capellanus und Ovid nachgewiesen. Schwerpunkte bilden einerseits die divergenten Darstellungsformen von Liebe sowie die unterschiedlichen Normauffassungen zur Regelhaftigkeit der Liebe, andererseits die Definitionen und Beschreibungen der Liebeskrankheit. In diesem Rahmen wird auch die Frage nach dem Scheitern von Tristans und Isoldes sowie Didos und Eneas´Beziehungen erörtert, da die Antwort darauf wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der individuell variablen Konsequenzen der Liebeskrankheit liefert. Dass der Forschungsschwerpunkt bei Gottfrieds Tristan und Veldekes Eneit liegt, verdeutlichen die Kapitel zu den intertextuellen Schnittstellen, welche Aufschluss über die Zusammenhänge mit den gewählten Werken Capellanus´ und Ovids geben sollen. Abschließend bleibt festzustellen, dass sich der Prozess der Liebeskrankheit in den mittelhochdeutschen Werken sehr ähnlich manifestiert. Die psychische und physische Symptomatik weist an vielen Stellen Gemeinsamkeiten auf, während der letztendliche Ausgang der Krankheit von zahlreichen inneren und äußeren Faktoren abhängt, beispielsweise der öffentlichen Legitimation der Beziehung von Seiten der höfischen Gesellschaft. Capellanus´ und Ovids Werke tragen insofern zum besseren Verständnis der Liebeskrankheit bei, als sie der literarischen Realisierung mit einem diskursiven Überbau zur Thematik der Liebessomatologie dienen können.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Liebessomatologie Minne Gottfried von Straßburg Heinrich von Veldeke Tristan Eneit Ovid Capellanus
Autor*innen
Stefanie Pfeiffer
Haupttitel (Deutsch)
"is denn minne ungemach?" -
Hauptuntertitel (Deutsch)
zum Motiv der Liebessomatologie in Gottfrieds von Straßburg "Tristan" und Heinrich von Veldeke "Eneit"
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
111 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Norbert Kössinger
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen
AC Nummer
AC11676963
Utheses ID
28951
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 362 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1