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Die Finanzmarktkrise - Eingliederung in das Schema der Zyklen und Krisen lt. Arrighi
Kerem Basak
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Ulrich Brand
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.32640
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30039.02560.909264-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Basis dieser Masterarbeit stellen verschiedene wissenschaftliche Arbeiten von Arrighi in Bezug auf die Krisenforschung in der Akkumulationstheorie dar. Die in der Akkumulationstheorie dargestellten vier großen Akkumulationszyklen, vom genuesischen bis zum britischen werden dabei kurz angeschnitten und für weitere Vergleiche und Deutung für den zukünftigen Verlauf der jetzigen US-amerikanischen Hegemonialmacht herangezogen. Die Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem zweiten Weltkrieg, wo es eine Phase der materiellen- und finanziellen Expansion gab, wird durch diese Untersuchung nicht betrachtet. Erst nach dem Auftreten der ersten Krise im Fordismus hat Arrighi versucht die weitere Entwicklung der Kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsform nach der Ölkrise im Jahre 1973 zu begründen und in seinem Werk „The Long Twentieth Century. Money, Power, and the Origins of Our Times”, die Ergebnisse seiner Forschung wiederum zu erläutern. Die Basis für die wissenschaftliche Ausarbeitung seines Hauptwerkes stellt die marxistische Krisentheorie dar, die sich in Akkumulationszyklen gliedert. Die detaillierte Schilderung und Erklärung des Hauptwerkes wird in dem nächsten Punkt „The Long Twentieth Century. Money, Power, and the Origins of Our Times” aufgeführt. Durch eine kurze Übersicht des Werkes, soll die Einleitung und das Verständnis für die Begriffswelt der einzelnen Akteure und der historisch relevanten Akkumulationsszyklen, sowie der kontroverse des wirtschaftlichen und politischen Aufstieg des jetzigen Hegemons, der USA erklärt, und daher besser verstanden werden können. Aussagen darüber, wo sich der jetzige Hegemon, die USA, im Akkumulationszyklus befindet und ob bereits ein neuer Hegemon in Sicht ist, werden nicht getroffen, da es den Rahmen der Arbeit sprengen würde. In den letzten Jahren nach der Finanzmarktkrise sind die Theorien und Thesen von Karl Marx in voller Munde. Das Interessante an der Betrachtung der Finanzmarktkrise setzt voraus, dass nicht eine Verherrlichung oder ein Lösungsvorschlag in der Krisenbewältigung gesehen wird, sondern die Analyse und wissenschaftlichen Denkweise im Vordergrund steht. Der Vergleich mit den anderen Akkumulationszyklen und dem vorherigen Hegemonien wird um die Komponenten der wirtschaftlichen und mathematischen Komponenten der wissenschaftlichen Entwicklung komplementiert. Durch die Betrachtung der Vergangenheit können Spuren der Zukunft gelesen werden. Dies soll nicht als Pfad für die weitere wirtschaftliche und Krisenentwicklung gesehen werden, sondern als Illustration für die Verzweigung und Verkettung der Finanzmarktkrise in einer globalisierten Welt, wo das Kapital und dessen Transfer keine Grenzen mehr kennen. Die Verflochtenheit und die damit als Spinnweben hafte Verwobenen Finanzmärkte, wo es keine Übersicht mehr gibt, führt zu einer immer komplexeren und differenzierten Blasenbildung die auf uns mit der Finanzmarktkrise zugekommen ist. Die Frage war nicht ob die Finanzmarktkrise auf uns zukommt, sondern wann und in welchem Ausmaß sie kommt. Der Blick auf die Vergangenheit soll uns einen Einblick auf die Geschehnisse im Aspekt der Aufeinander Häufung von Krisen und Krisenähnlichen Symptomen die sich im Kapitalismus als Bestandteil der wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Ereignisse wiederspiegelt, geben. Ab der ersten großen Krise des Fordismus, welche als Wendepunkt einer Erfolgsgeschichte des Kapitalismus gesehen werden kann, wird das kapitalistische System in seinem Grundbestandteilen und die Vorherrschaft des US-Hegemons in dem jeweiligen Akkumulationszyklus von Grund auf Erschüttert. Dieser Einschnitt in der US-Amerikanischen Erfolgsgeschichte verheißt den Ersten Punkt der Wende, indem eine Reihe von weiteren Krisen, die sich anhäufen, eingeleitet wurde. In der amerikanischen Wirtschaft wurde versucht durch den New Deal und den Einsatz des Keynesianismus, dieser Entwicklung gegenzusteuern. In Europa haben Wirtschaftswissenschaftler durch die soziale Marktwirtschaft versucht den privaten Konsum stabil zu halten und durch öffentliche Investitionen genug Nachfrage zu schaffen, um ein relativ stabiles Wirtschaftssystem aufrechtzuerhalten. Die Reformversuche des amerikanischen Kapitalismus, anhand der leichten Erhöhung der Gewinnanteile der arbeitenden Klasse, wurde in den USA und auch in Europa versucht die Nachfrage zu erweitern um das Wirtschaftswachstum weiterhin stabil zu halten. Durch den immer mehr überhand nehmenden Finanzmarktkapitalismus, indem Unmengen von Geld ohne das eine Wertschöpfung im klassischen Sinn der Arbeitsteilung und Produktion von Waren und Dienstleistungen stattfindet, wurde der Nachfrage produzierenden Bereich der öffentlichen Nachfrage geschwächt. Die Umverteilung und Anhäufung von Kapital, hat die Realwirtschaft geschwächt und zu einer unvermeidbaren Blasenbildung, durch eine finanzielle Expansion, geführt. In dieser Masterarbeit führen wir auf, wie trotz dieser ganzen Schutzmechanismen und dem Nationalstaat als Gebilde und Rahmenbedingungen für einen funktionierenden Kapitalismus, es zu einer Finanzmarktkrise in diesem Rahmen und Ausmaß kommen konnte. Die politische Dimension der US-Hegemonialmacht wird in seiner Konnektivität und seinem globalen Spielraum, der sich über die ganze Welt erstreckt, analysiert und genauer betrachtet. In der Interessensvertretung und Stärkung seiner Imperialen Vorherrschaft wird durch die Teilnahme an verschiedenen internationalen Organisationen und mit der Einflussnahme an Innen- und Außenpolitischen Geschehnissen an verschiedenen Ländern, die zeitliche und auch die räumliche Abhandlung der einzelnen historischen Ereignisse bewusst gemacht. Eine nicht unbedeutende Komponente eines funktionierenden kapitalistischen Systems ist der Nationalstaat. Auf der einen Seite versucht der US-Hegemon durch die Bildung und die Förderung von freien und sich selbstbestimmenden Staaten das kapitalistische Wirtschaftssystem zu etablieren und auf der anderen Seite wird durch den Eingriff und das Lenken von souveränen Staaten die Entmachtung der politischen Institutionen und deren Wirtschaftssystemen vorangetrieben. Der Nationalstaat, der als sicherer Hafen für den Krisenschutz dienen sollte, wird in seinen Grundfesten erschüttert und kommt dabei zum Erliegen. Das Kapital als Faktor in dem Akkumulationszyklus und sein Aufstieg und Machtgewinn illustrieren die Konnotation und den Effekt den dieser Bestandteil im kapitalistischen System hat. Die Welle die durch das Anhäufen von Kapital ausgelöst wird, durchflutet und überschwemmt den gesamten wirtschaftlichen und politischen Machteinfluss des US-Hegemons. Die Durchdringung erfasst den gesamten „Whole way of life“ den der Hegemon, durch die konsensualen Aspekte seiner Macht und Lenkungsansprüche in seiner Stellung als Hegemon werden seine sozialen, politischen und gesamtgesellschaftlichen Vorstellung, indem er seine Legitimation findet, in Frage gestellt. Die Erzielung und Verfolgung dieses Lebensstil, um für allen einen gerechten Lebensstandard zu schaffen, wird nicht mehr als Erstrebenswert, gesehen. Diese Analyse erfolgt ohne bestimmte wissenschaftliche Erkenntnisse aus diesem historischen Ereignissen zu erhalten und die Diskussion in eine gewisse Richtung zu lenken. Unser Fokus liegt auf einem ganz anderen Themenbereich. Wir konzentrieren uns auf die Finanzmarktkrise und die damit verbundene Erkennung als Krise, sowie der Eingliederung in die Krisen- und Zyklentheorie laut Arrighi in seinen wissenschaftlichen Arbeiten. Natürlich lässt es sich aber nicht vermeiden, dass der jetzige Hegemon die USA als Auslöser der Finanzmarktkrise, in gewissen Kapiteln und im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise in dieser wissenschaftlichen Arbeit behandelt wird. Dieser Teile bezieht sich aber nur auf die Identifizierung der Finanzmarktkrise als Krise und die Einordnung der Finanzmarktkrise in das Schema der Krisen und Zyklen laut Arrighi. Er hat viele unterschiedliche wissenschaftliche Werke zu diesem Thema verfasst, wobei in dieser wissenschaftlichen Analyse versucht wird, diese Literatur so zu filtern, dass es uns möglich erscheint die Krisen in Akkumulationszyklen einzuordnen. Zuerst soll die Finanzmarktkrise als Krise in diesem System der Zyklen und Krisen identifiziert werden können. Danach soll, wenn die Finanzmarktkrise als Krise erkannt werden konnte, als Ergebnis die Einordnung der Finanzmarktkrise in die Zyklen- und Krisentheorie stattfinden. Die wissenschaftliche Analyse, Identifizierung als Krise, und Aufarbeitung der Finanzmarktkrise, in einem Schema von Zyklen- und Krisen des Akkumulationsregimes, ist das erste Ziel dieser Masterarbeit. Das zweite Ziel ist es, diese Krise in den Zyklus der Krisen laut Arrighi einzuordnen und die präzise Bestimmung der Krise anhand des vorherrschenden Akkumulationsregimes zu erreichen. Dabei wird die Finanzmarktkrise nicht als Krise ad hoc definiert, sondern es werden Studien- bzw. wissenschaftliche Forschungsergebnisse herangezogen, die belegen sollen, dass es sich um eine Krise in diesem Sinn handelt und wenn ja, in welchem Akkumulationszyklus sich die Finanzmarktkrise einreiht. Die Aufarbeitung und Zergliederung der Schemen und Krisenzyklen erfolgen an der historischen Darstellung des jetzigen Hegemons, der USA. Das komplexe an der Illustration von dem jetzigen Hegemon ist, die militärische und politische Verflochtenheit der USA in der globalisierten Welt. Die erhöhte Mobilität von Kapital und Informationen sowie die Vernetzung von Transnationalen Konzernen und Non-governmentalen Organisationen über den gesamten Globus sind eine latente Größe die in dieser Dimension und Größenordnung bisher noch nie vorkamen. Dies bedeutet nicht, dass es sich nicht um einen Akkumulationszyklus wie die anderen 4 Großen handelt und der Hegemon eine Sonderstellung in der bisher geschichtlichen Entwicklung der Ereignisse abbildet, sondern dass für die Prüfung der Kriterien, anhand die wissenschaftliche Erforschung der Fragestellung stattfindet, komplexeres und facettenreicheres Recherchieren erforderlich ist. Eine der größten Herausforderungen wird die Methode der Recherche nach geeignetem Material darstellen. Die theoretische Umrahmung der Zyklen- und Krisentheorie wird anhand von Beispielen und historischen Ereignissen, die sich im Laufe des Akkumulationszyklus gebildet haben, dargestellt. Die Komplexität, die sich bei dieser Fragestellung reproduziert, ist das der jetzige Hegemon, die USA an mehreren weltweiten Organisationen, an Bildungs- und Reproduzierungsprozessen als wichtiges Mitglied und Produktionsfaktor, gestaltend tätig ist. Die Mitgliedschaft und die dabei übernommene Führerschaft der USA in Wirtschafts-, Politik- und Militärischen Fragen führt zu einer Anomalie in der Erläuterung der bisherigen Akkumulationszyklen als Konstante in dem Konstrukt der Theorie. Die Übermacht und Technologieführerschaft in verschiedenen Sparten wie z.B. der Informationstechnologie und der Militärischen Präsenz, sind in dieser Größenordnung noch nie präsent gewesene Faktoren, die die USA als Hegemon in den bisher dagewesenen Akkumulationszyklen in keiner Sonderstellung wiedergeben, sondern dass die Ausprägung und die Grundlage der Hegemonialen Macht durch andere Kriterien betrachtet werden muss. Die Dominanz basiert auf verschiedenen Faktoren und Machtauslegungselementen, die sich wieder in der auf dem „American Way of Life“ wiederspiegeln. Das Versprechen von Souveränität, Freiheit und Wohlstand kann als Vorwand für die Erfüllung der hegemonialen Vormachstellung gesehen werden. Es findet als Deckmantel für die Verbreitung und der kapitalistischen Ideologie und Durchdringung unseres gesellschaftlichen und politischen sowie wirtschaftlichen Lebensstandards- und raumes an. Die Beeinflussung und Tiefe des Eindringens in alle Lebensabschnitte der „kapitalistischen Lebensweise“ kann in unserer Ansicht der aktuellen und vergangenen Ereignisse der Akkumulationszyklen nicht außer Acht gelassen werden. Um noch einmal auf den Punkt zu kommen, für uns ist es wichtig die Finanzmarktkrise als Krise in den Akkumulationszyklen anzuerkennen, Sie dementsprechend einzuordnen. Die Masterarbeit gliedert sich wie folgt: „The Long Twentieth Century. Money, Power, and the Origins of Our Times“; Darstellung der Theoretischen Ansätze laut Arrighi; Definition der Finanzkrise; Chronologischer Ablauf der Finanzkrise; Die Finanzkrise als „Krise“ in dem Schema des Akkumulationszyklus; Die Rolle der USA in der Finanzmarktkrise; Die USA als Hegemon; wirtschaftliche, militärische und politische Präsenz der USA; Internationale Organisationen und die Rolle der USA; Die Globalisierung und die Auswirkungen auf den Hegemon, die USA, Die Informationstechnologie als „Leading-Market“ und Hoffnungsträger der USA-Wirtschaft; Die Finanzkrise und die Eingliederung in das Schema der Krisen und Zyklen; Conclusio. Bei der Ausarbeitung der Masterarbeit beziehe ich mich auch auf dem aktuellen Hegemon, die Vereinigten Staaten von Amerika. Mein Fokus wird auf der Betrachtung der Rolle der USA in der Entstehung der aktuellen Finanzmarktkrise, sowie dem politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einfluss der USA liegen. Dabei möchten wir in der wissenschaftlichen Analyse immer ein Auge auf die zukünftige Entwicklung der USA als Hegemon haben.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Finanzmarktkrise Akkumulationszyklus Immobilienkrise Giovanni Arrighi
Autor*innen
Kerem Basak
Haupttitel (Deutsch)
Die Finanzmarktkrise - Eingliederung in das Schema der Zyklen und Krisen lt. Arrighi
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
77 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ulrich Brand
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.02 Philosophie und Theorie der Sozialwissenschaften ,
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie
AC Nummer
AC11701158
Utheses ID
28983
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1