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Vergessene Vollstrecker der Vernichtung
die Ausblendung der Täter und deren Handlungsspielräume in den österreichischen Schulbüchern am Beispiel der NS-Rassenhygiene
Michaela Higatsberger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Alois Ecker
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.32644
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29893.62308.182470-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ausgehend vom frappierenden deutschen Befund, wonach auch heute noch vorwiegend exkulpierende Tätermythen tradiert werden, ist es Anliegen dieser Arbeit, die fachwissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich der NS-Täterforschung mit den Darstellungen in den österreichischen Schulbüchern zu kontrastieren. Der Fokus liegt dabei auf den Motiven und Handlungsspielräumen jener Männer und Frauen, die als „kleine Rädchen“ maßgeblich an den Medizinverbrechen zur Zeit des Nationalsozialismus beteiligt waren. Diese Tätergruppen unterhalb der NS-Führungsebene werden von den Nachkriegsgenerationen entweder nicht als Täter wahrgenommen oder ihnen wird vielfach eine Zwangslage unterstellt: Hätten sie nicht kooperiert, „dann wären sie ja selbst ins KZ gekommen“. Die beteiligten Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern, aber auch andere beteiligte Berufsgruppen hätten allerdings ohne Gefahr für Leib und Leben das Morden verweigern können und wussten dies auch. Erschreckend banale Gründe wie strategisches Karrieredenken, ökonomische Überlegungen oder Gruppendruck führten jedoch zu einer erstaunlich bereitwilligen Kooperation. Die aktuellen Erkenntnisse der Täterforschung werden, so das Ergebnis der Schulbuchanalyse, kaum in den österreichischen Schulbüchern erwähnt. Die Schüler/innen erfahren aus den Büchern nichts Nennenswertes über jene zahlreichen „ganz normalen Männer und Frauen“, die für das reibungslose Funktionieren der NS-Tötungsmaschinerie gesorgt haben. Das Fehlen von expliziten Informationen zu den involvierten Tätergruppen und ihren durchaus vorhandenen Handlungsspielräumen muss zwangsläufig zu Schülerfehlvorstellungen führen. Um diesen im Unterricht vorzubeugen, bietet sich die Arbeit mit Quellen zur NS-Zeit an. Aussagen der damaligen Täter/innen, wie sie etwa in den Volksgerichtsakten ab 1945 zu finden sind, können vorhandene Irrtümer bereinigen und ein wesentlich vollständigeres Bild der damaligen Zeit liefern, als dies Erzählungen aus zweiter Hand vermögen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
NS-Rassenhygiene Euthanasie NS-Medizinverbrechen Nationalsozialismus Schulbuchanalyse Schulbuchforschung Täterforschung Maximilian Thaller Archivarbeit
Autor*innen
Michaela Higatsberger
Haupttitel (Deutsch)
Vergessene Vollstrecker der Vernichtung
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Ausblendung der Täter und deren Handlungsspielräume in den österreichischen Schulbüchern am Beispiel der NS-Rassenhygiene
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
126 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alois Ecker
Klassifikation
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte
AC Nummer
AC11659246
Utheses ID
28986
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 333 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1