Detailansicht
Mediale Reaktionen auf den Juliputsch 1934 in In- und Ausland
Philip Scheriau
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Oliver Rathkolb
DOI
10.25365/thesis.32646
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29046.53581.312063-6
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Thema der gegenständlichen Arbeit sind die medialen Reaktionen auf den Juliputsch 1934 im In- und Ausland. Im Zuge dieses versuchten Putsches von Nationalsozialisten in Österreich wurde der österreichische Bundeskanzler, Dr. Engelbert Dollfuß, ermordet und es kam in mehreren Bundesländern zu bewaffneten Aufständen zwischen Nationalsozialisten und regierungstreuen Truppen.
Obwohl es zum behandelten Thema bereits eine Vielzahl von Publikationen gibt, wurden die medialen Reaktionen auf den Aufstand noch nicht ausreichend erforscht. Die Frage, ob Dollfuß nach seiner Ermordung von den Medien zum Märtyrer stilisiert wurde, der in dieser Arbeit besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden soll, wurde ebenfalls noch nicht intensiv untersucht.
Ziel dieser Arbeit ist zu erforschen, wie die damaligen Medien auf den Juliputsch und die Ermordung von Dollfuß reagiert haben. Zu diesem Zweck wurden folgende inländische und ausländische Printmedien ausgewählt: „Neue Freie Presse“, „Reichspost“; „Arbeiterzeitung“ (Österreich), „Neue Zürcher Zeitung“ (Schweiz), „Berliner Tageblatt“ (Deutsches Reich), und die „Times“ (Vereinigtes Königreich). Bei der Analyse der genannten Medien wurde besonderes Augenmerk auf die Beantwortung der Frage gerichtet, ob es nachweisbare Tendenzen gab, dass Dollfuß von den Medien zum Märtyrer stilisiert wurde. Anhand von weiteren ausgewählten Themen (u.a. Kampfhandlungen und Opferzahlen) wurde die Berichterstattung weitergehend analysiert. Vorneweg wurde ein historischer Abriss der Ereignisse anhand von Sekundärliteratur erstellt.
Als Methode wurde die Historische Inhaltsanalyse ausgewählt, welche aus einer qualitativen und quantitativen Analyse besteht.
Die Forschungsresultate zeigen, dass Dollfuß hauptsächlich in den österreichischen Medien als Märtyrer dargestellt wurde, der einerseits den soldatischen Heldentod und andererseits den christlichen Märtyrertod für Österreich gestorben ist. Außerdem zeigte sich, dass die österreichischen Meiden ausführlicher über den Juliputsch beziehungsweise über die ausgewählten Themen berichteten als die ausländischen Medien.
Die österreichischen Medien stilisierten Dollfuß zum Märtyrer, um ihn als Vorbild für die österreichische Bevölkerung zu machen und um sein Andenken als leuchtendes Beispiel im Kampf gegen die Nationalsozialisten zu instrumentalisieren.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the media’s reaction after the attempted putsch of the Austrian government in July 1934, during which the Austrian chancellor Dr. Engelbert Dollfuss was assassinated by Nazis and government opposed forces took on arms in several parts of Austria.
Even though a lot of scientific research has already been made about this specific period, the media’s reaction itself has not been thoroughly covered. Also, the question, whether after his murder Dollfuss was publicly stylized as a martyr, has not been satisfactorily answered.
This research paper’s goal is to study the media’s answer to the “Julitputsch” and Dollfuss’ assassination. The following newspapers were chosen to be used for the analysis. “Neue Freie Presse”, “Reichspost”, “Arbeiterzeitung” (Austrian newspapers), “Neue Zuercher Zeitung” (Switzerland), “Berliner Tageblatt” (Germany), “The Times” (UK). While analyzing the media mentioned, particular attention was directed to answer the question whether there were detectable trends that Dollfuss was stylized by the media as a martyr. Additionally other selected topics (e.g. Fighting and Casualties) were analyzed using the same primary sources. Also, a thorough historical overview of the events was created using secondary literature. As a method the Historical Content Analysis, which consists of a qualitative and a quantative analysis, was selected.
The research results demonstrate, that mainly the Austrian media depicted Dollfuss as a martyr - on the one hand as a military hero and on the other hand as a martyr in the Christian tradition. Austrian newspapers tend to report more and in more detail about the “Juliputsch” and the other topics chosen for this thesis than foreign media. By stylizing Dollfuss as a martyr he was made a model for the Austrian population. His memory was exploited as a shining example in the fight against the Nazis.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Juliputsch 1934 Dollfuß Märtyrer Zeitungen Neue Freie Presse Reichspost Arbeiterzeitung Neue Zürcher Zeitung Berliner Tageblatt The Times mediale Reaktionen Putschversuch
Autor*innen
Philip Scheriau
Haupttitel (Deutsch)
Mediale Reaktionen auf den Juliputsch 1934 in In- und Ausland
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
120 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Oliver Rathkolb
Klassifikation
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC11679946
Utheses ID
28988
Studienkennzahl
UA | 066 | 803 | |
