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Where evil dwells
das Cinema of Transgression und eine neue Ästhetik des Schocks im Undergroundfilm der 1980er
Jan-Hendrik Müller
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Andrea Seier
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.32869
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30052.80149.442959-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Cinema of Transgression war eine heterogene und kurzweilige Filmbewegung im New York der frühen 1980er. Filmemacher wie Nick Zedd oder Richard Kern nahmen sich zum Ziel jegliche noch verbliebenen ethischen und moralischen Grenzen des Filmschaffens zu überschreiten und entwickelten eine Ästhetik des Underground, die sich durch visuelle und inhaltliche Schockeffekte, sowie künstlerische Transgressionen des Bildraums definierte.Die Eruptionen, welche in den späten 1970ern Punk auslöste, fanden ihre künstlerische Aufarbeitung und Weiterführung im New York der frühen 1980er. No Wave und Post-Punk waren maßgebliche Einflüsse auf die Praxis des Cinema of Transgression. Die FilmemacherInnen und KünstlerInnen sahen sich alle in Opposition zu der Rekonstruktion konservativer Werte in den USA unter der Präsidentschaft von Ronald Reagan. Jene oppositionelle Haltung gegenüber dem gesellschaftlichen Mainstream schaffte die Grundlage für die erneute Formulierung von Utopien und extremen sowie radikalen künstlerischen Gegenentwürfen. Die vorliegende Arbeit soll eine Aufarbeitung der Geschichte des Cinema of Transgression leisten und die zahlreichen Querverweise zu Musik, bildender Kunst und der historischen Situation in New York darstellen. Anstatt einer filmwissenschaftlichen Analyse einzelner Filme der Bewegung soll zunächst vielmehr anhand der Geschichte des Cinema of Transgression gleichermaßen eine Geschichte des amerikanischen Undergroundfilm, sowie eine Genealogie der Gegen- und Subkulturen der Zeit verhandelt werden. Nach einer filmgeschichtlich-kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzung, soll auf Basis jener Erkenntnisse eine theoretische Diskussion geführt werden, die sich mit dem ästhetischen Anspruch der Bewegung, dem Schock und der Transgression beschäftigt. Denn These dieser Arbeit ist es, dass sich mit dem Cinema of Transgression und ihren verwandten Zeitgenossen in Musik, bildender Kunst, wie Performance der späten 70er und frühen 80er Jahre ein neues Verständnis von Schock und Affekt als eine mögliche kritische Praxis herausgebildet hat. Ausgehend von der Idee der britischer Industrial Band „Throbbing Gristle“ eines „Entertainment through Pain“ könnte man die Filme des Cinema of Transgression als Dokumente einer künstlerischen Praxis sehen, die einen Genuss am „geschockt werden“, am Affekt entwickelt und vielmehr versucht Rezeptionssituationen herzustellen, die affizieren und eine Form der Agitprop erzeugen, anstatt reflexive Narrative zu konstruieren. Dieses Verständnis von Schockwirkungen richtet sich ganz konsequent gegen eine Vielzahl an bürgerlichen aber auch kritische Ästhetiken, welche dem modernistischen Imperativ der hermeneutisch-distanzierten Durcharbeitung der Kunst und der kühlen Reflexion über ein Kunstwerk verpflichtet sind. Der momentane Reiz und die Schockwirkung finden in diesen Modellen kein Verständnis und werden als kulturindustrielle Unmittelbarkeit oder Manipulation, sowie Ablenkung negiert. Doch gibt es auch Ausnahmen in der Theater-, Film- und Medientheorie, welche eine Perspektive der Ungleichzeitigkeit auf das Cinema of Transgression und ihre Lust am Schock erlauben. Tom Gunnings Theorie des frühen Kinos als ein „Cinema of Attraction“ scheint eine Möglichkeit jene Begeisterung gegenüber dem Reiz auf nachfolgende Formen des experimentellen Films zu übertragen.Ebenso können Sergej Eisensteins Schockmontage oder Walter Benjamins Begriffe des „Chock“ und der „Innervation“ als Bezüge für die Auseinandersetzung mit einem positiven Verständnis einer Ästhetik des Schocks im „Cinema of Transgression“ fungieren. Doch auch poststrukturalistische Theorie, wie Gilles Deleuzes Filmtheorie der Bewegungs- und Zeitbilder kann für eine Analyse der künstlerischen Selbstbehauptung des Cinema of Transgression herangezogen werden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Cinema of Transgression Filmtheorie Undergroundfilm USA
Autor*innen
Jan-Hendrik Müller
Haupttitel (Deutsch)
Where evil dwells
Hauptuntertitel (Deutsch)
das Cinema of Transgression und eine neue Ästhetik des Schocks im Undergroundfilm der 1980er
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
131 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Andrea Seier
Klassifikationen
20 Kunstwissenschaften > 20.06 Kunstphilosophie, Kunsttheorie ,
24 Theater, Film, Musik > 24.37 Film: Sonstiges
AC Nummer
AC11758263
Utheses ID
29191
Studienkennzahl
UA | 066 | 582 | |
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