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Den Tod verstehen
moderne und individuelle Vorstellungen von Tod und Jenseits
Victoria Lederer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Betreuer*in
Hans Gerald Hödl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.32895
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29491.62693.181766-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die gesamte bekannte Kulturgeschichte zeugt von Versuchen des Menschen, den Tod und das Jenseits zu beschreiben und zu verstehen. Religionen und Weltanschauungen haben von Anfang an die Funktion übernommen, Deutung, Sinngebung und spezifische Vorstellungen über Tod und Jenseits bereitzustellen. In vormodernen westlichen Gesellschaften ermöglichte dies eine zentrale Sinngebung. Mit dem Zeitalter der Moderne, und den damit einhergehenden Transformationen und Umwälzungen, entwickelten sich industriell-pluralistische Gesellschaften, in denen es nicht mehr möglich ist, die verschiedenen Lebensentwürfe und Handlungszusammenhänge unter einem einzigen Sinngefüge zu vereinen. Diese Entwicklungen haben nicht nur Konsequenzen für den Umgang mit Tod und Sterben, sondern auch für die Vorstellungen darüber, die jetzt frei wählbar und formbar sind. Das Internet, als Raum der weltweiten Vernetzung und Kommunikation, bietet Individuen in webbasierte Onlineforen, Informationen und Austauschmöglichkeiten über persönliche und individuelle Vorstellungen von Tod und Jenseits. Die qualitative Analyse ausgewählter Forenbeiträge, anhand der Methode der Grounded Theory, ermöglichte Einblicke in die Welt der modernen und individuellen Todes- und Jenseitskonzepte. Herangezogen wurden dabei gepostete Kommentare, die den Tod nicht als das Ende, sondern als das Ablegen des physischen Körpers auffassten, als ein Portal oder als gar nicht existent. Ein großer Teil dieser Vorstellungen geht davon aus, wobei häufig Synthesen und Synkretismen anzutreffen sind, dass das Leben vor und nach dem Tod linear verläuft, der Tod als Übergang in eine andere, weitere Existenzform. Diese Vorstellungen können sich auf christliches Gedankengut stützen, auf Nahtodeserfahrungen oder auf den Gedanken der Weiterexistenz als eine Art Energieform in Anlehnung an den Energieerhaltungssatz. Leben und Tod in einem zyklischen Zusammenhang zu sehen, in einem Kreislauf von Kommen, Gehen und Wiedergeburt, ist ein weiterer großer Bereich der modernen und individuellen Todes- und Jenseitsvorstellungen, die nur selten mit den Traditionen asiatischer Religionen verknüpft sind. Häufig wird darin die Idee der Entwicklung betont, der Erledigung bestimmter Aufgaben und des Neuanfangs. Ein weitere Möglichkeit der Interpretation von Tod und Jenseits, die in den Foren diskutiert wurde, beurteilt Diesseits und Jenseits als Illusion, als Parallelwelten, als Projektionen oder als illusorische Spiele in ein und demselben Sein-Zustand. Was am Ende bleibt, sind Einblicke und Eindrücke in komplexe Vorstellungsstrukturen, die moderne und synkretistische Spuren aufweisen und in ihrer Individualität und Einzigartigkeit die Vielfältigkeit und Farbe moderner Gesellschaften bezüglich ihrer Vorstellungswelten und der gedanklichen Möglichkeiten darin bezeugen, immer auf das Verlangen des Einzelnen hin, den Tod und das, was danach kommen mag, zu verstehen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Todesvorstellungen Jenseitsvorstellungen Tod Jenseits qualitative Forschung im Internet
Autor*innen
Victoria Lederer
Haupttitel (Deutsch)
Den Tod verstehen
Hauptuntertitel (Deutsch)
moderne und individuelle Vorstellungen von Tod und Jenseits
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
165 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hans Gerald Hödl
Klassifikation
11 Theologie > 11.01 Systematische Religionswissenschaft: Allgemeines
AC Nummer
AC11592776
Utheses ID
29215
Studienkennzahl
UA | 066 | 800 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1