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Geschlechterrollenorientierung und Therapieform bei drogenabhängigen Frauen in Haft
Valerie Wiener
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ilse Kryspin-Exner
DOI
10.25365/thesis.32929
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30303.08625.672365-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Im Strafvollzug zeigen sich bei drogenabhängige Frauen schlechtere Ausgangsbedingungen als bei Männern: sie haben häufig Gewalterfahrungen in ihrer Vergangenheit erlebt und weisen eine geringe Selbstsicherheit sowie teilweise eine Ablehnung ihrer Geschlechtsidentität auf. Aufgrund der Minderheitsposition sind die Therapieangebote jedoch vor allem auf Männer ausgerichtet. Die Insassinnen der Entwöhnungsstrafanstalt Favoriten entscheiden sich großteils freiwillig für eine Therapie. Drogenabhängige Frauen haben generell eine größere Veränderungsbereitschaft als Männer, die Selbstwirksamkeit hängt allerdings mehr mit Maskulinität als mit Femininität zusammen. Drogenabhängige KlientInnen mit Strafaufschub und KlientInnen ohne richterliche Weisung unterscheiden sich nicht hinsichtlich des Zwangserlebens, der motivationalen Schemata und der Therapiemotivation.
In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob sich drogenabhängige inhaftierte Frauen (n = 40), die entweder einen Strafaufschub (§39 SMG) oder eine Therapie in Haft beantragten, hinsichtlich der Therapiemotivation, der Selbstwirksamkeitserwartung, der Geschlechterrollenfixierung sowie des erlebten Therapiezwangs unterscheiden und ob diese Konstrukte als aussagekräftige Entscheidungsgrößen herangezogen werden können. Dafür wurde die Veränderungsstadienskala (VSS, Heidenreich et al., 2001), die Skala zur Erfassung von Selbstwirksamkeit (SWE, Jerusalem & Schwarzer, 1999), die deutsche Neukonstruktion des BEM Sex- Role Inventory (BSRI, Schneider-Düker, 1978), der Fragebogen zur Analyse motivationaler Schemata (FAMOS, Grosse Holtforth & Grawe, 2002) sowie ein Anamnesefragebogen zur Erfassung der soziodemografischen Daten herangezogen.
55 Prozent der Gesamtstichprobe befand sich im Stadium der Absichtsbildung (VSS), es konnten aber keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich der Stadienausprägungen beobachtet werden. Allerdings besteht ein signifikanter positiver Zusammenhang sowohl zwischen der Selbstwirksamkeitserwartung (r = .425, p = .006) als auch der Handlungsphase der Veränderungsstadienskala (r = .359, p = .023) und der maskulinen Rollenzuschreibung. Zwischen den gegensätzlichen Skalen Annäherung und Vermeidung (FAMOS) konnte ein deutlich positiver Zusammenhang
(r = .677, p < .001) beobachtet werden. Mit dem Einschluss von fünf Prädiktoren, konnten rund ein Drittel (R2 = .318) der Varianz vorhergesagt werden. Der Prädiktor Annäherung (FAMOS) erreichte mit p < .05 einen signifikanten Erklärungswert bezüglich der Therapieabsicht. Die Prädiktoren Gewalterfahrung in der Vergangenheit, Annäherungstendenz (FAMOS) als auch Ausprägung der Androgynität (BSRI) zeigen eine Tendenz zu einer Therapie im Vollzug, während die Prädiktoren Partnerschaft sowie erlebter Therapiezwang zu eine Therapie in einer stationären Einrichtung tendieren. Als Problemfelder, die in der bevorstehenden Therapie Beachtung finden sollten, konnten belastenden Sozialisationsfaktoren und die Geschlechterrollenzuschreibung der Frauen als auch die Angst, die sie hinsichtlich der bevorstehenden Therapie und der Zeit danach äußerten, ausgemacht werden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlechterrollenfixierung Therapiemotivation motivationale Schemata Selbstwirksamkeitserwartung erlebter Therapiezwang Therapie statt Strafe Entwöhnungsstrafanstalt
Autor*innen
Valerie Wiener
Haupttitel (Deutsch)
Geschlechterrollenorientierung und Therapieform bei drogenabhängigen Frauen in Haft
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
V, 141 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ilse Kryspin-Exner
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.03 Methoden und Techniken der geisteswissenschaftlichen Forschung ,
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.30 Naturwissenschaften in Beziehung zu anderen Fachgebieten
AC Nummer
AC11737463
Utheses ID
29249
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
