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Zum Problemkomplex Gewalt in der Schule
traditionelle Erklärungsansätze und philosophische Perspektiven, unter besonderer Berücksichtigung der verbalen Gewalt und der Position des Dritten
Iris Seger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Michael Staudigl
DOI
10.25365/thesis.33096
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29231.02182.450155-8
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit diskutiert in einem ersten Teil generelle Gewaltkonzepte. Direkte Gewalt wird struktureller Gewalt gegenübergestellt; physische und psychische Gewalt wird unterschieden, und daraus ergibt sich die Frage nach der Notwendigkeit eines erweiterten Gewaltbegriffs. Eng mit dem Gewaltbegriff in Verbindung stehende Konzepte wie Aggression, Kraft und Macht werden diskutiert. Der erste Teil schließt mit einem Plädoyer für einen erweiterten Gewaltbegriff, der notwendig ist für schulische Gewaltforschung. Denn verschiedene Statistiken beschreiben, dass Jugendliche, wenn sie danach befragt werden, Gewalt generell ablehnen, was auch den Normen und Wertvorstellungen unserer Gesellschaft entspricht. Wenn dann aber genauer nachgefragt wird, so zeigt sich, dass nahezu jeder zweite Jugendliche bereits verbale Gewalt in der Schule erlebt hat. Diese Diskrepanz kann durch die fehlende, beziehungsweise nur sehr unklar und verschwommen vorhandene, Definition und Abgrenzung von verbaler Gewalt (im Gegensatz zu physischer Gewalt, die klar definiert ist) erklärt werden. Um zu klären, was genau unter verbale Gewalt fällt und wie sie funktioniert, wird unter anderem das Konzept der Doppelkörperlichkeit erläutert. Es besagt, dass ein Mensch sowohl aus seinem physischen als auch aus einem symbolisch-sozialen Körper besteht, gegen den sich verbale Gewalt richtet. Eine Schädigung dieses Körpers kann genauso die Identität und das reale und soziale Leben eines Menschen beeinträchtigen wie eine körperliche Verletzung. Worte können also ebenfalls Waffen sein. Im schulischen Kontext findet Gewalt kaum jemals nur zwischen Täter und Opfer statt. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf den Mitschülern, den Lehrpersonen und dem Gewissen des Täters als Dritte. Mitschüler können die Gewaltsituation, den Grund dafür, den Verlauf und den Ausgang, maßgeblich beeinflussen indem sie ein dementsprechendes Klima schaffen, das entweder den Täter in seiner sozialen Identität stärkt oder das Opfer. Lehrpersonen als Dritte müssen die Gewaltsituation richtig einschätzen; sie weder überdramatisieren noch das Leid des Opfers herunterspielen. Dies gestaltet sich als schwierig da sowohl Lehrer als auch Mitschüler als Dritte die Gewaltsituation nur beschreiben und etikettieren können. Das Gewissen des Täters als Drittes aber kann hingegen aus einer handlungstheoretischen Perspektive die wahre Intention des Täters wissen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Gewalt Schule verbale Gewalt strukturelle Gewalt Position des Dritten Prävention
Autor*innen
Iris Seger
Haupttitel (Deutsch)
Zum Problemkomplex Gewalt in der Schule
Hauptuntertitel (Deutsch)
traditionelle Erklärungsansätze und philosophische Perspektiven, unter besonderer Berücksichtigung der verbalen Gewalt und der Position des Dritten
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
102 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Staudigl
Klassifikation
08 Philosophie > 08.34 Sprachphilosophie
AC Nummer
AC11848623
Utheses ID
29396
Studienkennzahl
UA | 190 | 299 | 344 |
