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Städtische Räume des Do-it-Yourself
die Bedeutung von Ernährungssouveränität für Urban Gardening Bewegungen in Wien
Katharina Reiterits
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Marie-France Chevron
DOI
10.25365/thesis.33136
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30294.99615.862259-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der Trend zur Urbanisierung zeigt sich weltweit. Der urbane Raum steht aufgrund der demografischen wie auch ökologischen und ökonomischen Veränderungen, die mit der Verstädterung einhergehen, im Mittelpunkt aktueller Diskussionen. In der andauernden Urbanisierung bündeln sich die Herausforderungen einer weltweiten nachhaltigen Entwicklung. So müssen, in Anbetracht der immer größeren Knappheit der Ressourcen und der Steigerung der Umweltbelastung, vor allem in Städten Veränderungsprozesse vorgenommen werden. Es wird ersichtlich, dass hier vor allem auf die Selbsthilfe der StadtbewohnerInnen gesetzt werden muss, um eine zukunftsfähige Entwicklung im städtischen Raum voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund entstehen immer mehr Grassroot-Initiativen, die es sich zur Aufgabe machen das Stadtbild nachhaltiger zu gestalten. Eine beachtenswerte Stadtentwicklung von unten vollzieht sich, die neue grüne Räume des „Do-it-Yourself“ schafft und zugleich eine Ernährungsreform von unten entriert. Das Phänomen des „Urban Gardening“ breitet sich aus und macht uns darauf aufmerksam, dass der Eigenanbau von Obst, Gemüse und Kräutern im städtischen Raum immer beliebter wird. Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit den Entwicklungen und Dynamiken gegenwärtiger Urban Gardening Initiativen in der Stadt Wien. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeit steht die Bedeutung von Ernährungssouveränität für die neue urbane Gartenbewegung. In diesem Zusammenhang soll untersucht werden, ob die AkteurInnen der Bewegung subsistenzorientierte Praktiken einsetzen und inwieweit diese zur Sensibilisierung der StadtbewohnerInnen für eine nachhaltige urbane Entwicklung beitragen. Ferner wird der Frage nachgegangen, in welchem Zusammenhang der „Do-it-Yourself Urbanismus“ mit der Ausübung der kollektiven gärtnerischen Tätigkeiten steht. Zur Erreichung dieses Ziels war die Durchführung einer empirischen Untersuchung in bestehenden Wiener Gemeinschaftsgärten über einen Zeitraum von fünf Monaten ausschlaggebend. Während dieser Forschung wurde sichtbar, dass neben der globalen Vernetzung von Menschen, die versuchen Kontrolle über ihr Ernährungs- und Agrarsystem zurückzuerlangen, die Bewegung für Ernährungssouveränität auch in Wien wächst. Dies zeigte sich anhand der großen Vielfalt von „Do-it-Yourself“ Initiativen, die mit subsistenzorientierten kollektiven Praktiken das Stadtbild nachhaltig verändern wollen. Die AkteurInnen initiieren Gemeinschaftsgärten, um lokal sowie nachhaltig produzierte Nahrungsmittel für die Stadtbevölkerung ressourcenschonend und kostengünstig zugänglich zu machen. Diese „Wiederentdeckung des Erntens“ im urbanen Alltag bedeutet für viele Wiener GärtnerInnen ein wenig Autarkie in einer neoliberalisierten Stadt. Die Beteiligten, der für diese Forschung berücksichtigten Garteninitiativen, fordern somit das Recht auf Mitsprache bei der Gestaltung städtischer Freiräume und das Recht des Betreibens urbaner Landwirtschaft auf diesen. Somit steht das Phänomen des urbanen Gärtnerns in direktem Bezug zu Aushandlungsprozessen um die Nutzung öffentlicher Flächen und ist zugleich Ausdrucksform politischen Handelns. Die Gemeinschaft, die kollektiv einen öffentlichen Raum umgestaltet, ist dabei das konstituierende Element der neuen urbanen Gärten. Gemeinsam haben die AkteurInnen der Urban Gardening Bewegung also nicht nur, dass sie Natur im städtischen Raum erfahren wollen, sondern nebenbei auch ein neues Verständnis von Urbanität entwickeln.
Abstract
(Englisch)
The trend toward urbanization appears worldwide. Urban space is the focus of current discussions due to demographical as well as environmental and economical changes that come along with the urbanization. Within ongoing urbanization are also bundled the challenges of global sustainable development. Thus, in consideration of the increasing scarcity of resources and the intensification of environmental pollution, changes have to be made, especially in cities. It is evident that emphasis must be placed on the self-help of urban dwellers to promote sustainable development in urban areas. Against this background ever more grassroots movements are arising in order to make the cityscape more sustainable. One of these movements is currently underway that creates new “do-it-yourself” green spaces and initiates at the same time a fundamental reform of individual’s diets. The phenomenon of “urban gardening” is expanding and makes us aware that the self-cultivation of fruits, vegetables and herbs is becoming increasingly popular in urban areas. This master thesis addresses the developments and the dynamics of contemporary urban gardening initiatives in the city of Vienna. The focus of the research is the importance of food sovereignty for the new urban gardening movement. In this connection it should be investigated if players use subsistence-orientated practices and to what extent they contribute to the sensitization of city residents for sustainable urban development. Furthermore, the question of the relation between the “do-it-yourself urbanism” and the practice of collective gardening activities will be considered. To achieve this aim, an empirical research of existing community gardens in Vienna over a period of five months was crucial. In the course of research it became obvious that beneath the global network of people trying to take back control over their food and their agricultural system, the general movement for food sovereignty in Vienna is growing. This was evidenced by the wide variety of “do-it-yourself” initiatives that want to sustainably change the cityscape by the use of subsistence-oriented collective practices. The actors initiate community gardens to make locally and sustainably produced food resource-efficient and cheaply accessible to the urban population. This “rediscovery of harvesting” in everyday urban life means for many Viennese gardeners a little self-sufficiency in a neoliberalized city. The stakeholders of the considered garden initiatives are demanding the right of an increased voice in the design of urban open spaces and the right of operating urban agriculture within them. Thus, the phenomenon of urban gardening is in direct relation to negotiation processes to the use of public areas and is also an expression of political action. The community that collectively reshapes urban space is thereby the constitutive element of the new urban gardens. Accordingly, the stakeholders of the urban gardening movement share the pursuit to experience nature in an urban environment and may also develop a new understanding of urbanity.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Urban Gardening urbane soziale Bewegungen Do-it-Yourself Ernährungssouveränität
Autor*innen
Katharina Reiterits
Haupttitel (Deutsch)
Städtische Räume des Do-it-Yourself
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Bedeutung von Ernährungssouveränität für Urban Gardening Bewegungen in Wien
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
143 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marie-France Chevron
Klassifikation
73 Ethnologie > 73.25 Ernährung, Nahrungszubereitung
AC Nummer
AC11754078
Utheses ID
29431
Studienkennzahl
UA | 066 | 810 | |
