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Temperamentsentwicklung im Rahmen der Längsschnittstudie "Familienentwicklung im Lebenslauf (FIL)"
Barbara Köberl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Brigitte Rollett
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.33161
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29915.46663.174870-0
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel dieser Untersuchung war es, die Entwicklung des individuellen Temperaments und seiner Ausprägungen längsschnittlich zu untersuchen. Sie wurde anhand der Daten der Längsschnittstudie „Familienentwicklung im Lebenslauf“ durchgeführt (t1: 6. Schwangerschaftsmonat, t2: 3 Monate, t3: 3 Jahre, t4: 8 Jahre, t5: 11 Jahre, t6: 15 Jahre, t7: 18 Jahre, t8: 22 Jahre, N=175 Familien). Das individuelle Temperament wurde zu t2 anhand eines von der Mutter ausgefüllten Fragebogens, der eine Adaptation des Instrumentes von Thomas und Chess (1977) darstellte, erhoben. Es resultierten die von den Autoren berichteten drei Temperamentstypen: 1. „Easy (pflegeleichte) Babys“, N=77, 2. „Slow-to-warm-up (langsam auftauende) Babys“, N=71, 3. „Difficult (schwierige) Babys“, N=15. Für die Analysen im Rahmen dieser vorliegenden Arbeit wurden aus der t8-Stichprobe je 14 Familien entsprechend den drei Temperamenten zu t2 ausgewählt (1 zu t2 schwieriges Kind musste ausgeschlossen werden, da sich bei ihm eine autistische Störung entwickelt hatte). Im Zuge eines Parallelisierungsverfahrens wurde die Vergleichbarkeit der resultierenden 3 Stichproben gesichert. Sowohl den jungen Erwachsenen selbst als auch ihren Eltern wurde zu t8 eine altersadaptierte Version des Temperamentsfragebogens vorgegeben. Anhand der Selbsteinschätzungen der jungen Erwachsenen konnten zu t8 folgende drei Temperamentstypen identifiziert werden: 1. Unkomplizierte junge Erwachsene, 2. Langsam auftauende junge Erwachsene, 3. Schwierige junge Erwachsene. Aus Sicht der Mütter ergaben sich fünf Typen: 1. Sehr pflegeleichte junge Erwachsene, 2. Pflegeleichte junge Erwachsene, 3. Langsam auftauende junge Erwachsene, 4. Schwierige junge Erwachsene, 5. Unauffällige Normalgruppe. Aus Sicht der Väter ergaben sich vier Temperamentsgruppen: 1. Pflegeleichte junge Erwachsene, 2. Soziable pflegeleichte junge Erwachsene, 3. Zurückgezogene schwierige junge Erwachsene, 4. Soziable schwierige junge Erwachsene. Die Korrelationen zwischen den Temperamentseinschätzungen der Eltern und der Söhne bzw. Töchter lagen zwischen 0,213 und 0,521, wobei die Temperamentsskala Offenheit für neue Nahrungsmittel die höchste Korrelation aufwies. Im Längsschnittsvergleich zeigte sich, dass die Temperamentsdimension Erziehbarkeit / Anpassungsbereitschaft seit dem achten Lebensjahr (t4) stabil blieb. Die Ausprägungen der Dimensionen Soziabilität und Offenheit für neue Nahrungsmittel veränderten sich nach dem 11. Lebensjahr nicht mehr. Diese und die weiteren Temperamentsdimensionen (Offenheit für Umwelterfahrungen, Ärgerneigung, Zurückgezogenheit / Schüchternheit, Zielstrebigkeit / Kontrolliertheit) veränderten ihre Ausprägungen ab t7 nicht mehr. Als weiteres Resultat konnte gezeigt werden, dass die Untersuchungspersonen mit 18 bzw. 22 Jahren signifikant weniger zurückgezogen bzw. schüchtern waren, als mit 11 bzw. 15 Jahren. Mit 15 Jahren waren sie signifikant weniger offen für Umwelterfahrungen als mit 11 Jahren. Bezüglich der Stabilität der frühen Temperamentsgruppen zeigte sich Folgendes: 37,5 % der ehemals Slow-to-warm-up Babys waren im Alter von 22 Jahren zur Gruppe der Schwierigen jungen Erwachsenen gewandert. 33,3 % der im Alter von drei Monaten Difficult Babys zählten nunmehr zu den Langsam auftauenden jungen Erwachsenen. 58,3 % der seinerzeit Difficult Babys konnten im jungen Erwachsenenalter einem der unproblematischen Temperamentstypen zugeordnet werden. Andererseits gehörten 66,7 % derjenigen, die mit 11 Jahren dem Temperamentstyp der Kontrolliert Schwierigen zugeordnet worden waren, auch mit 22 Jahren noch zu den Schwierigen. 71,4 % der mit 15 Jahren als pflegeleicht eingestuften Jugendlichen gehörten auch im beginnenden Erwachsenenalter noch der (zusammengefassten) Gruppe der pflegeleichten jungen Erwachsenen an. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass keiner von ihnen in die Gruppe der Erwachsenen mit einem schwierigen Temperament fiel. Ein weiteres wesentliches Ergebnis der vorliegenden Studie war, dass sich die drei Temperamentstypen, die im Alter von drei Monaten beobachtet werden konnten, im beginnenden Erwachsenenalter bezüglich der für die Entwicklung einer Erwachsenenidentität wichtigen Variablen (Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme und Explorationsverhalten) nicht voneinander unterschieden. Auch hinsichtlich des Belastungsgrades der Mütter durch ihre Söhne bzw. Töchter traten zum achten Erhebungszeitpunkt keine Unterschiede zwischen den ehemaligen Temperamentstypen mehr auf. Unerwartet war, dass signifikante Unterschiede zwischen den ehemaligen Slow-to-warm-up-Babys und den Easy Babys im jungen Erwachsenenalter bestanden. Erstere sahen das beginnende Erwachsenenalter vor allem als Zeit des Kennenlernens neuer Leute, in der der Freundeskreis von besonderer Bedeutung ist und in welcher die Ablösung von der Familie stattfindet, an. Im Alter von 18 Jahren hatte es diesbezüglich noch keine Unterschiede gegeben.
Abstract
(Englisch)
The following study investigates the development respectively stability of temperament using the data of a longitudinal study of temperament from Vienna, called ‘FIL-project’, which evaluated individuals aged 3 months, 3, 8, 11, 15, 18 and 22 years. At the age of 3 months they found 3 types of temperament: Easy Babies, Slow-to-warm-up-Babies and Difficult Babies. To compare these types of temperament at the emerging adulthood they were parallelized. Results showed that sociability and openness to new food is stable since the age of 11 and willingness to adapt even since the age of 8. All 7 temperament scales were stable from the age of 18 to 22. Aged from 18 to 22 they were significantly less shy than aged from 11 to 15. At the age of 15 they were significantly less opened to environmental experiences than aged 11. Further 37,5 % of the Slow-to-warm-up Babies have migrated to Difficult young adults; 33,3 % of the Difficult Babies changed to Slow-to-warm young adults; 58,3 % of the Difficult Babies could be assigned to an unproblematic type of temperament at the emerging adulthood. But 66,7 % of Controlled difficult children aged 11 stayed Difficult at the age of 22. 71,4 % of Easy teenager stayed Easy young adults. Easy Babies, Slow-to-warm-up Babies and Difficult Babies didn’t distinguish concerning emotional pressure of their mothers, assumption of responsibility or exploration behavior at the emerging adulthood. Unexpected was the fact, that people who were categorized Slow-to-warm-up-Babys thought at the age of 22 significantly more than formerly Easy Babys, that the emerging adulthood is a time of meeting new people, of becoming more distant from the parents and a time, in which friends are particularly important. Referring to this they didn’t distinguish at the age of 18.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Temperamentsentwicklung beginnendes Erwachsenenalter "Familienentwicklung im Lebenslauf (FIL)" Längsschnittstudie Difficult Baby Stabilität Temperamentstypen Temperamentsskalen
Autor*innen
Barbara Köberl
Haupttitel (Deutsch)
Temperamentsentwicklung im Rahmen der Längsschnittstudie "Familienentwicklung im Lebenslauf (FIL)"
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
326 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Rollett
Klassifikation
77 Psychologie > 77.53 Entwicklungspsychologie: Allgemeines
AC Nummer
AC11815040
Utheses ID
29454
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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