Detailansicht
Zypern im Spannungsfeld regionaler und Weltmachtpolitik
Yakup Kaya
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Hans-Georg Heinrich
DOI
10.25365/thesis.33327
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29860.47822.348766-0
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Zypern ist seit Jahrhunderten Spielball von Fremdmächten. Ab dem 12. Jahrhundert steht die
Insel unter der Herrschaft von Großmächten und Nachbarländern, wie der Türkei und
Griechenland. Das britische Empire verfolgt seit jeher Machtinteressen, denen immer wieder
Widerstand geleistet wurde. ENOSIS, die ideologische Linie des Anschlusses an
Griechenland, bedeutete bis in die 1950er Jahre Unruhe und eine divide-et-impera Politik der
Briten, um die Unabhängigkeit von Zypern zu vereiteln. Erst durch bewusste Beunruhigung
seitens britischer Interventionen wurde 1955 von der Türkei Zypern als res-sine-qua-non
erachtet.
Zu dieser Zeit verhandelte Erzbischof Makarios die ENOSIS - Frage und musste bald davon
abgehen, um die TAKSIM - Bestrebungen, die eine Abspaltung von der griechischen Seite
verfolgten, zu verhindern.
1960 war Zypern für kurze Zeit unabhängig, doch die Verfassung bewirkte Unzufriedenheit,
wohl auch, weil sich widersprechende Interessen der Briten, Griechen und Türken darin
berücksichtigt worden waren. Alle Parteien hatten Interventionsrechte bei Gefährdung der
Verfassung, was 1974 bei der Invasion als Legitimation von der Türkei genutzt wurde.
Die Großmachtpolitik zeigte eine Fortsetzung, als die USA die Türkei ermunterte, eine Region
auf Zypern zu besetzen, um ein „Kuba" auf dem Mittelmeer zu verhindern. Erzbischof
Makarios, der seine Strategien verfolgen wollte und auf seine eigenen militärischen Truppen
setzte, wurde schließlich 197 4 geputscht.
Tage später erfolgte die erste militärische Invasion auf Zypern. Die Lösung der Zypernkrise
wurde mit britischen, türkischen und griechischen Vertretern, jedoch ohne zypriotische
Partizipation verhandelt.
Nach der zweiten Invasion im August desselben Jahres wurde der Nordosten Zyperns
erobert, den die internationale Staatengemeinschaft nicht als eigenständigen Staat
anerkannte.
Nach wie vor bestimmen Großmächte das gesellschaftliche und politische Leben der Insel.
Immer noch unterhält Großbritannien Militärbasen und stützt dadurch indirekt auch verlässlich
die USA, seinen Verbündeten.
Inwieweit sich die Beziehungen zu Russland und China weiter entwickeln, die als
Kreditgeber für Zypern in der andauernden Wirtschaftskrise zu fungieren bereit sind, bleibt ein
brisantes Thema.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Zypernkonflikt
Autor*innen
Yakup Kaya
Haupttitel (Deutsch)
Zypern im Spannungsfeld regionaler und Weltmachtpolitik
Publikationsjahr
2013
Umfangsangabe
303 S. : Ill., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Otmar Höll ,
Karam Khella
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges
AC Nummer
AC12088069
Utheses ID
29602
Studienkennzahl
UA | 784 | 300 | |
