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Eine Meta-Analyse zu Geschlechtsunterschieden im Glauben an Paranormale Phänomene
Matthias Christian Brunmair
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Martin Voracek
DOI
10.25365/thesis.33513
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29232.43826.959965-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In interkulturellen Studien tauchte das paradoxe Phänomen auf, dass Geschlechtsunterschiede umso größer werden, je weiter entwickelt ein Land ist. Dazu gibt es verschiedene Erklärungsmodelle. In Bezug auf den Glauben an das Paranormale sagt die Soziale Marginalisierungs-Hypothese eine gegenteilige Entwicklung zum Gender Equality Paradoxon voraus. Frauen sollen dabei umso stärker an das Paranormale glauben, desto stärker sie marginalisiert werden. Die Studie soll die Plausibilität biologischer, artifizieller und sozialer Erklärungsmodelle zur Entstehung von Geschlechtsunterschieden prüfen und gegenüberstellen. Dazu wurde die Entwicklung der Geschlechtsunterschiede im Glauben an das Paranormale und seiner Dimensionen anhand von k = 540 Stichproben mit N = 584343 Personen aus 100 unterschiedlichen Nationen über Kulturen, Zeit, Alter und Versuchsbedingung untersucht. Dabei wurden länderspezifische Moderatoren, wie Gendergleichstellung, Entwicklungsstand, Hofstedes Kulturdimensionen und Atheismus, sowie stichprobenspezifische Moderatoren, wie mittleres Alter und auch erhebungsspezifische Moderaten, wie die Qualität des Messinstruments, erhoben. Mixed-Effekt Meta-Regressionen ergaben einen großen Einfluss der Gendergleichstellung entsprechend dem Gender Equality Paradoxon. Die Gendergleichstellung ist gegenüber anderen Einflüssen dominant und kann für den Gesamteffekt 47.62% (β = .6496) der Varianz der Geschlechtsunterschiede zwischen den Stichproben aufklären. Es zeigten sich signifikante Interaktionen zwischen den Moderatoren. Die Analysen ergaben, dass der Einfluss des Gender Inequality Index abhängig von kulturellen Einflüssen ist. Bisherige Erklärungsmodelle zum Gender Equality Paradoxon können die gefundenen Ergebnisse nicht ausreichend erklären, oder stehen zu diesen im Widerspruch. Daher wurde ein Dual Prozess Modell zur Erklärung der Ergebnisse entwickelt. Dem Modell folgend entstehen Geschlechtsunterschiede, weil Frauen mit zunehmender Gendergleichstellung verstärkt intuitiv und stereotyp antworten, aber weniger analytisch, konform und sozial erwünscht.
Abstract
(Englisch)
Intercultural studies showed, that against expectation sex differences in many personality traits, interests and behavior advance with gender equality. This phenomenon is known as the gender equality paradox, with different theories to explain it. In case of belief to paranormal activity the social marginality hypothesis predicts that the stronger the marginalization the stronger people believe in the paranormal. However, no study so far has systematically analyzed changes of sex differences in paranormal belief between cultures with low and high gender equality. The goal of this study was to compare different theories to explain variation of sex-differences across nations. Therefor I analyzed sex differences in various dimensions of paranormal believes using data from N = 584.343 participants of k = 540 samples across 100 nations. I analyzed nationwide indicators of gender equality, human development, culture dimensions and atheism. Mixed-effect meta-regression showed a very high impact of gender equality according to the gender equality paradox. Gender equality dominated other predictors across all analyzes. It could explain 47.62% (β = .6496) of variation between samples of the main effect. Furthermore the effect of gender equality on sex differences interacted with cultural indicators. Currently existing theories cannot explain the result sufficiently. For this reason I suggest a dual-process model to explain the results. This model implies that sex differences change with gender equality because of a changing response bias, whereby women behave in testing situations more intuitively and stereotypically with advancing gender equality but less analytically, compliant and socially desirable.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
sex-differences gender equality paradox paranormal belief dual-process meta-analysis
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlechtsunterschiede Gender Equality Paradoxon paranormaler Glaube Dual-Process Theorie Meta-Analyse
Autor*innen
Matthias Christian Brunmair
Haupttitel (Deutsch)
Eine Meta-Analyse zu Geschlechtsunterschieden im Glauben an Paranormale Phänomene
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
126 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martin Voracek
AC Nummer
AC11996678
Utheses ID
29772
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
