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Der ribāṭ als Schnittstelle zwischen ʿibāda und ǧihād
Lea Bäumler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Stephan Procházka
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29452.10239.522566-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Begriff ribāṭ und dessen Einordnung zwischen ǧihād und ʿibāda. Ausgehend von seiner Unterteilung in nomen loci und nomen agendi, die Albrecht Noth seiner Erforschung über den ribāṭ vorangestellt hat, wird zunächst ein topographischer Überblick über Positionierung und Verteilung von ribāṭāt (nomen loci) in den geographischen Einheiten Maġrib und Mašriq gegeben. Aus den Berichten arabischer Geographen des Mittelalters (8.–13. Jh.) ist zu erfahren, dass der ribāṭ vornehmlich an Meeres-, Landesgrenzen und wichtigen Reiserouten, häufig in der unmittelbaren Umgebung von Häfen, Moscheen oder einem Heiligengrab, gelegen ist und bisweilen von frommen Menschen (aṣ-ṣāliḥūn/al-ʿibād) und al-murābiṭūn aufgesucht oder auch bewohnt wird. Angesichts dieser verschiedenen Realitäten, in denen sich ein ribāṭ befinden kann, ist das Untersuchen seiner funktionalen Ausrichtung – vor allem in Hinblick auf kriegerische und religiöse Elemente – von Belang. In Bezugnahme auf Albrecht Noth und Jacqueline Chabbi sind vier verschiedene ribāṭ-Typen – strategischer Ort (militärisch, ökonomisch) (1), Rast- und Poststation (2), Zentrum eines Heiligenkultes (3) oder ein ''klösterlicher'' Ort (4) erkennbar, zu denen sich in den Aufzeichnungen arabischer Geographen jeweils konkrete Beispiel finden lassen. Am Beispiel von zwei ribāṭāt (Sousse, Monastir), die häufig als exemplarische ribāṭ-Bauten angeführt wurden, wird in Bezugnahme auf Architektur und Quellenberichte ein Eindruck über eine solche Institution vermittelt. Zuletzt erfährt der ribāṭ in Verwendung als nomen agendi, vornehmlich im Kontext islamischer Quellen (7.–14. Jh.), nähere Betrachtung. Vor dem Hintergrund des ǧihād-Konzepts geht es hier um die Einordnung der ribāṭ-Tätigkeit im Spannungsfeld kriegerischer wie religiöser Elemente. Ziel der Arbeit ist es einen Überblick über einen komplexen Begriff zu verschaffen, der lange Zeit im alleinigen Verständnis eines nomen loci erforscht und dabei sehr häufig auf ein von Mönchskriegern bewohntes Kloster reduziert wurde. Zur geographischen Orientierung befindet sich im Anhang eine Karte.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
ribāṭ ǧihād ʿibāda Sufismus Sousse Monastir
Autor*innen
Lea Bäumler
Haupttitel (Arabisch)
Der ribāṭ als Schnittstelle zwischen ʿibāda und ǧihād
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
88 S. : Ill., Kt.
Sprache
Arabisch
Beurteiler*in
Stephan Procházka
Klassifikation
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC11812268
Utheses ID
29789
Studienkennzahl
UA | 066 | 673 | |
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