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The contentious pull of the Malay logosphere
Jawization and factionalism among Cambodian Muslims (late 19th to early 21st centuries)
Philipp Bruckmayr
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Rüdiger Lohlker
DOI
10.25365/thesis.33791
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30176.88541.995654-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Seit dem 19. Jahrhundert hat der Islam der muslimischen Minderheit Kambodschas signifikante Wandlungsprozesse erfahren. Einen der bemerkenswertesten und augenfälligsten Aspekte dieser Wandlungen stellt die Annahme des Malaiischen und seiner Adaption der arabischen Schrift, bekannt als jawi Sprache und Schrift, als Hauptvehikel in den Bereichen der religiösen Bildung und der islamischen Gelehrsamkeit unter den lokalen muslimischen Cham- und Khmersprechern dar. Diese derartige Aufwertung des Malaiischen beförderte bzw. ging einher mit einer steten Expansion des islamischen Bildungsbereiches im Lande. Des Weiteren symbolisiert sie das graduelle Aufgehen relevanter und in beständigem Wachstum begriffener Teile der kambodschanischen muslimischen Gemeinde in einer aufkeimenden trans-südostasiatischen Gelehrtenkultur und ihrer sozialen Manifestation auf Basis einer gemeinsamen Verwendung des jawi. Aufgrund dieser Tatsache wird der behandelte Prozess religiösen Wandels unter den Muslimen Kambodschas in der vorliegenden Studie als Jawisierung bezeichnet. Vor dem Hintergrund der Annahme, dass Sprache und Kultur sich als eng verwoben darstellen, wird allerdings hierbei auch eine potentiell und faktisch konfliktreiche Facette dieser südostasienweit einenden und homogenisierenden Rolle des jawi postuliert. Dies vor allem deshalb, weil sie zwangsläufig mit der Marginalisierung islamischer Diskurse und Literaturen in anderen Sprachen der Region einherging. Die vorliegende Studie zeichnet die Genese des Prozesses der Jawisierung und der aus ihm resultierenden innerreligiösen Konflikte in Kambodscha ab dem späten 19. Jahrhundert anhand lokaler und regionaler religiöser, politischer, technologischer und sozialer Konfigurationen nach. Dahingehend liegt ein besonderes Augenmerk auf der Existenz von Gelehrtennetzwerken, welche die kambodschanischen Muslime mit malaiischen Glaubensbrüdern auf (bzw. aus) der Malaiischen Halbinsel und im Nahen Osten verbanden, sowie auf der Relevanz von Büchern, Zeitschriften und Fatwas im gegenseitigen Austausch. Beachtung findet darüber hinaus auch die Resilienz gegenläufiger lokaler Strömungen, welche sich schließlich in der offiziellen Anerkennung zweier getrennter islamischer Glaubensgemeinschaften in Kambodscha manifestieren sollte.
Abstract
(Englisch)
Since the 19th century Islam among Cambodia’s Muslim minority has witnessed profound changes. One of the most salient and illustrative aspects of these changes was the adoption of Malay language and its adaptation of the Arabic script, known as the jawi language and script respectively, as main language of religious instruction and scholarship among a community of speakers of the Cham and Khmer languages. This greatly enhanced place of Malay both accompanied and provided a necessary basis for an unprecedented expansion of Islamic schooling in the country. Secondly, it was a symbol of the full immersion of an important and steadily growing segment of Cambodia’s Muslims in an emerging trans-Southeast Asian Muslim scholarly culture and its social manifestations predicated on the common usage of jawi. Thus, the historical process of religious change among Cambodian Muslims under study is being referred to as Jawization. Based on an assumed intimate link between culture and language, it is argued that the Southeast Asian-wide unifying and homogenizing role of jawi was, however, also potentially disruptive in nature as it entailed the marginalization of Islamic discourses and literatures in other local languages. This study traces the spread of Jawization and resulting intra-Muslim factionalism in Cambodia since the late 19th century by elucidating the local and regional religious, political, technological and social configurations behind it. In this respect it pays particular attention to the existence of scholarly networks linking Cambodian Muslims to co-religionists from/in Malay centers of learning on the Malay Peninsular and the Middle East, and the role of books, magazines and fatwas in communication between them. In addition, it likewise highlights the resilience of local opposition to the changes associated with Jawization as having eventually led to the establishment of two distinct officially recognized Islamic communities in the country.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Islam Cambodia History Language
Schlagwörter
(Deutsch)
Islam Geschichte /Sprache
Autor*innen
Philipp Bruckmayr
Haupttitel (Englisch)
The contentious pull of the Malay logosphere
Hauptuntertitel (Englisch)
Jawization and factionalism among Cambodian Muslims (late 19th to early 21st centuries)
Paralleltitel (Deutsch)
Die umstrittene Anziehung der malaiischen Logosphäre ; Jawisierung und interne Streitigkeiten unter kambodschanischen Muslimen (spätes 19.- frühes 21. Jahrhundert)
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
530
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Rüdiger Lohlker ,
Stephan Procházka
Klassifikationen
11 Theologie > 11.80 Islam: Allgemeines ,
15 Geschichte > 15.78 Südostasien
AC Nummer
AC11998762
Utheses ID
30004
Studienkennzahl
UA | 092 | 385 | |
