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Compliance bei der Durchführung der Mundspülungen von hämatologisch erkrankten Patienten auf der Knochenmarktransplantation Intensivstation
Karin Freudorfer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Vlastimil Kozon
DOI
10.25365/thesis.3426
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29123.87003.104561-5
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
An der Knochenmarktransplantation Intensivstation der Universitätsklinik für Innere Medizin I am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) der Stadt Wien werden autologe und allogene Knochenmark- sowie Blutstammzelltransplantationen durchgeführt. Vor der Transplantation bekommen die hämatoonkologisch Erkrankten eine Hochdosis-Chemotherapie und gegebenenfalls Ganzkörperbestrahlung (Konditionierung). Durch die unter anderem dadurch bedingte Neutropenie sind unsere Patienten stark infektgefährdet. Mittels spezieller Pflegemaßnahmen, wie beispielsweise fünf mal täglichem Mundspülen mit drei verschiedenen Mundspüllösungen (Bepanthen®, Chlorhexamed® und Betaisodona® Mundantiseptikum) wird versucht, die Keimbesiedelung der Mundhöhle möglichst gering zu halten und Infektionen zu verhindern. Chemo- und radiotherapierte Patienten haben eine hohe Wahrscheinlichkeit Mundschleimhautentzündungen (orale Mucositis) zu entwickeln. Diese verursachen den Betroffenen starke Schmerzen, die ein Hindernis beim Schlucken und bei der oralen Nahrungsaufnahme darstellen und die Lebensqualität herabsetzen. Ein wichtiger Faktor bei allen unterstützenden Maßnahmen, wie beispielsweise der Durchführung der Mundspülungen, ist die Compliance der Patienten. Unter Compliance wird heutzutage viel mehr verstanden als nur die veraltete Betrachtensweise, dass der Klient das machen soll was Gesundheitsprofessionalisten ihm anschaffen. Begriffe wie Adherence, Cooperation und Concordance, die die partnerschaftliche Beziehung zwischen Betreuten und den Gesundheitsexperten beschreiben, werden in der Fachliteratur oft synonym mit Compliance verwendet. Die Mundspülungen auf der Knochenmarktransplantation Intensivstation sollen die Keimbesiedelung der Mundflora möglichst gering halten und Mundschleimhautentzündungen vorbeugen. Besteht bereits eine orale Mucositis, soll deren Schweregrad durch die Spülungen reduziert werden. Der Mundpflege kommt auf unserer Station ein wichtiger Aspekt zu. In der Praxis zeigt sich dem Pflegepersonal durch objektive quantitative Messung der Restmengen der Mundspüllösungen nach vierundzwanzig Stunden oft, dass die Patienten diese Mundspülungen, trotz oben genannter genauer mündlicher und schriftlicher Instruktionen, nicht in dem von uns gewünschten Maße durchführen. Die diesbezügliche Compliance scheint uns ausbaufähig. Das ist einer der Beweggründe mich im Zuge dieser Diplomarbeit mit den Themen Mundspülungen und Compliance auseinander zu setzten. Ein mehrmonatiges Literaturstudium in PubMed, cancerLit, dimdi sowie in Fachzeitschriften und Fachbüchern zeigte, dass die Literatur keine einheitlichen Empfehlungen bezüglich Mundspülungen zur Prävention bzw. Reduktion oraler Mucositis gibt. Die Compliance wird nur vereinzelt erhoben. Aus einer Vielzahl von Publikationen zum Thema Mundspülungen und orale Mucositis habe ich für meine Diplomarbeit sechs exemplarische Artikel ausgewählt, beschrieben und in einer übersichtlichen Tabelle dargestellt. Außerdem führte ich narrative Interviews mit acht Patienten, die kurz vor ihrer stationären Entlassung standen. Zwei Interviews mussten im Laufe des Gesprächs abgebrochen werden. Ich erfragte neben persönlichen Ressourcen und Fähigkeiten die persönlichen Präferenzen, situationsbezogene Werte und Normen der Patienten sowie die Zufriedenheit mit der Infrastruktur in Zusammenhang mit den Mundspülungen. Informationen über die Compliance ergaben sich dabei von alleine. Für die Interviewauswertung zog ich ein interpretativ-reduktives Verfahren, das Drei Personen Prinzip, heran. Ergebnisse: Alle Interviewten gaben an mindestens vier mal täglich Mundzuspülen. Nicht alle Patienten wissen was orale Mucositis ist. Der Geschmack der Mundspülungen wird überwiegend als unangenehm beschrieben. Die Gelegenheitsstichprobe ist mit der Infrastruktur, der mündlichen und schriftlichen Pflegeinformation zufrieden. Keiner konnte uns Empfehlungen geben wie wir künftige Patienten besser bei den Mundspülungen unterstützen könnten. Schlussfolgerungen: Alle Patienten haben das Wort orale Mucositis zumindest schon einmal gehört. Wissensdefizite gehören durch aktives Nachfragen verhindert. Eventuell sollte der Spülvorgang praktisch, unter Anleitung einer Pflegeperson, geprobt werden. Ein individueller Mundspülplan soll zurechtgelegt werden. Es gehört überprüft, ob die Betaisodona® Mundspüllösung immer gleich verdünnt wird.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Mundspülungen Compliance orale Mucositis
Autor*innen
Karin Freudorfer
Haupttitel (Deutsch)
Compliance bei der Durchführung der Mundspülungen von hämatologisch erkrankten Patienten auf der Knochenmarktransplantation Intensivstation
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
VI, 142 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Vlastimil Kozon
AC Nummer
AC07505603
Utheses ID
3001
Studienkennzahl
UA | 057 | 122 | |
