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"Tempus tantum nostrum est" ; Seneca über den rechten Umgang mit der Zeit
ein Kommentar zu den "epistulae morales" 1, 12 und 49
Markus Alexander Koralka
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Franz Römer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.33833
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29917.92811.964265-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Aufgrund ihrer thematischen Ausrichtung eignen sich die Briefe 1, 12 und 49 der Epistulae morales besonders gut dafür, Senecas Sichtweise bezüglich des rechten Umgangs mit der Zeit – der freilich auch in anderen Episteln des stoischen Philosophen immer wieder gestreift wird und vor allem in De brevitate vitae eine zentrale Stellung einnimmt – zu beleuchten. In epistula 1 geht es um die verschiedenen Arten des Zeitverlusts und wie man dagegen vorgehen kann. Die Zeit ist das einzige Gut, das jedermanns ureigenster Besitz ist (tempus tantum nostrum est). Deshalb ist jede(r) Einzelne dazu aufgerufen, selbstbestimmt und eigenverantwortlich über dieses Gut zu verfügen, anstatt andere darüber bestimmen zu lassen. Da man jederzeit vom Tod ereilt werden kann, ist die Zeit außerdem ein sehr kostbares Gut, mit dem man nicht achtlos umgehen soll. Es gilt daher, Prokrastination zu vermeiden und die Gegenwart so nutzbringend wie möglich zu verwenden. Im 12. Brief schildert Seneca, wie ihm angesichts des desolaten Zustands seines alten Landguts sein eigenes Alter bewusst wurde und er es zu akzeptieren lernte. Davon ausgehend führt er aus, dass man das Greisenalter trotz seiner Nähe zum Tod nicht zu fürchten braucht, da man genauso in jungen Jahren dahingerafft werden kann. Daran anknüpfend nimmt Seneca eine Unterteilung der Lebenszeit vor und stellt dabei die Lebensabschnitte metaphorisch als konzentrische Kreise dar, deren innerster und kleinster der Tag ist. Ein Tag gleicht nun insofern der gesamten Lebenszeit, als er die gleichen Voraussetzungen für ethisches Handeln bietet. Insofern ist jeder Tag wie der andere. Daher kommt es nicht darauf an, wie lange, sondern wie man lebt. In der 49. Epistel beschäftigt sich Seneca vor allem mit der Flüchtigkeit der Zeit, aufgrund welcher wir unser Leben nicht mit nutzlosen Tätigkeiten verschwenden sollen. Die Beschäftigung mit unnützen Dingen ist (neben dem Nichtstun und unethischen Handlungen) eine Form des selbstverschuldeten Zeitverlusts, die schon im 1. Brief als besonders verwerflich kritisiert wird. Auch in epistula 49 empfiehlt Seneca – wie schon in den beiden anderen Episteln –, jeden Tag in dem Bewusstsein zu leben, dass es der letzte sein kann, und daher keine Zeit zu verlieren. Allen drei Briefen ist also die adhortatio gemeinsam, angesichts der Begrenztheit des menschlichen Lebens und in Anbetracht des unsicheren Zeitpunkts des eigenen Ablebens, die Zeit nicht zu vergeuden, sondern die Gegenwart bestmöglich zu nützen. Obwohl sich Seneca in die stoische Tradition einordnen lässt, finden sich bei ihm auch Übereinstimmungen mit der epikureischen Lehre. Die eigene Zeit für sich selbst in Anspruch zu nehmen, ist etwa ebenso eine Mahnung, die ihn mit den Epikureern verbindet, wie die Ermunterung, angesichts der Begrenztheit der Lebenszeit im Heute zu leben (wobei die Epikureer den Akzent freilich auf den Lebensgenuss legen). Es gilt, sich die Unwiederbringlichkeit jedes Augenblicks bewusst zu machen, das Dasein mit Sinn zu erfüllen und das Leben dementsprechend zu gestalten.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Seneca epistulae morales
Autor*innen
Markus Alexander Koralka
Haupttitel (Deutsch)
"Tempus tantum nostrum est" ; Seneca über den rechten Umgang mit der Zeit
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Kommentar zu den "epistulae morales" 1, 12 und 49
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
81 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Römer
Klassifikation
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.44 Lateinische Sprache
AC Nummer
AC12142505
Utheses ID
30038
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 338 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1