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Myanmar und Syrien
zwei Militärdiktaturen in der Dritten Welt in kontrastierender Darstellung
Heinz Löffler
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Wolfdieter Bihl
DOI
10.25365/thesis.33838
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29310.55133.755360-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Myanmar und Syrien Zwei Militärdiktaturen in der Dritten Welt in kontrastierender Darstellung
Diese Dissertation ist in drei Teile untereilt. Der erste Teil befasst sich mit dem Vergleich von Syrien und Myanmar in verschiedener Hinsicht (Geographie, Natur, Infrastruktur, politisches System und Lage)
Im zweiten Teil wird die Geschichte in Hinsicht darauf wie es trotz verschiedenen Entwicklungen zu einem ähnlichen System der politischen Machtausübung (Militärdiktatur) kam, dargestellt.
Im dritten Teil wird die Entstehung und Entwicklung von Militärdiktaturen in den Regionen der dritten Welt (Afrika, Lateinamerika, Ostasien, Islamische Welt, Ozeanien) anhand von jeweils drei Ländern in Ozeanien zwei Länder, dargelegt.
Am ende gibt es eine vergleichende Übersicht wo neben regionalen Gesichtspunkten auch religiöse, nationale, stammesmäßige Motivationen /Machtgrundlagen dargelegt werden.
Im ersten Teil gibt es eine detaillierte Beschreibung von Syrien und Myanmar wobei Geographie, Natur, Bevölkerung, Soziale Lage, Wirtschaft, Politische Systeme und Ausstattung von Polizei und Militär jeweils gegenüberstellt werden.
Im zweiten Teil folgt ein Überblick über ihre geschichtliche Entwicklung von Anbeginn bis zur Gegenwart. Schwergewicht ist hier die Zeit nach der Unabhängigkeit in der die Entscheidung für die Herrschaft der Armee fiel.
Dabei werden Unterschiede dargestellt als das (Birma/Myanmar) großteils in seiner Geschichte Zentrum von Herrschaftsbildungen war. Syrien hingegen abgesehen von einzelnen Perioden der Geschichte (Seleukiden, Kalifen der Omajjaden Dynastie) immer Provinz und /oder Schauplatz von Kriegshandlungen größerer Mächte war.
Gemeinsamkeiten Kolonialzeit (Birma als Teil des britischen Empires von 1819/86 bis 1948, Syrien als Völkerbundmandat. Die Unabhängigkeit beider Staaten als Folge des durch den Zweiten Weltkrieg bedingten Bedeutungsverlustes von Großbritannien und Frankreich.
Beide Staaten begannen nach der Unabhängigkeit als parlamentarische Demokratien. In Myanmar war es die Herrschaft der Antifascist Peoples Liberation/AFPFL- welche die Kämpfe und Verhandlungen die zur Unabhängigkeit, getragen hatten. Nach Erlangung der Unabhängigkeit kam es zu Kämpfen mit den Kommunisten einerseits und den Vertretern der Nationalen Minderheiten andererseits, die mit den bei der Unabhängigkeit vereinbarten Regelungen unzufrieden waren. Die Schwäche der demokratisch gewählten Regierungen führten 1958 8frewillige Machtübergabe an den Oberkommandierenden der Arme, Ne Win, durch den zivilen Regierungschef (Sir U Nu) zur vorübergehenden Machtergreifung der Armee bis 1960 und 1962 durch Putsch zur dauernden Armeeherrschaft. Erst durch Erlass einer neuen Verfassung 2010 kam es zu einer Rückkehr zu zivilen Strukturen, wobei aber die Armee weiterhin die faktische Macht ausübt.
In Syrien waren die Herrschaftsträger der Parlamentarischen Demokratie hingegen Vertreter der alten Eliten (Großgrundbesitz und Handelsherren der großen Aleppo, Damaskus, Hama, Homs…). Deren Herrschaft wurde neben ihrer Gleichgültigkeit gegenüber den Nöten der sich emanzipierenden Bevölkerung, auch durch die Niederlage im Krieg gegen Israel (1948/49) deskreditiert. Bereits im Jahre 1949 kam es zu einer Reihe von Militärputschen die bis 1970(Machtergreifung von Assad ) dass politische Leben Syriens prägten. Außerdem dominierte ab dem Putsch vom März 1963 die linkssozialistische- nationalistische Baath Elite den Staat.
Im dritten Teil werden pro Region (Afrika, Lateinamerika, Südostasien, Islamische Welt und Ozeanien) jeweils drei Diktaturen (in Ozeanien zwei) pro Region näher beschrieben.
In Afrika werden die Länder Nigeria, Ghana und Demokratische Republik Kongo (vormals Zaire) dargestellt. Nigeria, weil es das bevölkerungsreichste Land Schwarzafrikas ist und mit seiner Entwicklung typisch für diese Region ist, ebenso gilt das –abgesehen von der Größe der Bevölkerung – für Ghana. Kongo weil es mit seiner Geschichte seit der Unabhängigkeit (Bürgerkrieg, Diktatur Mobutus und anschließend wieder Bürgerkrieg) ,danach bis jetzt mit den Kriegen /Kämpfen in den Provinzen (vor allem Osten ) und schwacher Zentralregierung Beispiel für einen „Failed State „ ist.
In Lateinamerika wird die Entwicklung in Chile, Peru und Kuba näher dargelegt. Kuba und Chile weil sie mit Castro und Pinochet jeweils entgegengesetzte Vorstellungen von einer Staatsführung in Lateinamerika bilden. Revolution von „unten „ mit Enteignung der herrschenden Klassen (Kuba) und Revolution von „oben „ mit Zerschlagung der Organisationen an der Basis (Chile) und anschließender Umverteilung der Ressourcen von „unten „ nach „oben „. Hier wird an den Beispielen Castro und Pinochet die Ähnlichkeit beider Anführer als lateinamerikanische „Caudillos“ dargestellt.
In Südostasien wird an den Beispielen Südkorea, Thailand und Indonesien das asiatische Modell einer Entwicklungsdiktatur vorgestellt, deren Prototyp Südkorea unter General Park Chung Hee (1961-19799 war. Südkorea ist auch das Beispiel dafür, wo sich dieses Herrschaftsmodell durch seinen Erfolg überflüssig gemacht hatte.
Bei den Islamischen Ländern werden die Militärdiktaturen von Ägypten, Pakistan und Jemen vorgestellt. Ägypten , weil es mit dem Putsch von Nasser 1952 das Vorbild für viele folgende Staatsstreiche in der arabischen Welt war. Pakistan , da die Armee in diesem Land faktisch die Identität des Staates ausmacht und den großen Teil in der Geschichte diese Nation regiert hat. Jemen , weil die Armee seit der Revolution von 1962 den Staat beherrscht hat.
Bei Ozeanien wird die Entwicklung in den Salomonen und den Fidschi Inseln besprochen. Bei den Salomonen kam es zu einem kurzlebigen Staatsstreich (Juni 2000) während der bürgerkriegsähnlichen Unruhen.
In Fidschi etablierte sich die Armee seit 1987 als Trägerin der Macht vor allem gegen den Bevölkerungsteil indischer Herkunft.
Zuletzt gibt es einen vergleich der Militärdiktaturen hinsichtlich Kriterien. Grundsätzlich gemeinsam für Entstehung einer Militärdiktatur ist eine Störung des bestehenden Machtgefüges. Daneben werden Kriterien von regional unterschiedlicher Wichtigkeit angeführt wie Religion, Stammeszugehörigkeit, Stellung des Anführers.
Abstract
(Englisch)
Myanmar and Syria: Contrasting representation of two Third World military dictatorships
This dissertation is divided in three parts. The first part deals with the comparison of different aspects of Syria and Myanmar (geography, nature, infrastructure, political systems and location).
The second part presents history regarding a similar system of political exercise of power despite different developments.
In the third part, the creation and development of military dictatorships in the regions of the Third World (Africa, Latin America, East Asia, Islamic World and Oceania) will be demonstrated by examples based on three countries in each region, two countries in Oceania.
At the end, there is a comparative overview outlining the regional points of view as well as the religious, national and social motivations/basis of power.
The first part gives a detailed description of Syria and Myanmar comparing their geography, nature, population, social situation, economics, political systems and configuration of police and military forces.
In the second part, presented is an overview of their historical developments from the beginning to the present. The focus is on the post-independence period which brought the decision for the military rule.
The differences in the respective histories are expressed through examples. Major part of the history of Burma/ Myanmar was the establishment of power. However, Syria was, apart from a few historical periods (Seleucid, Umayyad Caliphate), always a province and / or a theatre of war of stronger powers.
Similarities in histories of Burma and Syria lie in the fact that they were both under the rule of European powers (Burma as part of the British Empire from 1886 to 1948, Syria as part of the League of Nations mandate founded after the first world war). The independence of the two states was as a result of the WWII and the loss of political significance of Britain and France.
After gaining independence, both states began as parliamentary democracies. In Myanmar, it was the rule of the Antifascist Peoples Liberation / AFPFL- that had supported the struggles and negotiations that lead to independence. After gaining independence, struggles with the Communists appeared on the one hand and the representatives of the national minorities on the other, as they were dissatisfied with the arrangements agreed upon independence. In 1958, weakness of democratically elected governments led to the voluntary transfer of power to the Army Chief Commander, Ne Win. With the civilian Head of Government (Sir U Nu) the army temporally seized power from 1958 to 1960 and 1962 and then, by coup, military rule became permanent. Only by adopting a new constitution in 2010 there was a return of civilian structures, whereby the Army still had de facto power.
In Syria, the leaders established by the parliamentary democracy were in opposition to the representatives of the old elites (landowners and merchants of the larger cities Aleppo, Damascus, Hama, Homs…). Their rule was discredited because of their indifference towards the needs of the emancipated population, and also the defeat in the war against Israel (1948/49). Already in 1949 came the first of a series of military coups which dominated the political life of Syria until 1970 (power seized by Assad). Furthermore, after the coup in March 1963, the left Social Nationalist Ba’ath Party dominated the state.
In the third part, three dictatorships per region are to be described in detail in Africa, Latin America, Southeast Asia, the Islamic world, and two dictatorships in Oceania.
African countries described will include Nigeria, Ghana and the Democratic Republic of Congo (formerly Zaïre). Nigeria, because it is the most populous country in black Africa and its development is typical for this region. This is also true for Ghana, regardless of the population size. Congo as an example of a ‘failed state’ because of its history since independence (civil war, the dictatorship of Mobutu, then again civil war) and until now with wars / battles in provinces (especially in the east) and weak central government.
In Latin America, the development of Chile, Peru and Cuba will be discussed in more detail. Cuba and Chile were chosen because, with Castro and Pinochet respectively, they form opposite concepts of governance in Latin America. The revolution from ‘below’ with expropriation of the ruling class (Cuba) and the revolution from ‘above’ with destruction of organizations at the base (Chile) and subsequently redistribution of resources from "below" to "above". The similarity of the two leaders, Castro and Pinochet, is represented as Latin American caudillos.
In Southeast Asia, the Asian model of a developing dictatorship will be shown by the examples of South Korea, Thailand and Indonesia, with South Korea as a prototype under General Park Chung Hee (1961-1979). South Korea is also the example where this model of governing was made redundant by its success.
Out of Islamic countries, the military dictatorships of Egypt, Pakistan and Yemen are presented. Egypt is mentioned, because Nasser’s coup in1952 served as a model for many of the following military coups in the Arab world. Pakistan is presented because its army constitutes the identity of the state and has ruled for a long time during the history of this nation. Finally, Yemen is mentioned because the army has governed the country since 1962 revolution.
In case of Oceania, the development of the Solomon Islands and Fiji is discussed. In the Solomon Islands, there was a short-lived coup (June 2000) during the civil unrest.
In Fiji, since 1987, the army has established itself as a vehicle means of power, especially against the population of Indian origin.
Comparison of military dictatorships indicates a disturbed power structure as a fundamental common ground for establishment of a military dictatorship. Besides, criteria are stated based on significant factors that differ depending on region, like religion, social affiliation, position of the leader.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Myanmar Syria "military dictatorships"
Schlagwörter
(Deutsch)
Myanmar Syrien Miltärdiktaturen
Autor*innen
Heinz Löffler
Haupttitel (Deutsch)
Myanmar und Syrien
Hauptuntertitel (Deutsch)
zwei Militärdiktaturen in der Dritten Welt in kontrastierender Darstellung
Paralleltitel (Englisch)
Myanmar and Syria ; contrasting representation of two Third World military dictatorships
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
433 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Wolfdieter Bihl ,
Hans-Georg Heinrich
Klassifikation
15 Geschichte > 15.20 Allgemeine Weltgeschichte
AC Nummer
AC11862261
Utheses ID
30042
Studienkennzahl
UA | 092 | 312 | |
