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19 Jahre nach dem Genozid
der Einfluss von Resilienz auf die Bewältigung von Posttraumatischer Belastungsstörung am Beispiel ruandischer Studentinnen und Studenten
Judith Gleixner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Brigitte Lueger-Schuster
DOI
10.25365/thesis.33908
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29663.74917.676354-3
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ziel dieser Studie war die Untersuchung von Resilienz- (Schutz-) und Risikofaktoren bei der Posttraumatischen Belastungsstörung von Erwachsenen, die 1994 den Genozid in Ru-anda als Kinder oder Jugendliche überlebten. Insgesamt wurden 118 ruandische Studenten, im Alter von 23 bis 43 Jahren in einer Querschnittsuntersuchung mit einem nicht-experimentellen Design zu einem Messzeitpunkt befragt. Um die Art und Häufigkeit trau-matischer Ereignisse während des Genozids sowie PTBS-Symptome zum Zeitpunkt der Erhebung zu erfassen, wurde der Harvard Trauma Questionnaire eingesetzt. Zur Analyse von Resilienz- und Risikofaktoren, die die Bewältigung traumatischer Erlebnisse unterstüt-zen bzw. das PTBS-Risiko erhöhen, lag der Schwerpunkt dieser Studie insbesondere auf sozialer Unterstützung, Bedeutung von Glaube bzw. Spiritualität und verschiedenen Co-ping-Strategien. Dabei wurden unter anderem folgende Erhebungsinstrumente verwendet: Connor Davidson Resilience Scale, Brief Cope Inventory und Enrichd Social Support In-ventory. Rund zwei Drittel der Befragten litten an einer PTBS nach DSM-IV, gleichzeitig wiesen sie ein überdurchschnittliches Ausmaß an Resilienz auf. Die Ergebnisse der Re-gressionsanalysen bestätigten soziale Unterstützung und adaptive Coping-Strategien (ins-besondere Aktive Bewältigung) als resilienzfördernd, während dies für Glaube bzw. Spiri-tualität nicht gezeigt wurde. Soziale Unterstützung und adaptive Coping-Strategien (insbe-sondere Humor) erwiesen sich zudem als Schutzfaktoren vor der Entstehung von PTBS. Die maladaptive Coping-Strategie Verleugnung stellte einen Risikofaktor für eine PTBS dar. Entgegen der Erwartungen wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Resilienzausprägung und der PTBS-Symptomatik festgestellt. Neben einer hohen PTBS-Prävalenz zeigte sich gleichzeitig eine stark ausgeprägte Resilienz. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die aus dem westlichen Kulturraum stammenden Erhebungsinstrumente für die Gesellschaft und Kultur Ruandas ungeeignet sind. Die gewonnenen Ergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis des psychischen Gesundheitsstandes von traumatisierten Studenten aus Ruanda, insbesondere mit Blick auf Resilienz- und Risikofaktoren bei Posttraumatischer Belastungsstörung, bei. Darüber hinaus werden Implikationen für den Forschungs- und Gesundheitsbereich diskutiert.
Abstract
(Englisch)
The aim of this study was to investigate resilience (protective) and risk factors for post-traumatic stress disorder in adults who survived the 1994 genocide in Rwanda as children or adolescents. A total of 118 Rwandan students between the ages of 23 and 43 years par-ticipated in a cross-sectional study with no experimental design and one point of measure-ment. To assess the type and the occurrence of traumatic events during the genocide as well as PTSD symptoms at the time of the study, the Harvard Trauma Questionnaire was used. To assess resilience and risk factors that support the overcoming traumatic experi-ences or increase the risk of PTSD, this study focused especially on social support, im-portance of belief or spirituality and different coping strategies. In order to do so, the fol-lowing instruments were used: Connor Davidson Resilience Scale, Brief Cope Inventory and Enrichd Social Support Inventory. Around two-thirds of the res¬pondents suffered from PTSD, while at the same time they showed an above-average degree of resilience. The results of the regression analysis confirmed social support and adaptive coping strategies (especially active coping) to be fostering resilience, while belief or faith had no influence. Social support and adaptive coping strategies (especially humor) showed to be protective factors against PTSD. The maladaptive coping strategy denial posed as a risk factor for PTSD. Contrary to expectations, no significant relationship between the levels of resilience and PTSD symptoms was found. Apart from a high prevalence of PTSD, high levels of resilience were found. A possible explanation for this is that the survey instruments origi-nating from western culture are unsuitable for the society and culture of Rwanda. The ob-tained results contribute to a better understanding of the mental health status of traumatized students from Rwanda, particularly with regard to resilience and risk factors of post-traumatic stress disorder. In addition, implications for further research and the health sector are discussed.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Rwanda genocide resilience PTSD
Schlagwörter
(Deutsch)
Ruanda Genozid Resilienz PTBS
Autor*innen
Judith Gleixner
Haupttitel (Deutsch)
19 Jahre nach dem Genozid
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Einfluss von Resilienz auf die Bewältigung von Posttraumatischer Belastungsstörung am Beispiel ruandischer Studentinnen und Studenten
Paralleltitel (Englisch)
19 years after the Genocide ; the impact of resilience to overcome post-traumatic stress disorder in a sample of Rwandan students
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
135 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Lueger-Schuster
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC12061987
Utheses ID
30101
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
