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Erzählebenen und Metafiktionalität in Charlie Kaufmans Filmen
Michael Eisinger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Christian Schulte
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.33949
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29643.15099.272270-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Charlie Kaufman ist ein amerikanischer Drehbuchautor und Filmregisseur, der durch seine unkonventionelle Art zu den bekanntesten Vertretern des amerikanischen Independent – Kinos gehört. Seine Karriere begann als Drehbuchautor für Fernsehserien, jedoch wechselte er bald schon zu Filmdrehbücher. Bereits mit seinen ersten Werken „Being John Malkovich“ (1999), „Adaption“ (2002) und „Eternal Sunshine Of The Spotless Mind“ (2004) wurde er jeweils für den Oscar nominiert, von denen ihm jedoch nur letzteres den Goldmann einbrachte. Mit dem darauffolgenden Film „Synecdoche, New York“ begab er sich 2008 erstmals auf den Stuhl des Regisseurs. Kaufmans Werke sind dafür bekannt, dass sie die Reise ins Unterbewusstsein thematisieren. Kaufman möchte durch unterschiedliche Umsetzung den Zuschauern die Gedanken der Protagonisten näher bringen und sie an deren Gedankenwelt teilhaben lassen. Weiters bedient sich Kaufman in jedem seiner oben genannten Werke der Metafiktionalität. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen miteinander und der Betrachter taucht dadurch vollends in das Leben der Figuren ein. Zeit- und Narrationssprünge sind ein häufig gewähltes Stilmittel in Kaufmans Filmen. Metafiktionale Werke, bei denen es sich um Filme, Texte oder Theaterstücke handeln kann, sind selbstreflektierend und lassen den Betrachter, manchmal auch auf ironische Art und Weise, spüren, dass es sich um Fiktion handelt. Allgemein gültige narrative Regeln werden durchbrochen und erzählerische Grenzen überschritten, indem sich zum Beispiel Autoren selbst in ihre Werke einbauen oder Rezipienten direkt angesprochen werden. In der vorliegenden Arbeit wurden die vier oben genannten Werke Kaufmans „Being John Malkovich“ (1999), „Adaption“ (2002), „Eternal Sunshine Of The Spotless Mind“ (2004) und „Synecdoche, New York“ (2008) hinsichtlich ihrer Ebenen-Struktur und dem Gebrauch metafiktionaler Erzähltechniken miteinander verglichen. Während Kaufman in seinem Erstlingswerk „Being John Malkovich“ noch wenig metafiktionale Narration einbringt, findet man in seinen folgenden Werken immer mehr grenzüberschreitendes Erzählen. In seinem jüngsten, Oscar- gekrönten Werk „Synecdoche, New York“ arbeitet er mit der höchsten Anhäufung metadiegetischer Ebenen. Auch die Reise ins Unterbewusstsein kann man als zentrales Motiv der Werke wiederfinden. Kaufman bindet das abstrakte Bild der Reise ins Unterbewusstsein in alle Filme ein, setzt es jedoch unterschiedlich um. „Being John Malkovich“ zeigt dieses Bild als Wunsch, in das Leben eines anderen einzutauchen, „Eternal Sunshine Of The Spotless Mind“ löscht Erinnerungen und schafft Platz für neue Bilder und eine neue Liebe. In „Adaption“ reist Kaufman mit den Zuschauern in sein eigenes Unterbewusstsein und zeigt, wie es in ihm aussieht, wenn er an einer Schreibblockade leidet. Der letzte Film „Synecdoche, New York“ gewährt einen Einblick in den Kopf eines Theaterregisseurs, der versucht sein eigenes Sein zu ergründen und durch seine Arbeit unsterblich zu werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Filme von Charlie Kaufman an erzählerischer Dichte zugenommen haben. Durch die verstärkte Verwendung von metafiktionalen Elementen sind die Filme für den Zuschauer interessanter, aber auch komplizierter geworden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Charlie Kaufman Being John Malkovich Adaptation Eternal Sunshine of the Spotless Mind Synecdoche New York Metafiktionalität Metafiktion Metalepse
Autor*innen
Michael Eisinger
Haupttitel (Deutsch)
Erzählebenen und Metafiktionalität in Charlie Kaufmans Filmen
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
104 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christian Schulte
Klassifikationen
24 Theater, Film, Musik > 24.31 Systematische Filmwissenschaft ,
24 Theater, Film, Musik > 24.37 Film: Sonstiges
AC Nummer
AC12144314
Utheses ID
30139
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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