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Einstellungen zu Suizid, Religiosität und Health Beliefs
ein interkultureller Vergleich zwischen Kroatien und KroatInnen in Österreich
Iva Mikulic
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Martin Voracek
DOI
10.25365/thesis.33952
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29942.44432.311565-6
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die folgende Diplomarbeit reiht sich ein in eine Serie von ähnlich gestalteten, bereits abgeschlossenen Diplomarbeitsprojekten. In dieser Studie wurden zwei Kulturgruppen, die der kroatischen ImmigrantInnen und die der KroatInnen hinsichtlich der Einstellung zu Suizid, Religiosität und Health Beliefs miteinander verglichen, dies sollte zu einem besseren Verständnis von Suizidalität und den unterschiedlichen Suizidraten in den verschiedenen Ländern führen.
Bisherige Ergebnisse der Stigma-Hypothese (Eskin, 1995), die besagt, dass in einer Gesellschaft, in der die Einstellung zu Suizid liberaler ist, die Menschen Suizid eher akzeptieren und die suizidgefährdeten Personen somit nicht die notwendige soziale Unterstützung von ihren Mitmenschen bekommen, die sie benötigen würden und begehen daher mit höherer Wahrscheinlichkeit Suizid, konnten nur teilweise repliziert werden. Bezüglich der Religiosität gab es keinen Unterschied zwischen den Kulturen. Jedoch waren Frauen wie angenommen religiöser als Männer. Männliche kroatische Immigranten und Frauen aus Kroatien gingen am häufigsten in die Kirche. Auch Personen aus dem Küstengebiet haben angegeben häufiger in die Kirche zu gehen als KroatInnen aus Kontinentalkroatien. Da in mehreren Studien Religiosität als Schutzfaktor gegen Suizidalität beobachtet wurde, wurde in dieser Studie versucht eine Verbindung zwischen Religion und Suizideinstellungen und Akzeptanz von suizidgefährdeten Freunden nachzuweisen. Kroatische ImmigrantInnen akzeptierten zwar Suizid mehr als KroatInnen, aber kroatische ImmigrantInnen der zweiten Generation, die häufiger in die Kirche gingen, glaubten auch mehr an die Bestrafung nach dem Tod und waren der Meinung, dass suizidales Verhalten verheimlicht werden soll. Wohingegen die erste Generation den Wunsch äußerte offener über Suizid zu sprechen. Entsprechend der Stigma-Hypothese zeigten KroatInnen eine negative Einstellung gegenüber Suizid, aber wiesen eine höhere soziale Akzeptanz gegenüber einem suizidgefährdeten Freund auf. Frauen zeigten allgemein eine höhere soziale Akzeptanz gegenüber einem suizidgefährdeten Freund auf.
Ergebnisse der Ursachenzuschreibung von Laien zeigten, dass kroatische ImmigrantInnen der Meinung waren, dass Suizid z.B. durch Konflikte mit PartnerInnen ausgelöst werden kann oder durch arbeitsbedingten Stress (z.B. Kündigung) verursacht wird. Sowohl die kroatischen ImmigrantInnen als auch die KroatInnen glaubten nicht an genetische Faktoren des Suizids.
Entgegen der Annahme zeigten die kroatischen ImmigrantInnen eine geringere Bereitschaft professionelle psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen als KroatInnen. Außerdem hat sich das weibliche Geschlecht als signifikanter Prädiktor für das Aufsuchen psychologischer Hilfe gezeigt.
Abstract
(Englisch)
Background Suicidal behavior and rates differ in various populations and cultures which brings upon the idea that culture factors are crucial for understanding the complex construct of suicide. Previous studies have shown that religion is associated with lower suicide rates whereas in countries where suicide rates are high the attitude towards suicide is more liberal. According to the stigma hypothesis (Eskin, 1995) people living in a liberal society are more likely to commit suicide, but at the same time suicidal individuals are more likely to be rejected and isolated. The following study is based on this fundamental theory and some other critical assumptions which will be later discussed.
Purpose This cross-cultural study investigated attitudes towards suicide and reactions to suicidal individuals, religiosity, lay theories of suicide as well as the beliefs in the inheritance of risk factors for suicide and attitudes towards seeking help.
Method The responses of six questionnaires were used to collect the data in a group of Croatians in Austria (n = 151) and Croatians in Croatia (n = 124).
Results There was no difference between religiosity of those two groups. Nonetheless had Croatians in Croatia a more negative attitude towards suicide and showed a more accepting behavior towards a suicidal friend. There also was no difference between genetic influences of those two samples, but there was a significant difference in the lay theories of suicides between the two samples. Croatians in Austria had a more reluctant attitude towards seeking professional psychological help than their counterparts.
Conclusion The stigma hypothesis was only partially confirmed. In general, Croats from Croatia had a more negative attitude towards suicide, but they showed a more positive attitude towards a suicidal person than Croatian immigrants from Austria. Cultural factors more than religion were found to have a crucial impact on the attitudes towards suicide. Processes related to migration are important factors which should be considered in future cross-cultural studies.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Interkultureller Vergleich Suizid Kroatien KroatiInnen in Österreich Religiosität Health Beliefs
Autor*innen
Iva Mikulic
Haupttitel (Deutsch)
Einstellungen zu Suizid, Religiosität und Health Beliefs
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein interkultureller Vergleich zwischen Kroatien und KroatInnen in Österreich
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
97 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martin Voracek
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.03 Methoden und Techniken der Psychologie ,
77 Psychologie > 77.69 Sozialpsychologie: Sonstiges
AC Nummer
AC12085013
Utheses ID
30142
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
