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Entwicklungsverläufe von Belastungen bei Müttern im Rahmen der Längsschnittstudie "Familienentwicklung im Lebenslauf (FIL)"
Alice Schnorrer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Brigitte Rollett
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.34000
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30040.57605.524066-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es, die längsschnittliche Entwicklung der Belastung von Müttern vom Säuglings- bis zum mittleren Jugendalter ihrer Kinder zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurde auf die Daten des Längsschnittprojektes „Familienentwicklung im Lebenslauf“ (siehe Rollett, 2014; Rollett & Werneck 1993, 2001, 2008) zurückgegriffen, wobei folgende Erhebungswellen Berücksichtigung fanden: Sechstes Schwangerschaftsmonat (t1: N = 175); Alter des Kindes 3 Monate (t2: N = 168); Alter des Kindes 8 Jahre (t4: N = 137); Alter des Kindes 15 Jahre (t6: N = 131 Mütter). Als Erhebungsinstrumente dienten ein umfangreicher Fragebogen zur Gesamtsituation der Familie, sowie der Elternschaftsfragebogen von Nickel, Grant und Vetter (1990), ein in Anlehnung an Thomas und Chess (1977) neu entwickelter und für die verschiedenen Altersstufen adaptierter Temperamentsfragebogen und der Partnerschaftsfragebogen von Hahlweg (1996), sowie der Zweierbeziehungsbogen aus den „Familienbögen“ von Cierpka und Frevert (1994). Um Gruppen von Müttern bezüglich verschiedener Belastungsindikatoren zu ermitteln, wurden hierarchische Clusteranalysen (nach Ward) unter Einbeziehung der Skalen des Elternschaftsfragebogens durchgeführt. Es konnten die folgenden Müttercluster identifiziert werden, die sich hinsichtlich der Skalen signifikant unterscheiden: Zu allen berücksichtigten Untersuchungszeitpunkten fanden sich drei Müttertypen: die „Belasteten Mütter“, die „Kind-/Familienorientierten Mütter“ und die „Berufsorientierten Mütter“ (3er-Clusterlösungen). Weitere Differenzierungen konnten zu folgenden Zeitpunkten ermittelt werden: Zu t2: „Kindorientierte“ und „Familienorientierte Mütter“ (in der 4er-Clusterlösung), sowie „Traditionelle“ und „Belastete Mütter“ (in der 5er-Clusterlösung); zu t4: „Durchschnittliche“ und „Belastete, traditionelle Mütter“ (in der 4er-Clusterlösung), sowie „Durch die Schwangerschaft belastete Mütter“ (ab der 4er-Clusterlösung); zu t6: „Emanzipierte“ und „Berufsorientierte Mütter“ (in der 4er-Clusterlösung). Keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich des Grades der Belastung der Mütter der Müttercluster bestanden bezüglich der Kinderanzahl in der Familie, des Familienstandes, des Bildungsstandes und der empfundenen Einengung der sozialen Kontakte durch die Sorge für das Kind. Auch bezüglich einschlägiger Temperamentsskalen (Rhythmizität und Reaktionsintensität des Kindes zu t2, Zielstrebigkeit/ Kontrolliertheit und Erziehbarkeit zu t4 und t6), sowie hinsichtlich der entwicklungsabschnittsspezifischen Belastungsfaktoren bestanden keine Unterschiede in der mütterlichen Belastung. Signifikante Unterschiede zwischen den Mütterclustern fanden sich jedoch zum zweiten Untersuchungszeitpunkt bezüglich der Einschränkung sozialer Kontakte und des Betreibens von Sport, bzw. Hobbies außer Haus, wobei die „Belasteten Mütter“ hier die höchsten Ausprägungen angaben. Zur vierten Erhebungswelle konnten bezüglich der Variablen Alter der Mutter, Berufstätigkeit und durchschnittliches Haushaltseinkommen signifikante Unterschiede gefunden werden: Die „Belasteten Mütter“ waren signifikant jünger, signifikant seltener berufstätig und gaben ein signifikant niedrigeres Haushaltseinkommen an. Letzteres war auch zu t6 der Fall. Clusterunterschiede bezüglich der Partnerschaftsqualität konnten für den zweiten und den sechsten Untersuchungszeitpunkt nachgewiesen werden, wobei die „Belasteten Mütter“ die niedrigste erlebte Zärtlichkeit und Gemeinsamkeiten/Kommunikation angaben. Zu t6 berichteten die „Belasteten Mütter“ zusätzlich ein signifikant höheres Streitverhalten. Insgesamt zeigten die Vergleiche der verschiedenen Müttercluster-Lösungen, dass Belastung bei Müttern unter anderem mit traditionellen Rollenvorstellungen einhergeht, bzw. dass sich ein höherer Emanzipationsgrad protektiv bezüglich mütterlicher Belastung auszuwirken scheint. Unterscheidet man „Kindorientierte Mütter“ von „Familienorientierten Müttern“, so zeigt sich, dass signifikante Unterschiede zwischen ihnen und der Gruppe der „Belasteten Mütter“ hinsichtlich der Belastungsfaktoren nur zwischen den Letzteren und den „Kindorientierten Müttern“ bestehen. Eine höhere Kindorientierung der Mütter scheint sich offenbar ebenfalls belastungsmindernd auszuwirken.
Abstract
(Englisch)
The goal of this thesis is to examine the longitudinal development of maternal stress of mothers with children from infancy to middle adolescence. For that purpose it was referred to the data of the longitudinal study „Familienentwicklung im Lebenslauf“ (Rollett, 2014; Rollett & Werneck 1993, 2001, 2008), taking into account the following survey waves: the sixth month of pregnancy (t1: N = 175); three-month old child (t2: N = 168); eight-year old child (t4: N = 137); fifteen-year old child (t6: N = 131 Mütter). Surveys tools used in this thesis were a comprehensive Fragebogen zur Gesamtsituation der Familie, and also the Elternschaftsfragebogen by Nickel, Grant and Vetter (1990), a new developed Temperamentsfragebogen based on Thomas and Chess (1977) adapted by age and the Partnerschaftsfragebogen by Hahlweg (1996) and also the “Zweierbeziehungsbogen” from the “Familienbögen” by Cierpka and Frevert (1994). In order to build groups of mothers regarding various indicators of stress, hierarchical cluster analysis (Ward method) were utilized, taking into account the scales of the Elternschaftsfragebogen. The following groups of mothers could be identified, which differentiate significantly with regard to the scales. In all examined survey waves three types of mothers were found: the “burdened mothers”, the “child-/familyoriented mothers” and the “careeroriented mothers” (three cluster solution). Further differentiations could be established at the following survey points: at t2: “childoriented” and “familyoriented mothers” (four cluster solution), as well as “traditional” and “burdened mothers” (five cluster solution); at t4: “indifferent” and “burdened, traditional mothers” (four cluster solution), as well as “burdened mothers through pregnancy” (away from the four cluster solution); at t6: “emancipated” and “careeroriented mothers” (four cluster solution). No significant differences were found between the types of mothers regarding the degree of maternal stress with respect to the number of children within the family, family status, educational attainment and perceived social confinement as a result of the child’s care. In addition, there were no differences in maternal stress with respect towards pertinent temperament scales (rhythmicity and reaction intensity of the child at t2, purposefulness/controlledness and educability at t4 and t6) or towards development stage specific stress factors. Significant distinctions between different types of mothers existed however in the second survey wave concerning social restriction, limitation of athletic activity and hobbies away from home, whereby the “burdened mothers” showed the highest results. At t4 there were significant differences with respect to the mother’s age, occupation and average household income. The “burdened mothers” were significantly younger, significantly less often employed and stated a significantly lower household income; the latter was also the case in t6. Cluster-analytical differences regarding partnership quality could be proved for t2 and t6, whereby the “burdened mothers” maintained the lowest experienced tenderness and commonalities/communication. At t6 the “burdened mothers” additionally reported a significantly higher tendency towards conflict. Overall the comparisons of the different clusters of mothers showed that maternal stress is associated, among others, with traditional role conceptions and a higher emancipation level appears protective against maternal stress. If the “childoriented mothers” are distinguished from the “familyoriented mothers”, it is shown that significant differences between them and the group of “burdened mothers” with respect to maternal stress factors only exist between the latter and the “childoriented mothers”. A higher child orientation of mothers obviously appears to also contribute towards lower maternal stress.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
longitudinal development of maternal stress maternal stress factors sixth month of pregnancy eight-year old child fifteen-year old child "FIL"-study
Schlagwörter
(Deutsch)
längsschnittliche Entwicklung der Belastung von Müttern mütterliche Belastungsfaktoren Säuglingsalter Grundschulalter mittleres Jugendalter Familienentwicklung im Lebenslauf "FIL"-Projekt
Autor*innen
Alice Schnorrer
Haupttitel (Deutsch)
Entwicklungsverläufe von Belastungen bei Müttern im Rahmen der Längsschnittstudie "Familienentwicklung im Lebenslauf (FIL)"
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
298 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Rollett
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.53 Entwicklungspsychologie: Allgemeines ,
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC12068756
Utheses ID
30189
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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