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Pädiatrische Kleinhirntumore und ihre Auswirkungen auf Exekutivfunktionen und Verhalten
eine retrospektive Analyse
Irene Ritter
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ursula Kastner-Koller
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.34129
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30155.43392.245161-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
HINTERGRUND: Die Überlebensrate von pädiatrischen HirntumorpatientInnen stieg dank besserer Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren kontinuierlich an, wodurch die Langzeitfolgen von Hirntumoren immer mehr in den Fokus rückten. Ziel dieser Arbeit war es, die Auswirkungen von pädiatrischen Kleinhirntumoren auf die exekutiven Funktionen und das Verhalten zu untersuchen. Dabei wurden auch bestimmte Risikofaktoren (Geschlecht, Tumorart und Behandlung, Alter bei Diagnosestellung, vergangene Zeit seit Diagnosestellung) untersucht. Zusätzlich wurden die diagnostischen Eigenschaften der verwendeten Messinstrumente untersucht indem verglichen wurde, ob die Messinstrumente die gleichen Kinder und Jugendliche als auffällig bzw. unauffällig erkannten oder nicht. METHODE: Die Stichprobe bestand aus 27 Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 16 Jahren, die an einem Kleinhirntumor erkrankt waren. Die exekutiven Funktionen wurden anhand des BRIEF Fragebogens und der Leistungstests TMT und Wisconsin Card Sorting Test (sowie das computergestützte Kartensortierverfahren) untersucht. Der SDQ Fragebogen wurde verwendet um das Verhalten zu erheben. Dabei wurden die Werte der Stichprobe mit den Normstichproben der Manuale statistisch mittels t-Test und Mann-Whitney U-Test verglichen. Bei den Risikofaktoren wurden zusätzlich einfache Regressionen und Korrelationen gerechnet. Die Messinstrumente wurden anhand von Vierfeldertafeln auf ihren Zusammenhang überprüft. ERGEBNISSE: Es zeigte sich, dass pädiatrische KleinhirntumorpatientInnen unter Beeinträchtigungen in den exekutiven Funktionen litten und auch vermehrt Verhaltensauffälligkeiten zeigten. Vor allem waren das flexible Denken, das Überwachen und Aufrechterhalten von eigenen Leistungen, die Konzeptbildung und das Problemlösen betroffen. Auch zeigten sich Trends dass die emotionale Kontrolle und initiatives Handeln beeinträchtigt waren. Im Verhalten zeigten sich Auffälligkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen und bei emotionalen Problemen, wobei Jungen mehr Auffälligkeiten zeigten als Mädchen. Hochgradige Tumore übten einen stärkeren negativen Einfluss auf die exekutiven Funktionen und das Verhalten aus als niedriggradige Tumore. Das Alter zum Zeitpunkt der Diagnosestellung hatte keinen Einfluss auf die Auswirkungen. Die vergangene Zeit seit Diagnosestellung wirkte sich nur im Umgang mit Gleichaltrigen negativ aus, wobei die Probleme mit der vergangenen Dauer zunahmen. Es wurde ersichtlich, dass die Testinstrumente zur Erfassung der exekutiven Funktionen nicht die gleichen PatientInnen als auffällig oder nicht erkannten, wobei der BRIEF am wenigsten Auffälligkeiten diagnostizierte. FAZIT: Die Studie zeigt auf, dass Verhaltensauffälligkeiten und Beeinträchtigungen bei pädiatrischen KleinhirntumorpatientInnen zu erwarten sind. Sie verdeutlicht außerdem, wie wichtig es ist die exekutiven Funktionen differenziert zu erfassen, da die Messinstrumente zur Erfassung der exekutiven Funktionen unterschiedliche Teilkomponenten maßen und neuropsychologische Beeinträchtigungen nicht immer auf der Verhaltensebene sichtbar waren.
Abstract
(Englisch)
PURPOSE: The survival rate of pediatric brain tumor patients has increased over the last few years due to better treatment possibilities and has hence put the long term effects of brain tumors into focus. The purpose of this study was to analyze the effects of cerebellar brain tumors on executive functioning and behavior. Certain risk factors were also taken into account (sex, type of tumor and treatment, age at diagnosis, passed age since diagnosis). Furthermore, the assessment instruments were compared to each other to examine whether they could detect the same patients as impaired or not. METHOD: The sample size consisted of 27 children and adolescents between the age of 8 and 16 years who had been treated for a cerebellar brain tumor. Executive functions were assessed with the following instruments: BRIEF, TMT and Wisconsin Card Sorting Test (as well as the computerized version CKV). The Strength and Difficulties Questionnaire was used to examine behavioral problems. The results were compared with the normative sample sizes of test manuals using t-tests or Mann-Whitney U-Tests. Risk factors were analyzed via simple regressions and correlations. To examine whether the test instruments detected the same patients as impaired or not 2x2 tables were used. RESULTS: Results showed that pediatric cerebellar brain tumors had a negative effect on executive functions and also led to increased behavioral problems. Especially affected were flexible thinking, monitoring, concept formation and problem solving. There were also trends indicating that emotional control as well as initiative acting were impaired. Behavior was affected in peer relationships and in dealing with emotional problems, with boys being more affected than girls. Patients with a high-grade tumor were more impaired in executive functioning and showed more behavioral problems than patients with a low-grade tumor. The age at diagnosis did not have an effect on the results. The passed aged since diagnosis only affected peer relationships negatively. It could be seen that the different test instruments did not detect the same patients as impaired or not, with BRIEF showing the fewest amount of detections. SUMMARY: This study shows that behavioral problems as well as impairment in executive functioning can be expected in pediatric cerebellar brain tumor patients. It also points out the importance of using differentiated diagnostic methods when examining executive functions. This is due to the fact that test instruments used in this study measured different parts of executive functions and it could be seen that neurological impairment were not always visible on a behavioral level.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
pediatric cerebellar tumors executive functions behavior BRIEF TMT WCST SDQ
Schlagwörter
(Deutsch)
pädiatrische Kleinhirntumore Exekutivfunktionen Verhalten BRIEF TMT WCST SDQ
Autor*innen
Irene Ritter
Haupttitel (Deutsch)
Pädiatrische Kleinhirntumore und ihre Auswirkungen auf Exekutivfunktionen und Verhalten
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine retrospektive Analyse
Paralleltitel (Englisch)
The effects of pediatric cerebellar tumors on executive functions and behavior
Publikationsjahr
2014
Umfangsangabe
133 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ursula Kastner-Koller
Klassifikationen
44 Medizin > 44.81 Onkologie ,
77 Psychologie > 77.08 Psychologische Diagnostik ,
77 Psychologie > 77.31 Kognition ,
77 Psychologie > 77.55 Kinderpsychologie ,
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC12090863
Utheses ID
30298
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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